Abschied nach fast 40 Jahren von der Zitadelle

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Nahmen Abschied vom Gymnasium Zitadelle (von links): Angelika Nicolai, Pedro Obiera, Franz-Josef Werner. Foto: Dirk Neumann

Jülich. Zum Ende des Schulhalbjahres gingen drei Pädagogen des Gymnasiums Zitadelle in den Ruhestand, die fast vier Jahrzehnte lang das Profil der Schule mitgeprägt haben. Angelika Nicolai und Franz-Josef Werner setzten in Englisch und Sport nachhaltige Akzente, Pedro Obiera in Musik und den Theateraktivitäten des Gymnasiums.

Mit dem Ausscheiden der drei „Dinos“ ist der Generationenwechsel am Gymnasium Zitadelle so gut wie abgeschlossen.

Das deutlich verjüngte Kollegium erinnerte in einer kleinen Feierstunde mit liebevoll vorbereiteten Musikdarbietungen, Theatersketchen und Sporteinlagen an die Vorlieben, aber auch die kleinen „Macken“ der drei älteren Kollegen. Anwesend war neben vielen älteren „Weggefährten“ auch Bürgermeister Axel Fuchs, der alle drei Pensionäre bereits als ehemaliger Schüler erleben durfte und sich noch lebhaft an die Zeit mit ihnen erinnern kann. U.a. spielte er vor etwa 35 Jahren in der ersten von Pedro Obiera geleiteten Theateraufführung mit.

Zu den ehemaligen Schülern gehört auch die derzeitige Schulleiterin Dr. Edith Körver, die gesundheitsbedingt der Feier fernbleiben musste. Wie auch der vielbeschäftigte Musiker Prof. Stefan Palm, der als Erster das Abitur in Musik bei Obiera ablegen durfte, bei dem mittlerweile auch alle seine Kinder ihre Musikprüfung absolviert haben. Der bevorstehende Ruhestand gibt den drei Pensionären Gelegenheit, ihre Vorlieben intensiver pflegen zu können. Dazu gehört bei den Englisch- und Sportlehrern, die mit viel Liebe das sportliche Leben mit vielen AGs in verschiedenen Disziplinen belebt haben, neben Reisen und sportlichen Aktivitäten die Liebe zur englischen Literatur und ganz besonders zu Shakespeare.

Obiera, der sich besonders gern an die Gründung des Polen-Austauschs, an die Zeit als Vertrauenslehrer mit dem Besuch des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, an viele Musik- und Theateraufführungen sowie an 136 redigierte „Schulnachrichten“ erinnert, wird seine Mitarbeit bei verschiedenen Zeitungen, Kammermusikfestivals, Musikhochschulen und anderen Institutionen weiterführen.

Der Abschied von vielen positiven Erlebnissen mit Kollegen und Schülern fällt den drei „Ehemaligen“ nicht ganz leicht, eher schon der Verzicht auf Eltern, „die mehr Energie in die Erziehung der Lehrer als in die ihrer Kinder investieren“, wie Obiera, stellvertretend für seine beiden Kollegen, in seiner Dankes- und Abschiedsrede betonte.

Bedauerliche Tendenz

Einen kritischen Blick in die Zukunft konnte sich Obiera nicht verkneifen. Nämlich das Bedauern über die Tendenz der Schulpolitiker, sich im Handeln von wirtschaftlichen Interessengruppen und nicht von pädagogischen Maßstäben leiten zu lassen. Obiera: „Durchschnittsnoten, PISA-Studien, G8, Vergleichsarbeiten, ländervergleichende Ranking-Listen, Papierfluten an Dokumentationen und Statistiken ohne jeden pädagogischen Sinn enthalten den Schülern ausgerechnet die Grundvoraussetzung für jede Bildungsarbeit vor, die sie brauchen, um zu selbstbewussten und ausgeglichenen Persönlichkeiten reifen zu können: Geduld und Zeit.“

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