Aldenhoven - 8-Minuten-Frist tagsüber kritisch

8-Minuten-Frist tagsüber kritisch

Von: gre.
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Der Aldenhovener Wehrführer Wilfried Thelen hat im Brandschutzbedarfsplan dringend zu behebende Mängel aufgezeichnet. Foto: Greven

Aldenhoven. Leib und Leben, Hab und Gut stehen unter gewissen Umständen in einem engen Zusammenhang mit der Qualität der Feuerwehr. Sie in einer leistungsfähigen Form zu unterhalten, hat der Landesgesetzgeber den Gemeinden zugewiesen. Ihren Qualitätsstandard, ihr Schutzziel, zu beschreiben, ist dem Rat der Gemeinde in Form eines Brandschutzbedarfsplans auferlegt. Die Schutzziele sind durch verschiedene Landesgesetze definiert.

Der auf die örtlichen Bedürfnisse der Gemeinde Aldenhoven zugeschnittene Bedarfsplan hat der Rat auf seiner letzten Sitzung im Jahre 2008 einstimmig verabschiedet. Zuvor war das 98 Seiten umfassende Exposé des Wehrleiters Wilfried Thelen in einem Hearing den Ratsmitgliedern eingehend erläutert worden.

Die im Vordergrund dargestellte Gefahrenanalyse weist gegenüber vergleichbaren Kommunen keine Besonderheiten auf. Das gilt auch bei der Betrachtung der in den letzten Jahren gefahrenen Einsätze im Rahmen der Brandbekämpfung sowie bei technischen Hilfeleistungen in oder an Gebäuden.

Bei Schadensereignissen in den verschiedenen Hoch- oder Mehrfamilienhäusern ist man auf die Hilfe der Jülicher Feuerwehr mit ihrer Drehleiter angewiesen.

Mit Zurückhaltung wird im Bedarfsplan empfohlen, die Anschaffung eines solchen Gerätes zu überdenken. Wenn auch die Aldenhovener Wehr nicht für Schadensereignisse auf der Autobahn zuständig ist, so ist ihre Inanspruchnahme relativ stark.

Teilweise problematisch

Das Erreichen der vom Gesetzgeber vorgegebenen Schutzzielbestimmung, die Mindesteinsatzstärke und -zeit festlegt, ist teilweise problematisch. Die 8-Minuten-Frist für die erste Einsatzgruppe ist zumindest tagsüber zurzeit schwer erreichbar, da die Mehrzahl der Wehrleute nicht am Ort erreichbar ist.

Die statistisch ermittelte Personalausfallquote ist tagsüber mit 75 Prozent sehr hoch Die Standorte der Löschgruppen spielen auch eine nicht unwesentliche Rolle. Die Gefahrenstellen sind überwiegend in den vorgegebenen Fristen erreichbar.

Kritisch ist allerdings das Aldenhovener Industriegebiet, das in der 8-Minuten-Frist nur schwer erreichbar ist. Die 13-Minuten-Frist, die der Gesetzgeber für die zweite Einsatzgruppe vorgibt, ist an allen Gefahrenstandorten laut Bedarfsplan unproblematisch zu meistern.

Sechs Fahrzeuge sind betagt

Personelle Probleme können zum Teil durch entsprechende Fahrzeug- und Materialausstattung aufgefangen werden. Die Wehr hat 13 Fahrzeuge der unterschiedlichsten Varianten. Wenn man eine erfahrungsgemäße Lebenserwartung von 20 Jahren zugrunde legt, so haben sechs Gefährte diese mehr oder weniger deutlich überschritten.

Dennoch sieht der Bedarfsplan erst ab 2010 den sukzessiven Fahrzeugersatz vor - bis 2018 sollen es insgesamt sechs Fahrzeuge sein. Schutzanzüge, Atemschutzgeräte, Funkgeräte und sonstige wichtige Ausstattungen sind bereits ab 2009 eingeplant. Darunter befindet sich als erstes Fahrzeug ein TSF für die Schleidener Wehr, welches allerdings erst 2010 geliefert werden soll.

Dringend nannte Wilfried Thelen die Anschaffung einer Wärmebildkamera, mit der vermisste oder verschüttete Personen ebenso lokalisiert werden können wie versteckte Brandnester. Damit wird sich der Rat noch zu befassen haben.

Das Aldenhovener Gremium hat sich darauf festgelegt, das im Gesetz vorgegebene Schutzziel zu 80 Prozent zu erreichen. Das setzt voraus, dass entsprechende Investitionsmittel bereit gestellt, aber auch organisatorische Maßnahmen getroffen werden.

Dazu zählt auch, die Bereitschaft zum Feuerwehrdienst beim derzeitigen und künftigen Personal der Gemeinde zu wecken. Wilfried Thelen hörte auf der Ratssitzung zwar kritischen Fragen, aber letztlich wurde anerkannt, dass die Sicherheit der Bürger Vorrang genießen soll.
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