90-jähriger Kirchberger ist seit 76 Jahren bei der Feuerwehr aktiv

Von: Kr.
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Viele Jahre lang tat die alte Tragkraftspritze ihren Dienst. Josef Hahn war auch Maschinist und kannte das Gerät aus dem Effeff. Foto: Król
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Bürgermeister Axel Fuchs (2. von rechts) und Jülichs Wehrleiter Dr. Rolf Funkel (3. von rechts) zeichneten den Jubilar aus und nahmen noch weitere Ehrungen und Beförderungen vor.

Kirchberg. „Hahn-Kirchberg“, so meldet sich Josef Hahn noch heute am Telefon, auch wenn seine aktive Zeit als Feuerwehrmann mit Meldestelle schon Jahrzehnte zurückliegt. Der heute 90-Jährige blickt auf eine 76-jährige Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr zurück und das ist wohl im Kreis Düren einmalig.

„Er ist ja länger bei der der Feuerwehr, als ich Lebensjahre habe“, wunderte sich Jülichs Wehrleiter Dr. Rolf Funkel beim Feuerwehrfest in Kirchberg, das einen würdigen Rahmen bot, um den altgedienten Feuerwehrmann mit dem goldenen Sonderzeichen des Feuerwehrverbandes auszuzeichnen. „Allein schon um diese Ehrung mit vorzunehmen, hat es sich gelohnt, dass ich das Bürgermeisteramt übernommen habe“, freute sich Jülichs Bürgermeister Axel Fuchs und meinte weiter „Du bist ein ungewöhnlich tolles Vorbild.“ Mit Hochachtung würdigte Löschgruppenführer Jens Kick die Leistungen des 90-Jährigen, durch dessen Leben sich die Feuerwehrarbeit wie ein roter Faden zieht.

Mit 14 Jahren trat Josef Hahn der Feuerwehr während des Zweiten Weltkrieges am 6. April 1941 bei. Nach dem Krieg hatte der Landwirt als einer der ersten im Dorf ein Telefon und damit gleichzeitig die Feuermeldestelle des Ortes inne. Jeden Abend wurde das landwirtschaftliche Gerät vom Traktor abgebaut und der Spritzenanhänger bereitgestellt. Hahn hatte immer einen Alarmstuhl neben dem Telefon, um möglichst schnell seine Einsatzkleidung anzuziehen. „Ehe die anderen richtig wach waren, war ich schon längst draußen“, erinnert er sich heute.

Die alte Tragkraftspritze TS 8/8 aus dem Jahr 1956, die auf dem Hänger stand, kannte er wie kein Zweiter. Sie existiert heute noch und ist funktionsfähig. Da wurde auch schon mal mit dem Traktor die Kurve am Lindenhof auf zwei oder drei Rädern genommen. Selbst mitten in der Erntezeit ließ Josef Hahn alles stehen und liegen, wenn es einen Einsatz gab. „Das war doch wichtig“, fügte er den Ausführungen des Löschgruppenführers hinzu.

Viel Dank und Sympathie schlug dem Jubilar entgegen, der auch von der Löschgruppe ein besonders Andenken bekam. Spaß an der Feuerwehr und die Kameradschaft, seien ihm bis heute wichtig gewesen, sagte immer wieder.

Im weiteren Verlauf der Feierstunde ehrte die Löschgruppe Heike Dreßen (zehn Jahre), Stefan Spohr, Michael Plum und Jens Kick (alle 20 Jahre) für Treue zur Löschgruppe. Der Wehrleiter Dr. Rolf Funkel beförderte Boris Minkenberg zum Hauptfeuerwehrmann und verlieh Hartmut Schmitz die goldene Ehrennadel für 35 jährige Treue. Anschließend war eine Flash over party mit der Band „It‘s Live“ angesagt.

Auch am Sonntag wurde gefeiert vom Frühschoppen bis zur Cafeteria, von einer Einsatzübung bis zur großen Verlosung war alles dabei.

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