50 Jahre Briefmarkensammler: Jeder Zacken zählt

Von: hfs.
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Hans-Peter Claßen und die übrigen Mitglieder vom Jülicher Briefmarkensammlerverein sind auf ihre historische postgeschichtliche Sammlung besonders stolz. Das älteste Stück datiert aus dem Jahre 1597. Foto: hfs.

Jülich. Das Prunkstück ist ein Brief des Jülicher Herzogs aus dem Jahre 1597. Selbstverständlich im Original, aber ohne Briefmarken. „Die gab es früher bei Hofe noch nicht”, sagt Hans-Peter Claßen vom Briefmarkensammlerverein Jülich. Der Verein blickt in diesen Tagen auf ein stolzes Jubiläum zurück und freut sich auf sein neues Tauschlokal.

Als sich vor 50 Jahren Briefmarkensammler in Jülich zusammenschlossen und den Briefmarkensammlerverein Jülich gründeten, konnten sie nicht ahnen, dass man sich auch noch fünf Jahrzehnte später des Gründungsdatums recht gerne erinnern würde. Dies passierte in diesen Tagen, die Mitglieder und ihre Partner trafen sich zu einem gemütlichen Beisammensein. Hierbei wurde erstmals seit langer Zeit wieder ein Teil der postgeschichtlichen Heimatsammlung des Vereins gezeigt.

„Dies ist unser Prunkstück, ein Brief von Herzog Johann Wilhelm von Jülich aus dem Jahre 1597. Damals noch ohne Briefmarke.” Vorsichtig, hinter Folie verpackt, hält Hans-Peter Claßen es in Händen.

Er ist seit 50 Jahre dabei, als Außendienstler immer auf Achse, nimmt er sich dennoch die Zeit, dem Außenstehenden die Prachtsammlung zu zeigen. Er selbst ist auf die Sammlung von österreichischen Marken spezialisiert. „In jungen Jahren sah ich eine Serie mit tollen Motiven, seitdem bin ich auf die Alpenrepublik spezialisiert”, sagt der Broicher und blickt zurück auf die Anfänge des Jülicher Vereins.

Unkalkulierbares Risiko

„In den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts war die Außenwirkung des Vereins größer, weil die Ausstellungshallen für die Tauschbörsen teilweise kostenlos waren und die Sonderpostämter erschwinglich - heute für einen Verein ein unkalkulierbares wirtschaftliches Risiko.”

Dafür sind jetzt aber, im Gegensatz zu früher, viel mehr Vereinsmitglieder zusätzlich in verschiedenen Arbeitsgemeinschaften tätig. In diesen wird dann auch intensiv philatelistisch geforscht. „Dies macht es möglich, dass eine Konzentration auf ein bestimmtes Sammelgebiet oder eine bestimmte Zeitepoche erfolgen kann.”

Von den Aktivitäten im Jülicher Verein zeugen auch die Bücher zweier einheimischer Autoren. So hat Horst Borlinghaus über die Feldpost im Ersten Weltkrieg wichtige Daten der einzelnen Truppenteile und damit der zugehörigen Feldpost in den Jahren 1914-1918 ermittelt und mit anderen Co-Autoren zu Papier gebracht.

Kleinstmarke

Gerald Schröder wählte die kleinste Form der Briefmarken, berichtet in seinem Buch über Plattenfehler und Retuschen der Notopfer- und Wohnungsbaumarken in den Jahren 1948 bis 1956. Diese Marken hatten damals eine zweistellige Milliardenauflage, weil sie in dieser Zeit auf jeden Brief und jede Postkarte als Zwangszuschlagsmarke aufgeklebt werden mussten.

„Bei den damaligen mangelhaften technischen Produktionsmöglichkeiten waren Fehler in der Druckplatte oder bei den Zähnungsmaschinen programmiert”, berichtet Schröder.

Der Jülicher hat für sein Buch bei der Nationalen Postwertzeichen-Ausstellung in Essen im Mai 2009 als Auszeichnung eine Groß-Vermeil-Medaille erhalten.

Neues Tauschlokal

Auch für den normalen Sammler hat der BSV Jülich einiges zu bieten. So stehen alle gängigen Kataloge zum Entleihen bereit, ferner ist die Teilnahme an einem Neuheiten- oder Rundsendedienst möglich. Ab Herbst wird der Verein in seinem neuen Tauschlokal, „Haus Heitzer” auch denjenigen eine Heimat bieten, die als Münz-, Ansichtskarten- oder Heimatsammler verwandte Interessen haben.
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