Düren/Langerwehe - 64 Hektar Gewerbe- und Industriegebiet für Langerwehe?

Solo Star Wars Alden Ehrenreich Kino Freisteller

64 Hektar Gewerbe- und Industriegebiet für Langerwehe?

Von: Sandra Kinkel
Letzte Aktualisierung:
16229651.jpg
Auf dieser Fläche in Langerwehe soll ein neuer Supermarkt entstehen. Spatenstich ist voraussichtlich im nächsten Monat. Foto: S. Kinkel

Düren/Langerwehe. Die Aussagen von Langerwehes Bürgermeister Heinrich Göbbels (CDU) und Dirk Schneemann von der Bezirksregierung in Köln sind – zumindest teilweise – widersprüchlich: Klar ist, dass Langerwehe in Kooperation mit RWE ein neun Hektar großes Gewerbegebiet (siedlungsnah, also nicht unmittelbar an der Autobahn 4) realisieren kann. Dafür gibt es die entsprechende Genehmigung.

Göbbels geht aber fest davon aus, dass innerhalb kürzester Zeit 55 weitere Hektar Gewerbe- und Industriegebiet zugelassen werden können. Voraussetzung sei, so der Verwaltungschef, dass man nachweisen könne, dass es Interessenten für diese Fläche gibt. Göbbels: „Und das können wir. Wir haben die mündliche Zusage der Bezirksregierung, dass wir für dieses Gebiet gerade auch im Zuge des Strukturwandels schnell und unbürokratisch eine Genehmigung bekommen. Da steht die Bezirksregierung bei uns im Wort.“ Das bestätigt Dirk Schneemann, Pressesprecher der Bezirksregierung, so nicht. Er sagt vielmehr: „Zur Realisierung eines Gewerbegebietes in größerem Umfang sind jedoch weitere kommunale Partner notwendig, da ein regionalbedeutsamer Standort aufgrund landesplanerischer Vorgaben kurz- bis mittelfristig nur von mehreren Kommunen gemeinsam dargestellt werden kann.“

War es also aus Sicht der Gemeinde Langerwehe klug, im Sommer 2016 die Partnerschaft mit der Stadt Düren (siehe Themeninfo) aufzukündigen und stattdessen einen Kooperationsvertrag mit dem RWE und nicht mit einer anderen Kommune zu schließen? Immerhin plant die Stadt Düren, die ja seit Jahren erfolgreich ein gemeinsames Gewerbegebiet mit Niederzier unterhält, ein weiteres interkommunales Gewerbegebiet mit Kreuzau. Und auch in der Gemeinde Nörvenich entsteht eine neue, 36 Hektar große Gewerbe- und Industriefläche. „Natürlich“, sagt Heinrich Göbbels, „ist die Zahl von Firmen, die sich im Kreis Düren niederlassen, nicht unbegrenzt. Trotzdem bin ich nach wie vor davon überzeugt, dass es richtig war, die Partnerschaft mit der Stadt Düren aufzukündigen.“

Ausreichend Interessen

Zum einen hätte die Gemeinde Langerwehe, die den Löwenanteil der Flächen für das gemeinsame Gewerbegebiet zur Verfügung gestellt hätte, die von der Stadt Düren vorgegebenen Rahmenbedingungen so nicht erfüllen können und wollen. „Darüber hinaus bin ich überzeugt, dass wir aufgrund der Lage unseres Gebietes und dessen direkter Nähe zur Autobahn gegenüber anderen Gewerbeflächen im Kreis Düren punkten können. Gefahrenmomente sehen wir absolut nicht.“ Sowohl für die schon genehmigte Fläche als auch für das weitere Gebiet, betont Göbbels, gäbe es schon jetzt ausreichend Interessenten. „Es ist kein Problem, das Areal mit guten Firmen zu füllen.“

Was den zeitlichen Rahmen angeht, spricht Göbbels von etwa einem Jahr Vorlaufzeit bis zur Realisierung beider Flächen. „Die genehmigten neun Hektar Land gehören schon dem RWE, hier laufen die notwendigen Untersuchungen von Kampfmittelräumdienst und Archäologen. Was die andere Fläche angeht, denke ich, dass die notwendigen Landankäufe bis Ende April abgeschlossen sein werden.“

Bereits im kommenden Monat sollen endlich die Arbeiten auf dem Gelände „Balduin-Dreieck“ (gegenüber dem Aldi-Markt) beginnen. „Wir stehen kurz vor dem Baubeginn“, so Investor Dirk Schlun. Zunächst müssten zwei Kreisverkehre, ein Regenrückhaltebecken und Straßen samt Radwegen gebaut werden. „Wir sprechen für die Gesamterschließung des Gebietes, das ebenfalls etwa neun Hektar groß ist, von Gesamtkosten in Höhe von 3,5 Millionen Euro.“ Unter anderem sollen auf dem Gelände ein Edeka-Markt und ein Discounter entstehen. Dirk Schlun: „Die Nachfrage für dieses Gewerbegebiet ist unfassbar hoch. Wir können uns vor Anfragen kaum retten.“

Die Planungen für das Areal laufen schon weit mehr als zehn Jahre, seit 2011 ist Investor Schlun mit im Boot. Unter anderem hatten Gräberfunde aus der Merowingerzeit die Arbeiten verzögert.

Leserkommentare

Leserkommentare (3)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert