Abfallberaterin wirbt im Rathaus für Mehrweg-Verpackungen

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Im Eingangsbereich des Aldenhovener Rathauses erläuterten AWA-Abfallberaterin Nicole Lürken (l.) und die Auszubildende Milena Cakmakci die Vorteile des Mehrweg-Systems für die Umwelt. Foto: Wolters

Aldenhoven. Ein Unbekannter, der noch rasch ins Aldenhovener Rathaus gestürmt war, machte aus seinem Herzen keine Mördergrube: „Das haben Sie nirgendwo in Europa“, spricht er AWA-Abfallberaterin Nicole Lürken an, die gerade über Vor- und Nachteile verschiedener Getränkebehältnisse referiert.

Nach Ansicht des Mannes sind all die Bemühungen in Deutschland mit Pfandregelung und Mehrwegflaschen Quatsch, da die Nachbarn nicht mitziehen. Hier müsse die gesamte EU mitziehen, meint er noch und verschwindet wieder.

Wähend der „Europäischen Woche der Abfallvermeidung“ hat die AWA Entsorgung GmbH das Thema Getränkeverpackungen herausgegriffen, über das Nicole Lürken sehr anschaulich informieren kann. Exemplare der diversen Verpackungsarten hat sie mit Haken auf eine Stange gereiht. Aufgabe der Besucher ist es, Flaschen, Büchsen und Kartons in eine ökologisch sinnvolle Reihe zu bringen.

„Für uns ist das auch ein Aha-Effekt“, bekennt die Beraterin, die hier beispielsweise ablesen kann, wie nach der Einführung des Dosenpfands 2003 diese Verpackungen als besonders „wertvoll“ erachtet werden. „Das Einweg-Symbol kennt jeder – selbst im Kindergarten“, sagt Lürken.

Damit seinen die 25 Cent Pfand verbunden, die der Automat pro Pfandflasche ausspuckt. Die können jedoch in puncto Müllaufkommen mit Mehrweg-Flaschen aus Glas (bis zu 50 Wiederbefüllungen) oder PET (bis zu 25) nicht mithalten, denn nur diese reduzieren drastisch den Abfall. Das Pfand für Mehrwegflaschen beträgt „nur“ 8 bis 15 Cent.

Lürken ist überdies nicht glücklich über den eher positiv besetzten grünen Punkt, der eigentlich nur signalisiert, dass diese Verpackung im gelben Wertstoffsack oder der entsprechenden Tonne „entsorgt“ werden kann.

Und was passiert mit den leichten und leeren PET-Flaschen, die nicht im Mehrweg-Zyklus eine weitere Neubefüllungsrunde drehen? Jährlich werden rund 100 Milliarden Plastikflaschen nach China transportiert, wo aus dem Erdöl-Produkten Folien und Textilfasern für Fleecepullis entstehen. Die Menge ist so gewaltig, dass rund 13 Millionen Fußballteams ausgerüstet werden könnten.

„Einer muss ja anfangen“, sagt ein Besucher der Präsentation. Auch wenn Europa nicht mitzieht, hat sich Lürken vorgenommen, „vor der eigenen Tür zu kehren“.

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