Rödingen - Afrika-Ausstellung in der "Alten Weberei"

Afrika-Ausstellung in der "Alten Weberei"

Von: jago
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Afrika-Ausstellung in der „Alten Weberei“: Kunsthandwerkerin Antje Swart-Spang (links) präsentiert individuelle einzigartige Schmuckstücke, Galerist Gerhard de Vos (Mitte )präsentiert unter anderem erstmalig Kopfstützen aus Äthiopien und Privatsammler Klaus Montag (rechts) zeigt Kulturgüter aus Papua-Neuguinea. Foto: Jagodzinska

Rödingen. In der aktuellen Afrika-Ausstellung der Galerie „Alte Weberei“ in Rödingen nehmen die Exponate von Brigitte Habigs Galeristenkollegen Gerhard de Vos den größten Teil ein. Neben dem in der Weberei nach vielen Besuchen „alten Bekannten“ aus Dormagen tragen diesmal Antje Swart-Spang mit Schmuck aus afrikanischen Glasperlen, Knochenperlen und Bakelit sowie Klaus Montag mit Ausstellungsstücken aus Papua-Neuguinea zur Ausstellung bei.

Antje Swart-Spang sieht sich selbst als Kunsthandwerkerin mit hohem Qualitätsanspruch und der Ambition, etwas Außergewöhnliches zu bieten. Im Gespräch will ihr das Wort „Unikate“ nicht so recht über die Zunge kommen. Es ist der inflationäre Umgang mit diesem Begriff auf Märkten aller Art, der ihn so sehr beliebig macht und den wirklichen Sinn verwässert.

Am Beispiel der von ihr verwendeten Glasperlen erklärt die Kunsthandwerkerin die Einzigartigkeit ihrer Schmuckstücke: „Jede einzelne Perle hat für mich einen Charakter, und ich versuche immer wieder, alles neu und anders zu kombinieren.“

Auch bei der Art der Präsentation gibt sie sich große Mühe, verwendet natürliche Fundstücke wie Rebenholz, um die Gesamtheit wirken zu lassen. Die Kombination der verschiedenen Materialien ist für Antje Swart-Spang stets eine Herausforderung zum ästhetischen Design mit einem Wiedererkennungseffekt.

Neben einer Auswahl von Masken und Fetischen hat Gerhard de Vos dieses Mal eine bisher in dieser Form noch nicht gezeigte Kollektion von afrikanischen Kopfstützen mitgebracht.

Diese dienen ursprünglich zur seitlichen Stütze des Kopfes beim Schlafen, damit dieser nicht in Kontakt mit dem Boden kommt und dass sich somit keine Insekten in den Gehörgang verirren können. Eine weitere Anwendung ist der Schutz aufwändiger Frisuren, in die die Damen viel Zeit investiert haben.

De Vos hat die Stücke von einem Sammler aus Frankfurt übernommen. In gewisser Weise haben diese Gebrauchsgegenstände in ihren Herkunftsländern auch einen repräsentativen Wert. Auf Nachfrage betont der Galerist, dass es ihm ein großes Anliegen ist, die afrikanische Kultur zu präsentieren, sie aber auch gleichzeitig zu respektieren.

„Was ich nicht tue ist, dass ich heute Schmuck kaufe von Leuten, von denen ich weiß, dass sie heute versklavt sind.“ Kurzfristig hinzugekommen zu den Ausstellern ist der private Sammler Klaus Montag mit Gegenständen aus Papua-Neuguinea. Der völkerkundlich interessierte Privatsammler hat erste Stücke von Bekannten erhalten und sich seit 1994 auf diese Region spezialisiert.

Bei vielen Objekten ist die Besitzkette dokumentiert bis zu Missionaren der ehemaligen niederländischen Kolonialmacht. Ob diese die auf dem europäischen Markt begehrten Stücke in ihrer Gesamtheit als Geschenke oder Entgelt für humanitäre Hilfe bekommen haben, lässt sich nicht mehr recherchieren.

Hier sind Verantwortungsbewusstsein und Respekt des Sammlers vor den Kulturgütern der Urbevölkerung gefragt. „Ansehen, verstehen und nachdenken“ könnte über der Ausstellung stehen. Geöffnet ist diese noch am 26. und 27. Oktober jeweils von 13 bis 19 Uhr.

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