Jülich - Abiturientia 1981: Erste Zitadellen-Sextaner sind unter sich

Abiturientia 1981: Erste Zitadellen-Sextaner sind unter sich

Von: bro
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Birgit Schwitalla (2.v.l. hält die Begrüßungsrede und ruft alte Erinnerungen wach. Foto: Laura Broderius

Jülich. „Jetzt erst recht“, sagen sich die ehemaligen Stufenkollegen aus der Abiturientia 1981 auf die Frage, ob sie ihre noch nicht erfüllten Träume „mit 55 plus“ noch realisieren können. Als erste Sextaner, die in der frisch sanierten Zitadelle Jülich 1972 eingeschult wurden, verbinden sie gemeinsame Erinnerungen. „Es war immer etwas Besonderes, durch den Tunnel der Zitadelle zu gehen“, sagt Birgit Schwitalla.

Mit Birgit Prell, Heike Rey, Birgitt Sentis, Gisela Eichhorn und Bettina Burauel hat sie das Treffen organisiert und möglichst viele ehemalige Mitschüler zusammengetrommelt, um im Tennisheim des TV Blau-Weiß in Jülich ihre gemeinsame Geschichte zu feiern.

Gar nicht so einfach, wenn alle digitalen Listen und Excel-Tabellen mit Namen und Adressen der ehemaligen Stufe verloren gegangen sind. Von 129 Abiturienten haben sie 109 Adressen wieder recherchiert: 60 der 129 waren da, um sich an die gemeinsame Zeit zu erinnern, die so schnell verflogen ist.

„Man reflektiert sich selbst auf dem Weg in so ein Jahrgangstreffen… nach 35 Jahren“, heißt es in der Rede. 35 Jahre, in denen viel passiert ist. Manche sind in der Nähe geblieben, andere hat es ins Ausland verschlagen. Sogar eine Berühmtheit ist mit dabei: Stefan Palm hat als Organist, Cembalist und Pianist an der Juilliard School in New York studiert, drei Konzertexamen an der Kölner Musikhochschule abgelegt und internationales Ansehen erlangt. Egal, wer welchen Weg eingeschlagen hat – an diesem Abend erinnert sich die ehemalige Stufe an das Besondere, das sie verbindet.

Und das sind nicht nur die Mauern der Zitadelle, sondern auch die Masse an Schülern, die aus den geburtenstarken Jahrgängen der 1960er hervorgegangen sind und die Kapazität der Zitadelle stark gefordert haben: Knapp 1600 Schüler besuchten das Gymnasium in den 1970er Jahren. „Wir mussten damals oft in Containern unterrichtet werden“, berichtet Birgit Prell, die jetzt Sekretärin am Gymnasium Zitadelle ist.

Besonders war auch Roswitha Richter, die damalige Vertrauenslehrerin, die Kunst und Erdkunde unterrichtete und als älteste pensionierte Lehrerin ebenfalls an dem Stufentreffen teilnahm. 1965 war sie als erste weibliche Lehrerin an das Gymnasium versetzt worden – zu der Zeit noch im alten Schulgebäude. „Mir hat man damals gesagt: In Jülich gibt‘s nur die Rübenbauern – die, die vom Krieg übrig geblieben sind“, erzählt Richter und lacht.

Begegnet sind ihr viele Kollegen aber vor allem mit Frauenfeindlichkeit. „,Was machst du hier, du gehörst in die Küche!‘ war ein Satz, den ich fast täglich gehört habe“, erinnert sich Richter. „Die Emanzipation ist noch nicht lange her“, fügt Schwitalla hinzu. Die Schulzeit war Teil eines historischen Umbruchs: Als der Jahrgang 1972 eingeschult wurde, gab es erst wenige Mädchen auf der Zitadelle, noch gar keine im sieben Kilometer entfernten Gymnasium Haus Overbach.

„Wir fühlten uns immer etwas spezieller als die anderen Gymnasiasten aus Overbach oder aus der Mädchenschule“, sagt Schwitalla in ihrer Rede. „Nonnenbunker!“ oder „Jungfrauenaquarium!“ heißt es scherzhaft von den Zuhörern. Man sieht: Die üblichen Rivalitäten unter den Jülicher Gymnasiasten waren schon damals Thema.

Gemeinsam eröffnen sie das Buffet und tauschen sich aus: Über Vergangenes, über die Träume, die sie nach dem Abitur hatten und vor allem über das, was die Zukunft noch bringen wird – Das 40-jährige Jahrgangstreffen 2021 wird jedenfalls sicherlich ein Teil davon sein.

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