400 Menschen beteiligen sich am ökumenischen Kreuzweg

Von: ptj
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„Die Macht der Liebe ist die Botschaft vom Kreuz“: Am Gipfelkreuz gedenken die Kreuzwegteilnehmer Jesu Kreuzesnot und empfangen den Schlusssegen. Foto: Jagodzinska
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Schon die Kleinsten wollen das Kreuz mittragen. Foto: Jagodzinska

Stetternich. Rund 400 Gläubige, die meisten von ihnen „im besten Sinne Wiederholungstäter“, schulterten am Karfreitag das Kreuz und machten sich auf den Weg zum traditionellen ökumenischen Kreuzweg auf die schon völlig begrünte Sophienhöhe.

Damit war die Beteiligung im Vergleich zu den Vorjahren wieder deutlich gewachsen. „Begegnungen unter dem Kreuz“ lautete das Motto, zu dem sich das ökumenische Vorbereitungsteam vom Hungertuch der aktuellen Misereor-Fastenaktion aus der Feder des Nigerianers Chidi Kwubri hatte inspirieren lassen.

Das eher schlichte Bild zeigt zwei einander zugewandte Menschen. In seinem „Kreuzwort“ am ersten Haltepunkt erinnerte Pfarrer Konny Keutmann daran, dass „du früher oder später mit deinem Kopf gegen den hässlichen Querbalken stößt, der dein Leben zu einem Kreuz macht“. Neben persönlicher Bedrängnis in jedem Menschenleben betrachtete Keutmann die Vielzahl von Kreuzen, die weltweit Menschen aufgebürdet werden.

Der Verrat an Jesus

„Nehmen wir unsere Kreuze mit auf diesen Weg und verbinden wir sie mit seinem Kreuz“, motivierte der Geistliche. Alle sechs Betrachtungsstationen mit Bibellesungen und fürbittendem Gebet wurden eingeleitet vom Lied-Ruf „Aus der Tiefe zu dir ruf ich“ und der Einleitung des Kreuzweggebetes „Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich, denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst“. „Verrat“ hatte die St. Matthias Trierbruderschaft ihre erste Station überschrieben. Sie hob die „tragischen Momente“ des Verrats an Jesus durch einen seiner engsten Vertrauten hervor, gefolgt von der Selbstreflektion „Wen habe ich verraten und warum habe ich es getan? Abschließend baten die Vorbeter um die Kraft der Verratenen, zu vergeben und für die Verräter, Reue zu finden.

„Jesus wird ausgelacht – Jesus wird verspottet“ war die Station der Kommunionkinder von St. Rochus überschrieben. Im Mittelpunkt ihrer Betrachtung stand die Geschichte „Knirps, Kugelrund und Bohnenstange“, in denen sich die verspotteten Protagonisten anfreunden, sich damit stark machen und als Mobbingopfer uninteressant werden. „Tun wir einander auch manchmal weh? Ohne es zu merken oder mit voller Absicht“, fragten die Kinder und baten abschließend: „Hilf uns, um Verzeihung zu bitten“.

Zum Thema „Aufs Kreuz gelegt“ trug die freie evangelische Gemeinde Jülich ihre Gedanken vor. Show-Ling Lee-Müller betonte dabei die Freiwilligkeit Jesu, „sich aufs Kreuz legen zu lassen“ und damit „alle Schuld auf sich zu nehmen, um deine und meine Schuld zu tilgen“. Bezüglich der Begegnungen unter dem Kreuz nahm sie auch Pilatus und die Soldaten in den Blick, die Jesus „aber nur so abwickeln“ und damit keine wirkliche Begegnung ermöglichen.

Das ehrlichste Gebet

„Leid tragen“, hatte die Frauengemeinschaft St. Rochus ihre Station überschrieben. Sie beschäftigte sich mit der Begegnung Jesu mit den weinenden Frauen. „Jesus sagt nicht „Hört auf mit dem Geheule“, sondern er erteilt ihnen „den Erziehungsauftrag, sie zu mir zu führen“. „Lasst Weinen zu, denn das ist euer ehrlichstes Gebet“, betonten die Frauen. Angesichts der vielen Gewalt, des Leides und der Einsamkeit weltweit riefen sie dazu auf, „mit auszuhalten“, zu beten und die Betroffenen „Gott ans Herz zu halten“.

„Aus und vorbei“ hieß die letzte Station auf dem Gipfelkreuz, an das das Wegkreuz mit seinen angenagelten Themenfelder angebunden wurde. „Das Kreuz ist aufgerichtet“, wurde einerseits unter aktuellen Terroraspekten und andererseits aus Jesu Kreuzesnot heraus betrachtet. Als Schlusswort betonte Keutmann: „Nicht die Liebe zur Macht, sondern die Macht der Liebe ist die Botschaft des Kreuzes. Das Leiden ist der Preis der Liebe. Gott zahlt ihn mit dem Kreuz.“ Nach dem Schlusssegen stiegen die vielen Menschen wieder bergab in das nahende Ostern.

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