Jülich - 39 Millionen Euro sichern die Zukunft des Forschungzentrums Jülich

39 Millionen Euro sichern die Zukunft des Forschungzentrums Jülich

Von: Antonius Wolters
Letzte Aktualisierung:
Forschungszentrum
Foto: FZ Jülich

Jülich. Die Fläche, die das Forschungszentrum Jülich (FZJ) einnimmt, ist rund 250.000 Quadratmeter groß. Das entspricht etwa 35 Fußballfeldern. Bei knapp 5900 Beschäftigten, die den Forschungscampus bevölkern, ist das gar nicht einmal so viel Platz.

„Wir wollen den Campus modernisieren und weiterentwickeln, sagt Jens Kuchenbecker, Leiter Technischer Bereich (TB) des FZJ, über laufende und anstehende Maßnahmen, die aktuell an allen Ecken und Enden des Campus in Form von Baustellen sichtbar sind oder noch werden.

Im 61. Jahr seit der Gründung 1956 sind etwa viele Gebäude oder deren Innenleben sanierungsbedürftig. „Wir planen langfristig bis 2050“, ist es laut Kuchenbecker beispielsweise vorgesehen, von 2020 an jährlich drei Prozent der Einrichtung für die Runderneuerung vorzusehen.

Das entspreche jährlichen Erhaltungsaufwendungen in Höhe von 25 bis 28 Millionen Euro. So würde innerhalb von 30 Jahren der Campus komplett erneuert.

Bevor dieses Programm gestartet wird, gibt es eine Anschubfinanzierung des Bundesforschungsministeriums, das für die Jahre 2017, 2018 und 2019 insgesamt 39 Millionen Euro an Sondermitteln für anstehende Sanierungsmaßnahmen zur Verfügung stellt. „Die politischen Entscheidungen sind getroffen“, ergänzt Forschungsstaatssekretär Thomas Rachel im Gespräch mit dem TB-Leiter. So kann Kuchenbecker noch im laufenden Jahr zwölf Millionen Euro zusätzlich verbauen, im kommenden Jahr stehen ihm weitere 21 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung.

Das Geld soll insbesondere eingesetzt werden, um einen Beitrag zu leisten, die Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen. So soll der Forschungscampus seinen CO2-Ausstoß, der mit der Aufbereitung von Wasser sowie der Produktion von Kälte und Strom verbunden ist, gegenüber 1990 um 80 Prozent reduzieren. Den Campus zu modernisieren bedeutet somit, ihn energieeffizienter zu gestalten. Das sei ein interessanter Prozess und auch ein Vorteil für die Mitarbeiter, die Infrastruktur und Einrichtungen des FZJ nutzen, merkt Kuchenbecker an.

Ersatz von Forschungseinrichtungen

Dabei geht es um den Ersatz von Forschungseinrichtungen, die baulich oft Unikate sind, und Ersatz-Neubauten von Bürogebäuden, die in Modulbauweise errichtet werden. Diese Ausführung wird gewählt, um die Bauzeiten zu halbieren oder gar zu dritteln. Zudem hat der Technische Bereich immer fertige Vorplanungen in petto, die aus der Schublade gezogen werden können, falls plötzlich frei gewordene Mittel zur Verfügung stehen. „Jetzt setzen wir eine Vielzahl kleinerer Maßnahmen um“, verweist Kuchenbecker auf anstehende Dachsanierungen und Elektroarbeiten, um die Beleuchtungseinrichtungen im FZJ auf LED-Technik umzustellen.

Zum Instandsetzungsprogramm zählt aktuell auch die Erneuerung der Hauptzufahrt, die bei vielen Besuchern des Campus schon mehr oder weniger lange Wartezeiten nach sich gezogen hat. Auch die Sanierung des Fuß- und Radweges zwischen der Haltestelle der Rurtalbahn und dem Zentrum steht aktuell auf der Agenda. Zudem sollen an der Haltestelle Fahrradboxen installiert werden, damit Mitarbeitende dort ihre Zweiräder trocken und sicher abstellen können.

Für den Elektro-Fuhrpark des Campus‘ und Gäste, die im Elektro-Mobil anreisen, ist es vorgesehen, die Infrastruktur um insgesamt acht zusätzliche Stromtankstellen zu ergänzen.

Auch über die Einrichtung einer eigenen Wasserstoff-Tankstelle wird nachgedacht, sagt der TB-Leiter. Das sei allerdings nur dann sinnvoll, wenn es im eigenen Fuhrpark Fahrzeuge mit Brennstoffzellen-Antrieb gebe, die mit Wasserstoff betrieben werden. Solche Fahrzeuge gibt es zwar, doch das FZJ hat (noch) keine in Gebrauch. Eine Tankstelle, um alleine Wasserstoff zu speichern, sei natürlich nicht notwendig.

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