2965 Euro für Kunst und guten Zweck

Von: Simone Dolfus
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Axel Fuchs nahm die Dinge selbst in die Hand, um einen möglichst hohen Erlös für die Kleinen Hände und „die armen Künstler“ zu erzielen. Foto: Dolfus

Jülich. Der Hammer kreiste im altehrwürdigen Hexenturm zu Jülich, doch ging es hier keiner Hexe an den Kragen. Vielmehr stand der gute Zweck im Mittelpunkt der Versteigerung des Jülicher Kunstvereins unter dem Motto „25 Jahre – 25 Werke“. Anlässlich des doppelten Jubiläums – der Kunstverein wird 35 Jahre alt, der ebenfalls in Jülich ansässige Verein „Kleine Hände“ wird 25 Jahre alt – bot Auktionator Axel Fuchs, bestens bekannt als Karnevalist bei KG Ulk und CCKG, 25 „sensationelle“ Werke feil.

Er tat dies in der ihm eigenen, launigen Art und schreckte auch nicht vor unkonventionellen Methoden zurück, um Gemälde, Fotos und Skulpturen meistbietend an den Mann oder die Frau zu bringen.

„Machen Sie’s mir nicht so schwer. Das ist für mich auch das erste Mal“, schickte er vorweg, denn das Amt des Auktionators hatte der geübte Redner wirklich noch nie inne. Als Assistentinnen standen ihm Ariane Schenk und Caroline Scherers zur Seite, die dafür sorgten, dass die Exponate für das Publikum gut zu sehen waren.

Geboten wurde bis 300 Euro in Zehner-Schritten, ab 300 Euro in 25er-Schritten, die Mindestgebote wurden von den Künstlern und Spendern selbst festgelegt. Doch aller Anfang ist schwer, und die geneigte Kunstgemeinde musste wohl erst ein wenig warmlaufen, bevor die Versteigerung Fahrt aufnahm und Werk um Werk einen Käufer fand.

Mit Wortwitz

Zunächst brauchte es allerhand Wortwitz und gewiefter Aktionen („Ich sehe doch, dass Sie interessiert sind!“), was nicht nur bei den zahlreichen anwesenden Kunstliebhabern und Künstlern, sondern auch bei der Vorsitzenden des Kunstvereins, Kirsten Müller-Lehnen hervorragend ankam: „Ich finde, es ist wunderbar gelaufen.“ Auch wenn sie selbst beinahe Opfer eines klassischen Auktionsmissverständnisses geworden wäre, als sie die Hand zum Gruß eines Bekannten hob und Axel Fuchs die Gelegenheit beim Schopfe packen wollte, aber dann doch Gnade vor Recht walten ließ.

Immer wieder forderte Fuchs die Anwesenden zum Bieten auf: „Pfötchen hoch, 300 Euro!“ Gerne packte er auch selbst an und trug so manches Gemälde eigenhändig durch die Reihen oder griff zu abenteuerlichen Argumentationen, um die Bieter zu kitzeln: „Das ist ein Öl-Gemälde für das Mindestgebot von 150 Euro. Aber ich bitte Sie, da ist schon allein für 300 Euro Öl drauf!“

Gerade im hochpreisigen Segment ab 300 Euro aufwärts taten sich die Bieter zunächst schwer, doch im Verlauf der Auktion erzielten Bilder von Kirsten Müller-Lehnen, Bettina Groos und vom renommierten Jülicher Künstler Rudolf Vaasen Preise von 300 bis 500 Euro.

Zufrieden

Müller-Lehnen wie auch die Vorsitzende der „Kleinen Hände“, Rose-Marie Kommnick zeigten sich überaus zufrieden mit dem Verlauf und der Art und Weise der Versteigerung. „Es ist eine gute Zusammenarbeit zwischen den beiden Vereinen und eine tolle Idee, Leute zusammen zu bekommen, die sowohl die Absicht haben, die Kunst zu fördern und eine Einrichtung wie die Kleinen Hände zu unterstützen“, so Müller-Lehnen. „Es war wirklich launig, und finanziell gesehen kann ich nur sagen: Jede Spende hilft uns!“, betonte Kommnick.

Und da ist auch beträchtlich etwas zusammengekommen, insgesamt 19 Werke wurden verkauft, der Gesamterlös liegt bei 2965 Euro. 60 Prozent des Erlöses gehen an die Kleinen Hände, 40 Prozent an den jeweiligen Künstler. „Wobei ich nicht verschweigen möchte, dass viele Künstler auch ganz auf ihren Anteil verzichten“, zeigte sich Dorothée Schenk als 2. Vorsitzende der Kleinen Hände sehr dankbar für die Unterstützung.

„Wir sind sprachlos“, meinten denn auch Rose-Marie Kommnick und Dorothée Schenk. Kommnick weiter: „Durch diesen Erlös können wir zum Jubiläumsfest im September die Kinder nicht nur zum Fest, sondern auch zu Burger und Getränken einladen.“ Die nicht versteigerten Objekte gehen an die Spender zurück. Wer Interesse hat, und nicht zur Auktion kommen konnte, kann Kontakt zum Kunstverein oder den Künstlern selbst aufnehmen.

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