Jülich - Aachener Kammerchor zeigte gehobene Chorkultur

Aachener Kammerchor zeigte gehobene Chorkultur

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Der Aachener Kammerchor bot in der Schlosskapelle unter dem Dirigat von Martin te Laak eine klangstarke Reise durch die französische Chorliteratur. Foto: Wolfgang Emde

Jülich. Der Aachener Kammerchor war Gast in der Jülicher Schlosskapelle. Unter Leitung von Martin te Laak bot die vielfach ausgezeichnete Gesangsgemeinschaft ein anspruchsvolles Programm, das französischen Komponisten verschiedenster Zeitepochen gewidmet war.

Breit gefächert waren die Themen der Texte, die viele Bereiche des menschlichen Lebens berührten. Heiter, thematisch der Liebe gewidmet waren die ersten vier Chorwerke. Sie erzählten vom wirklichen Leben, von Männern und Frauen, von Brautwerbung und fröhlicher Geselligkeit.

Die Komplexität der „Trois Poems“ von Jean Francais (1912-1997) spiegelte sich auch in der zarten, ernsten Komposition wider.

Die Texte, die den Zuhörern in Übersetzung vorlagen, waren anspruchsvolle Lyrik, die philosophische Inhalte vermittelte. Die Klangkompositionen waren von verwirrender Vielfalt und stellten höchste Anforderungen an die Chormitglieder.

Melodisch eingängig

Die drei bretonischen Lieder „Trois Chansons bretonnes“ des Niederländers Henk Badings (1907-1987) hingegen klangen vertrauter, melodisch eingängiger. „La nuit en mer“ erzählt lautmalerisch, mit Elementen der Programmmusik von einer Nacht am Meer und der friedlichen Bewegung des Wassers. Dramatisches Flehen der Stimmen der Verstorbenen um Gebete der Lebenden, um ihre Erlösung zu erbitten, wies in Musik und Text dramatische Elemente auf.

„Soir d‘été“ hingegen malte das friedliche Stimmungsbild eines harmonisch fröhlichen Sommerabends.

Die vokale Qualität des Chores war enorm. Neben den geschulten Stimmen, die eine saubere, sichere Intonation boten, beeindruckten die Sängerinnen und Sänger durch Klangschönheit und Stilgefühl. Die Texte waren durch deutliche Artikulation bestens zu verstehen. Beeindruckend war die Ausgeglichenheit in den Stimmen, die auch in den Höhen immer weich und dezent blieben.

Bereichert wurde das Programm durch die Beiträge der beiden Pianistinnen Gabi Schlarb-Mengler und Angelika Neumann. Sie musizierten vierhändig aus der „Petite Suite“ von Claude Debussy „En bateau“ und „Ballet“, zwei charmante Werke die durch Fröhlichkeit und Leichtigkeit in der Komposition faszinierten. Auch mit „Petit Mari, Petite Femme“ und „Le Bal“ aus „Jeux d‘enfant“ von Georges Bizet begeisterten die Pianistinnen das Publikum. Sie spielten engagiert, spritzig und sichtlich mit großer Freude, die auf die Zuhörer ausstrahlte und für die Musik begeisterte.

Frühlingsweisen

Martin te Laak bewies sich als bewährter Chorleiter, der durch intensive Probenarbeit und konzentriert straffes Dirigat einen Chor zu höchsten Leistungen bringen kann. Der begeisterte Applaus wurde mit drei Volksliedern als Zugabe belohnt. Sie waren bekannte Frühlingsweisen, die in völlig neuem Gewand erschienen.

Der Aachener Kammerchor demonstrierte mit einem Spiritual zum Abschluss seine Vielseitigkeit und entließ ein begeistertes Publikum nach einer anspruchsvollen Konzertstunde.

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