ABC-Übung: Damit im Ernstfall jeder Handgriff sitzt

Von: mw
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Auf der Suche nach der undichten Stelle: Die Spezialisten versuchen, das Leck im Tank abzudichten. Darin befindet sich - so die Annahme - eine giftige Flüssigkeit. Foto: Weisgerber

Linnich. Auf dem Werksgelände von SIG Combibloc hat der als „Zug 501” bekannte ABC-Zug der Feuerwehr den Ernstfall geprobt. Spezialisten aus Linnich, Jülich und Titz bilden zusammen diese Einheit, die bei Unfällen mit biologischen, chemischen oder radioaktiven Stoffen Hilfe leistet.

Die Situation: Auf dem Werksgelände war ein Behälter mit brisantem Inhalt durch einen Unfall beschädigt worden und verlor dadurch Flüssigkeit. Tatsächlich handelt es sich natürlich nicht um Gefahrgut.

Trotzdem ist das Szenario realistisch und wird dementsprechend ernsthaft angegangen: Zügig, aber mit der nötigen Sorgfalt legen die Feuerwehrmänner zunächst ihre Atemschutzgeräte und Schutzanzüge an. Das wird regelmäßig in den Löschgruppen geübt, denn im Ernstfall muss alles reibungslos funktionieren. Davon können schließlich Menschenleben abhängen.

Im Schutzanzug

Zur Erkundung der Unfallstelle geht ein erster Trupp in Chemikalien-Schutzanzügen vor, während die Umgebung bereits großräumig abgesperrt ist. Im Hintergrund treffen über 50 Wehrleute bereits Vorbereitungen für die Bergung des Behälters. Diese gelingt später mit einem Gabelstapler.

Anders als im „normalen” Einsatzgeschehen, sind Gefahrgut-Unfälle für die Helfer immer mit einem enormen personellen und materiellen Aufwand verbunden.

Nach dem Kontakt mit Giftstoffen müssen die Wehrleute beispielsweise in verschiedenen Stufen dekontaminiert werden. Auch die Kommunikation stellt erfahrungsgemäß ein Problem dar: Ständig gilt es, die verschiedenen Trupps zu koordinieren und zu überwachen. Eine besondere Verantwortung kommt dabei der Atemschutzüberwachung zu: Diese gewährleistet, dass im anstrengenden Einsatzgeschehen keinem Helfer die Luft ausgeht.

Allein beim Szenario auf dem Gelände der Linnicher Verpackungsspezialisten gehen 30 Kameraden unter Atemschutz vor.

Ob die Übung erfolgreich war, lässt sich erst nach einer späteren Auswertung sagen. In jeden Fall aber zeigen Übungen wie diese Schwachstellen im System auf und verbessern die Zusammenarbeit der verschiedenen Löschgruppen. Damit im Ernstfall jeder Handgriff sitzt.
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