5,2 Millionen Euro für den Solarturm-„Zwilling“

Von: Antonius Wolters
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Umweltminister Johannes Remmel (v.l.) und die neue DLR-Vorstandsvorsitzende Pascale Ehrenfreund besichtigten im alten Solarturm eine Versuchsanlage für die Erzeugung von Wasserstoff. Foto: Wolters

Jülich. Wenn NRW-Umweltminister Johannes Remmel zum Jülicher Solarturm kommt, was zuletzt im Jahrestakt geschah, scheint gewöhnlich die Sonne. Das war auch am Freitag so, als Remmel mit einem Förderbescheid im Gepäck den Standort Jülich des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt (DLR) aufsuchte.

Das DLR erhält 5,2 Millionen Euro vom Land für den Bau eines Multifokus-Solarturms in Jülich, der als „Zwilling“ zum seit 2009 betriebenen Solarturm direkt daneben gesetzt wird. Mit 1,05 Millionen Euro beteiligt sich das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) an dem Projekt.

„Mit dem Multifokus-Turm kann das DLR seine Forschung auf dem Gebiet der solarthermischen Stromerzeugung intensivieren“, sagte Professor Pascale Ehrenfreund, die neue Vorstandsvorsitzende des DLR, die Bund und Land für die nachhaltige Anschub- und Projektfinanzierung am Standort Jülich dankte, wo derzeit 30 Personen beschäftigt sind – Tendenz steigend. Die Turmtechnologie ist eine ist noch relativ neu, kommerzielle Kraftwerke sind erst seit wenigen Jahren in Betrieb.

Ziel der DLR-Forschungsarbeit ist es, diese Kraftwerke und ihre Komponenten, beispielsweise für die Speicherung der solaren Wärme, weiterzuentwickeln und so die Kosten für die Stromerzeugung zu senken. Darüber hinaus entwickeln DLR-Wissenschaftler auch Verfahren, um mittels solarchemischer Reaktoren auf einem Turmkraftwerk Wasserstoff, Methan oder andere Energieträger zu erzeugen. Der neue Solarturm soll in den kommenden drei Jahren neben dem bestehenden Solarturm errichtet werden. Das bereits existierende Spiegelfeld wird so erweitert, dass es beiden Türmen dienen kann.

„Das DLR versteht sich als Innovationstreiber“, baut das DLR mit dem Multifokus-Solarturm laut Ehrenfreund nicht nur seine Forschungs- und Entwicklungsmöglichkeiten in Jülich aus, mit den drei neuen Versuchsebenen, die der neue Turm enthält, stehe gleichzeitig für Forschung und Industrie mehr Platz für Versuche zur Verfügung. So sind die Versuchsebenen im bestehenden Turm für die nächsten beiden Jahre ausgebucht.

Von einer „idealen Ergänzung“ sprach Minister Remmel, der bei der Umstellung der Energieerzeugung der Solarenergie großes Potenzial bescheinigt. Zu den in Jülich bereits in Bau befindlichen Hochleistungsstrahlern – Stichwort: „Künstliche Sonne“ – gehe es hier um den nächsten Schritt und eine ideale Ergänzung der vorhandenen oder noch im Bau befindlichen Infrastruktur für Forschung und Entwicklung.

Die Solartechnologie, bei der NRW sehr stark ist, sei nicht nur gut für den Export, sondern „ist auch ein Friedensbringer“, sagte Remmel, denn sie erlaube die Nutzung der Sonnenenergie zum Nulltarif. Die könne beispielsweise für die Entsalzung von Meerwasser verwendet werden, sei ein vorbildliches Klimaschutzprojekt und erlaube den Menschen den Aufbau CO2-freien Wohlstands.

Effizienter Einsatz der Mittel

Georg Menzen, Leiter des Referats für Energieforschung im BMWi, wünschte den Forschern am Multifokus-Solarturm „viele wissenschaftliche Erkenntnisse“ und lobte die Zusammenarbeit von Bund und Land zum effizienten Einsatz der Forschungsmittel.

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