Jülich - 3000 begeisterte Kinder unterm Zeltdach

3000 begeisterte Kinder unterm Zeltdach

Von: ptj
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Henrietta und Herr Quassel landen bei den regellos erscheinen Zotteln. Foto: Jagodzinska

Jülich. Ein echter Renner ist das Präventionstheaterstück „Henriettas Reise ins Weltall“ in der Reihe „Möhren, Kinder, Sensationen“ der AOK-Gesundheitskasse. Nach sieben erfolgreichen Jahren mit „Henrietta in Fructonia“ durch das Universum von Bewegung und Ernährung geht es diesmal um die Familie.

In der AOK-Zeltstadt im Stadtgarten des Brückenkopf-Parks lernten Kinder spielerisch und unterhaltsam, wie man sich durch Rituale und Regeln das Leben zu Hause in der Familie und in der Schule erleichtern kann. Aussage des Kindertheaterstücks mit amüsanten Figuren und ansprechenden Liedern ist: „Keine Familie ist wie die andere, keine ist perfekt.“

Projektleiterin Bettina Gärtner sprach in diesem Zusammenhang von einem „entlastenden Anknüpfungspunkt“ in einer Zeit vieler Patchworkfamilien und setzte nach: „Das Stück lebt von der Emotionalität, die Kinder finden sich wieder.“

Worum geht es? Henrietta gerät zu Hause ständig in Streit mit ihrem strengen Vater. Die Anforderungen in Schule und Familie werden ihr zu viel. Sie will „nie mehr aufräumen, nie mehr Händewaschen, nie mehr Hausaufgaben und kein verpasstes Elterngespräch“.

Ihr Vater will sie „auf den Mond schießen“ und genau da möchte sie auch hin. Und schon landet Herr Quassel mit seiner Rakete in ihrem Zimmer und nimmt sie mit auf Weltreise – hier überraschen sehr schöne Licht- und Geräuscheffekte.

Zunächst landen sie bei den Zotteln, die anscheinend keine Regeln kennen. Im Gegenteil handeln sie nach dem „Benimm-dich-nicht-Gedicht“ – mit wenigen Ausnahmen. Hier wollen Henrietta und Quassel nicht bleiben. Auch bei Tip und Top, die den ganzen Tag herumräumen, sind sie nicht richtig. Auch Alleinsein ist nichts für sie, wie Quassel in einem emotionalen Song mit Sologitarre auf den Punkt bringt.

Alpha, Beta und Omega in der nächsten Weltraum-Station sind drei coole und smarte Figuren, die jede Woche die Rollen wechseln, damit einer nicht unter dem anderen leidet. Doch auch damit kann sich Henrietta nicht identifizieren. Es ist eigentlich ganz einfach: „Da, wo das Herz ist, ist die Familie.“

Neben den Theateraufführungen standen Workshops für Kinder und solche für Lehrer und Erzieher auf dem Plan. In beiden ging es um Spaß, Nähe und Vertrauensaufbau.

Ein Beispiel ist der „Leiteraufzug“, bei dem eine Person auf der Leiter steht, die von vielen langsam gehoben und wieder gesenkt wird. Ein anderes ist, Personen nach der Farbe ihrer Kappen auf ihrem Kopf sortieren, die sie allerdings selber nicht kennen. Der Clou ist: Es darf keine Unterhaltung stattfinden, auch keine non-verbale.

Wettbewerbe zwischen Erwachsenen und Kindern durften ebenfalls nicht fehlen. Hier ging es bei den in einer Reihe stehenden und sich an den Händen haltenden Personen darum, sich der Reihe nach selbst durch einen Reifen zu winden – ohne den Kontakt der Hände zu lösen. Wiederholt gewannen überraschenderweise die Erwachsenen.

Das Highlight im Kinderworkshop war augenscheinlich die „Rakete“. Abgesichert von einem Erwachsenen klettert das erste Kind an zwei Leitern hoch, dann ein zweites auf mittlere Höhe und ein drittes auf geringe Höhe. Dann lässt der Erwachsene die Rakete los und die Kinder lösen ebenfalls ihren Griff an den Leitersprossen, die sie fortan nur durch sicheren Stand und das Auflegen ihrer Arme halten. Natürlich ernteten sie kräftigen Applaus.

Jülich war auf der AOK-Tour mit 22 Gastspielen bundesweit die erste Stadt im Gebiet der AOK Rheinland/Hamburg, in der die jeweils zwei morgendlichen Vorstellungen für Schulen und Kindergärten ausgebucht werden.

Hinzu kam jeweils eine offene Nachmittagsveranstaltung für Familien. An beiden Tagen fanden sich trotz wechselhaften Wetters rund 3000 Kinder ein, so viele wie an einem Familientag in Bremen. Fünf Schauspieler, ein Moderator, zwei Projektleiter, eine Assistentin, ein Techniker und ein Workshopleiter und Animateur vom Kölner Spielezirkus sorgten für das gute Gelingen und Tausende begeisterter Kinder.

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