20 Jahre Ortsbürgermeister: Vom Schiedsrichter zum „Anschieber”

Von: gep
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Seit 20 Jahren ist Jakob Leipertz Ortsbürgermeister in Freialdenhoven. Der Malermeister mag Fliederfarben und sammelt Antiquitäten. Foto: Peters

Freialdenhoven. „Ortsvorsteher mit Leib und Seele” sei Jakob Leipertz, sagt seine Frau Agnes. Das ist er jetzt seit 20 Jahren in Freialdenhoven. Im Dezember wird er 74 Jahre alt. Ob nach Ablauf der laufenden Amtszeit Schluss ist? „Wenn mich die anderen ärgern, noch nicht”, sagt er halb im Scherz. „Der macht alles lange”, bestätigt die Ehefrau.

So ist er noch immer als Malermeister tätig. „Was soll ich zu Hause?” Und „eine Mark mehr haben, ist auch schön”, fügt er hinzu.

Bei der Kommunalwahl im August 2009 setzte er sich als Einzelkämpfer mit 243 Stimmen knapp durch. Die CDU, aus der er zuvor grollend ausgetreten war, kam auf 230 Stimmen. Jetzt ist er, der 34 Jahre lang das CDU-Parteibuch besessen hat, Mitglied der FDP-Fraktion, ohne Parteimitglied der Freidemokraten zu sein.

Im September 1990 war die CDU in Gestalt von Hans Schröder und Willi an den Malermeister herangetreten mit der Frage, ob er Ortsvorsteher werden wolle.

Ins kalte Wasser

Er habe, so räumt er heute ein, damals „von allem keine Ahnung” gehabt und sei sodann „ins kalte Wasser gesprungen”. Er habe aber damals angesichts der Interessenverflechtungen in Dorf und Gemeinde keine Illusionen über sein Ehrenamt gehabt, sagt er, „weil dann deine besten Freunde deine größten Feinde werden”.

Er sucht, um etwas für sein Dorf „anzuschieben”, immer den direkten Draht zu staatlichen Behörden und politischen Entscheidungsträgern - oft ohne den Dienstweg einzuhalten. Das kann Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) bestätigen. Leipertz ist „einer der härtesten Kerle, die ich kenne”.

Aber immerhin hat der Freialdenhovener im Sommer 2009 für Spelthahn Wahlplakate im Dorf geklebt. 445 Stimmen erhielt der Kreis-Christdemokrat schließlich dort.

„Man muss in Kontakt bleiben”, beschreibt der „Anschieber” seinen direkten Draht. Derzeit arbeitet er daran, dass zwischen Freialdenhoven und Dürboslar ein Fahrradweg angelegt wird. Er packt aber auch selbst mit an und greift dabei auch in die eigene Tasche. Den Anstrich der neuen Duschen und Toiletten am Feuerwehrgerätehaus etwa hat er auf eigene Kosten erledigt,erwähnt er.

Er achtet auch auf Kleinigkeiten. „In Freialdenhoven liegen keine fünf Schnipsel Papier”, sagt er. Und damit es so bleibt, bückt er sich auch selbst auf der Straße.
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