390.0000 Euro für die Firma Baliopharm

Von: ptj
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Baliopharm-Chef Dr. Andreas Herrmann (r.) erklärt dem Parlamentarischen Staatssekretär Thomas Rachel die Funktion eines Skinners im Labor. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Die Firma Baliopharm liegt ein bisschen verborgen, ist aber hoch innovativ. Hier geschieht viel mehr Gutes, als die Jülicher wissen.“ So lautete das dicke Lob des Parlamentarischen Staatssekretärs des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), Thomas Rachel. Er überbrachte der 2011 als Spin-off der Celonic GmbH gegründeten, privat geführten Baliopharm GmbH bereits zum zweiten Mal einen Förderungsbescheid.

Im vergangenen Jahr ging es um die (prä)klinischen Entwicklung von „Atrosab“, eines neuen Wirkstoffs zur Behandlung von Entzündungserkrankungen wie rheumatoider Arthritis. Zum Start des neuen Projekts überbrachte der „reitende Bote“ des Bundesministeriums unlängst einen Bewilligungsbescheid über 390 145 Euro, das macht rund 50 Prozent der Kosten für die präklinische Entwicklung des Bio-Therapeutikums „Novotarg“, das eine gezieltere Behandlung von Krebs und Multipler Sklerose (MS) ermöglichen wird. MS ist die häufigste chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems in Mitteleuropa. In Deutschland sind etwa 125 000, weltweit etwa 2,5 Millionen daran erkrankt.

„Novotarg“ vernichtet selektiv und sehr spezifisch aktivierte B-Zellen (Immunzellen), die in bestimmte Tumorerkrankungen involviert sind. Dazu ist nach Bekunden von Baliopharm-Chef Dr. Andreas Herrmann die Entwicklung einer geeigneten bispezifischen Struktur, einer Zelllinie und eines Herstellungsprozesses vonnöten. Dann werden analytische Methoden zur Qualitätskontrolle aufgebaut und der Wirkstoff produziert.

Als Wirksamkeitsnachweis dienen gängige Studien an Affen, die dem Menschen am ähnlichsten sind, bevor erste Versuche zur Therapie am Menschen erfolgen. Das zukünftige Medikament wird in einem Forschungszeitraum von zwei Jahren in Kooperation mit dem Institut für Immunologie und Zellbiologie der Universität Tübingen und Professor Gundram Jung, dem Erfinder des Moleküls, entwickelt.

Das Projekt ist eines von vielen des Biopharma-Konsortiums „Neu Quadrat“, dessen Projekte mit 40 Millionen Euro gefördert werden. Zum Konsortium zählen die Firmen Merck, Evotec, Bionamics und Projektpartner. Basis der Förderungsmaßnahmen ist das „Gesundheitsprogramm 2011 – Gesundheit für alle“ des BMBF, das die Entwicklung neuartiger, spezifischer Behandlungsmethoden von Krankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-, Stoffwechsel- oder neurodegenerative Erkrankungen vorantreiben und die medizinische Regelversorgung durch die effizientere Einbringung von Forschungsergebnissen fördern will.

Hierbei sind einige Fakten interessant: „Bis ein Medikament durchkommt, vergehen zehn Jahre. Die Kosten betragen 70 bis 80 Millionen Euro. Weil aber nur ein Medikament von zehn durchkommt, wird der Betrag mit zehn multipliziert. Dann sind wir bei rund 700 Millionen Dollar“, erklärte der Baliopharm-Chef.

Die Firma hat nach dem Verkauf der Celonic von eineinhalb Jahren an die JRS Pharma in der Schwäbischen Alp „eine echte Erfolgsgeschichte“ durchlaufen. Sie finanziert sich durch diesen Verkauf. Die Mitarbeiter von Celonic und Baliopharm, beides übrigens Ausgründungen aus dem Jülicher Forschungszentrum, sind beide nach wie vor am Technologiezentrum ansässig, wie TZJ-Chef Carlo Aretz stolz in Erinnerung brachte.

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