Jülich - 65 Jülicher Kinder im Sommer noch ohne Betreuung

65 Jülicher Kinder im Sommer noch ohne Betreuung

Von: -vpu-
Letzte Aktualisierung:

Jülich. Die Betreuung von etwa 65 Jülicher Kindern ab August, also in drei Monaten, ist immer noch nicht geregelt. Eltern und Kindern soll zwar geholfen werden. Wo und wie das geschieht ist allerdings weitgehend unklar.

So ist eine kurze Diskussion in zwei Jülicher Ausschüssen am Montagabend zusammenzufassen. Die ursprüngliche Zahl von 95 unversorgten Mädchen und Jungen hat sich um 30 reduziert, weil für sie zwei neue Gruppen in kirchlichen Einrichtungen geschaffen werden. Darüber informierte die Stadtverwaltung im Jugend- sowie im Haupt- und Finanzausschuss.

Um die 65 verbleibenden Kindern rankt sich seit Wochen eine merkwürdige Diskussion. Dabei geht es um Folgendes: Der Kreis Düren hat die Betreuungslücke ermittelt und die Stadt um Hilfe gebeten. Die wiederum sah (ebenso wie der Kreis) nur eine Möglichkeit, kurzfristig eine neue Kindertagesstätte einzurichten: in der alten Realschule. Diese Örtlichkeit hält aber eine große Mehrheit der Jülicher Kommunalpolitiker für ungeeignet und hat andere Pläne. Auch die dort schon untergebrachte Volkshochschule sieht Probleme bei bestimmten Kursen mit einer Kita nebenan.

Um die Landeszuschüsse nicht zu gefährden, wurde dennoch vom Rat eine neue Kita in der Realschule beantragt, allerdings in der Absicht, am Ende doch ein anderes Grundstück oder ein anderes Gebäude zu nutzen. Das wiederum hat dem Kreis Düren nicht gefallen, der kurzerhand ankündigte, dass er erstmals eine Kindertagesstätte in eigener Trägerschaft bauen lassen wolle: auf dem alten Kreisbahnhofsgelände an der Adolf-Fischer-Straße, allerdings nicht an der Straße, sondern weiter hinten auf dem großen Gelände.

Die Stadtverwaltung Jülich wurde darüber informiert und hat deswegen ihrerseits alle Bemühungen um die neue Kita eingestellt, weil der Kreis sich ja eindeutig mit einer Bauvoranfrage positioniert hatte. Doch auch das war nicht das letzte Wort, denn Landrat Wolfgang Spelthahn wurde auf mögliche Probleme mit der benachbarten Industrie am Kreisbahnhof angesprochen und sagte unserer Zeitung: „Die Stadt kann doch ein Grundstück vorschlagen. Das hat immer Vorrang.“ Das sorgte im Jülicher Rathaus vollends für Verwirrung.

Der Jülicher Beigeordnete Martin Schulz erklärte am Montag im Ausschuss aktuell: „Eine große Firma will eine Kindertagesstätte auf dem Grundstück so nicht hinnehmen.“ Das Unternehmen sehe mögliche Konflikte in der Zukunft, wenn mögliche Betriebserweiterungen oder -veränderungen anstehen, sollte sich dann eine Kita in unmittelbarer Nachbarschaft befinden. Anwälte seien schon eingeschaltet, was die Angelegenheit erheblich verzögern könnte.

Wohin nun mit der Jülicher Kita? Stadt und Kreis wollen kurzfristig miteinander sprechen. Vielleicht sollten die Kommunalpolitiker gleich mitreden, sonst stehen ab Sommer 65 Kinder ohne Betreuung da.

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