Acht Jahre Restaurieren enden mit dem TÜV-Stempel

Von: Antonius Wolters
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Ein Traum in Bordeaux und Creme: Hans Lücken aus Kirchberg hat den 1951 gebauten Citroën 11 acht Jahre lang restauriert und am Ende fein herausgeputzt. Foto: Wolters
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Ein Traum in Bordeaux und Creme: Hans Lücken aus Kirchberg hat den 1951 gebauten Citroen 11 acht Jahre lang restauriert und am Ende fein herausgeputzt. Foto: Wolters

Kirchberg. Es war Liebe auf den ersten Blick, obwohl „er katastrophal aussah“, erinnert sich Hans Lücken an die erste Begegnung mit dem Citroen 11 BL. Das war im Sommer 1999, als Lücken nach einem Tennisunfall mit Gattin In-grid im Hohen Venn unterwegs war. In Jalhay bei Spa sah er den automobilen Veteranen im Farbton Spa-Beige beim Vorbeifahren im Fenster eines Händlers.

Es sollte aber noch bis zu seinem Geburtstag im Dezember dauern, ehe Lücken den Oldtimer abholte, mit dem er übrigens das Baujahr 1951 teilt. Damit hat sich für den frankophilen Flugzeugbau-Ingenieur eine Spielwiese eröffnet, die ihn bis heute beschäftigt.

Lücken hat seinerzeit für das Deutsche Institut für Normung (DIN) in Köln gearbeitet, wo er beispielsweise Handbücher für Metalle und andere Werkstoffe erstellte. „Ich habe immer das Praktische gesucht“, gesteht der 63-Jährige, dass ihn die eher theoretischen Aufgaben nicht wirklich ausfüllten. Entsprechendes Talent war ihm offenbar in die Wiege gelegt, denn der Opa war Schreiner und Lückens Vater ebenfalls handwerklich begabt. Während seiner Studentenzeit habe er alte Käfer aufgearbeitet, beschreibt Lücken seine Leidenschaft fürs Praktische und seine Vergangenheit als Schrauber, die nun ein neues Ventiel finden sollte.

Seit der Citroen auf einem Anhänger nach Kirchberg gebracht wurde, hat Hans Lücken mit Unterbrechungen insgesamt etwa acht Jahre an der Restaurierung gearbeitet. Die Dokumentation der diversen Schritte, die in dieser Zeit notwendig waren, füllt zwei stattliche Ordner. Über das Geld, das in dieser Zeit in das „Familienauto“ investiert worden ist, schweigt Hans Lücken lieber.

Viele Messen hat er besucht, um fehlende Ersatzteile zu erwerben und ist Mitglied im Citroen-Veteranen-Club von Deutschland. „Kontakte sind sehr wichtig“, hat er so „Leidensgenossen“ in Kofferen, Langerwehe und Hoven gefunden, die ebenfalls einen C11 fahren und wertvolle Tipps, Tricks und Spezialwerkzeug in petto haben.

„Hier fühle ich mich sauwohl“, entfährt es dem Oldtimer-Liebhaber, als er seine Garage betritt, wo ein antiquierter Käfer seiner Restaurierung harrt. Da ihm eine Grube fehlt, hat Lücken mit Flaschenzügen eine Apparatur konstruiert, mit der er Fahrzeuge nicht nur hochheben, sondern gleichzeitig auch umdrehen kann, um beispielsweise ganz bequem den Unterboden zu schweißen.

Zu den eigenen Bemühungen kamen noch Aufenthalte in Spezialwerkstätten dazu, die beispielsweise den 56 PS starken Vierzylinder-Motor gründlich überholt haben.Damit der C 11 im üblichen Schwarz und mit den nach vorne öffnenden Türen nicht wie eine Ganovenkutsche aussieht, entschied sich der Familienrat für die zweifarbige Lackierung in Bordeaux und Creme, die dem Veteranen einen speziellen Touch gibt.

Nagelprobe war der Prüftermin am 9. Mai, den der Citroen 11 „ohne Mängel“ bestand. Das war übrigens eine Vollabnahme mit Oldtimer-Begutachtung, wie Lücken stolz vermeldet. Er ist inzwischen regelmäßig mit dem Wagen unterwegs, der beim Lenken großen Kraftaufwand erfordert, denn die Servounterstützung fehlt. „Unser Traum ist eine mehrwöchige Fahrt mit dem Citroen durch Frankreich“, möchte der stolze Besitzer die Liebe zum Nachbarland und seinem Schatz verbinden. Zudem will er Fahrten zugunsten wohltätiger Zwecke anbieten.

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