Inden - 5,6 Kilometer lange Bandstraße soll „Transparenz herstellen“

5,6 Kilometer lange Bandstraße soll „Transparenz herstellen“

Von: ahw
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Ulrich Schuster (l.) und Peter Prost zeigen den Verlauf der Bandtrasse Gelb gezeichnet ist die Lage des geplanten Restsees. Foto: Wolters

Inden. Neben dem Schulstreit im Nordkreis, der die Beziehungen zwischen den betroffenen Kommunen zerrüttet hat, schwelt ein weiterer Konflikt, den Indens Bürgermeister Ulrich Schuster und der Schophovener Ortsvorsteher Peter Prost beim Namen nennen: „Wir wollen Transparenz herstellen, was eine Erdverfüllung für Konsequenzen hat.“

Sie reagieren damit auf den weiteren Versuch der Stadt Düren, den geplanten Indensee mit juristischen Mitteln zu bekämpfen. „Das trägt nur zur Verunsicherung bei“, hat Schuster jüngst bei der Infoveranstaltung zum Seeviertel in Inden/Altdorf festgestellt, wo ebenfalls die Frage aufkam, wie sich die angekündigte Klage der Stadt Düren gegen den See auswirken wird.

Ortsvorsteher Prost hält mit seiner Meinung dazu nicht hinterm Berg: „Die haben keinen Schimmer, was eine Erdverfüllung für die umliegenden Ortschaften bedeutet.“

Bei einer Rolle rückwärts im Braunkohlenplan, würde das im Tagebau gegrabene Loch nicht mit Wasser gefüllt, wobei ein Gewässer von der Größe des Tegernsees entsteht, sondern mit 865 Millionen Kubikmetern Abraum, der aus dem benachbarten Tagebau Hambach herangeschafft würde.

Dazu würde eine Bandtrasse angelegt, die 5,6 Kilometer lang und rund 90 Meter breit wäre. Die Trasse tangiert die Orte Hambach, Niederzier, Krauthausen, Selgersdorf, Altenburg und Schophoven, deren Bewohner zwischen 2020 und 2040 rund 20 Jahre lang mit Grob- und Feinstaub sowie erheblichem Lärm belastet würden. Da im Zuge der Bandstraße keine Kurven möglich sind, ist der im ursprünglichen Braunkohlenplan enthaltene Entwurf praktisch alternativlos. Allein für Errichtung und späteren Abbau der Trasse sind jeweils drei Jahre kalkuliert.

Rur und Rurtalbahn

Während das erste Stück in einer künstlichen Senke oder von Schutzwällen umsäumt gestaltet werden könnte, wäre zum Ende hin, wenn neben der B56 auch Rur und Rurtalbahn überwunden werden müssen, eine Hochtrasse auf Stelzen vorgesehen.

Die wären bei Wind vor lauter Staub vermutlich nichts mehr zu sehen. Bevor die Trasse den Tagebau Inden erreicht, führt sie in Schophoven am Baugebiet „Müllenark“ vorbei, wo viele Umsiedler eine neue Heimat gefunden haben. „Der Immobilienmarkt ist ohnehin im Keller. Wenn die Trasse kommt, sind die Grundstücke dort wertlos“, malt Peter Prost ein Schreckensszenario aus.

Doch so weit muss es ja nicht zwangsläufig kommen. „Ich räume der Klage keine Erfolgsaussichten ein“, sagt Bürgermeister Schuster, der sich indes möglichst schnell Planungssicherheit erhofft.

So hofft er unter anderem mit Blick auf die Nachbarn aus der Kreisstadt, dass doch bitte „möglichst bald Rechtsfriede einziehen sollte“. Und damit ist er nicht allein.

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