450 Wanderer stürmen die Sophienhöhe

Von: ptj
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Premiere in Höllen: Viele Interessierte folgten der Einladung von Gemeinde Titz, Landschaftsverband und WDR zur Frühjahrswanderung auf den Spuren der Braunkohle. Foto: Jagodzinska

Höllen. „Auf den Spuren der Braunkohle” lautete das Thema der Frühjahrswanderung der Gemeinde Titz, des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) und der WDR-Lokalzeit aus Aachen.

Während der Fernsehsender seine Wanderreihe mit wechselnden Kooperationspartnern bereits im siebten Jahr anbietet, handelte es sich in der Gemeinde Titz um eine Premiere. Etwa 450 Interessierte hatten sich an der in der LVR-Außenstelle Höllen des Amtes für Bodendenkmalpflege eingefunden, unter ihnen viele erfahrene Wanderer mit entsprechender Ausrüstung. Auch Kinder und Hunde waren mit von der Partie.

Als Ansprechpartner für unterwegs dienten Wanderführer vom Jülicher Eifelverein, erkennbar an ihren roten Kappen. „Wir werden Ihnen das sehr interessante Naherholungsgebiet Sophienhöhe mit ausgebautem Wirtschaftswegenetz vorstellen”, hoffte der Titzer Bürgermeister Josef Nüßer darauf, dass die Gemeinde bei den vielen Auswärtigen einen guten Eindruck hinterlässt und neugierig macht auf weitere Erkundungen.

Spannende Ausstellung

Zu einer „spannenden Ausstellung” mit der Eisenzeit nachempfundener Bewirtung lud Dr. Udo Geilenbrügge, Leiter der Außenstelle, im Anschluss an die Erkundung der Sophienhöhe ein. „Schön, aber anstrengend”, war eine häufige Reaktion auf den steilen Aufstieg in eigenwillig schöner Landschaft bei günstigem Wanderwetter - der angekündigte Regen war ausgeblieben.

Die ortsansässigen Veranstalter hatten im Vorfeld für eine Streckenmarkierung mit „wasserfester Sportplatzkreide” gesorgt, wie Bettina Feldhaus es ausdrückte, Leiterin des WDR-Studios in Aachen.

Zwiespältige Gefühle löste zunächst der tiefe Blick in den Tagebau Hambach bei vielen Ortsfremden aus. Die weiteren Aussichtspunkte zählen allesamt zu den höchsten Stellen der Sophienhöhe: Das „Höller Horn” als nachgebauter, spätmittelalterlicher Erzförderturm inmitten einer Art Dünenlandschaft. Hier hat sich sogar der Steinschmätzer angesiedelt, eine in Deutschland seltene Vogelart.

Umgeben von Mammutbäumen, Wacholder und Heidekraut ist der „Jülicher Kopf”, ein abgelegener Platz rund um einen steinernen „Driftblock”. Am Fuße des Römerturms wurde schließlich auf halber Wanderstrecke eine Pause eingelegt. Auf Grund des leichten Nebels war der Kölner Dom von diesem knapp 300 Meter hoch gelegenen Nachbau eines antiken Wachturms allerdings nicht zu sehen. Der eindrucksvolle Ausblick über die abwechslungsreiche Landschaft lohnte sich allemal. RWE-Mitarbeiter, erkennbar an ihren blauen Jacken, waren gerne bereit, die eine oder andere Frage der Besucher zu beantworten.

Abstieg über den „Obstweg”

Als besonders angenehm empfunden wurde der schnelle Abstieg über den „Obstweg”, gesäumt von Obstbäumen in beginnender Blüte. Die besten Wanderer hatten den Gipfel in eineinhalb Stunden erreicht, nur wenige den Aufstieg abgebrochen.

Eine anschließende Ausstellung für Groß und Klein in der eisenzeitlichen Anlage der LVR-Außenstelle ließ die Besucher staunen, welche archäologischen Schätze die LVR-Mitarbeiter vor den Baggern gesichert haben. Nicht zuletzt mundete eine eisenzeitliche Suppe aus Gerste, Hirse, Speck und Bohnen genauso wie die Dinkelkringel aus dem Lehmbackofen.
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