19 Tote trüben die beste Unfallbilanz seit zehn Jahren

Von: Jörg Abels
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Tödlicher Verkehrsunfall am 5. Juni auf der Kreuzung L33/K28 bei Vettweiß. Ein 54-Jähriger stirbt im Wrack seines Wagens. Insgesamt registrierte die Polizei 2008 im Kreis Düren 15 Unfälle mit 19 Toten. Foto: Abels

Kreis Düren. Nach zwei überdurchschnittlichen Jahren ist die Zahl der Verkehrsunfälle im Kreis Düren in 2008 auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren gesunken. „Wir haben erstmals die Marke von 7000 unterschritten”, kommentierte Landrat Wolfgang Spelthahn am Mittwoch die Statistik, die nur noch 6736 Unfälle ausweist, ein Rückgang von 10,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (7557).

Gleichzeitig sank die Zahl der verunglückten Personen um 5,9 Prozent auf 1400 (2007: 1488). Allerdings wird die landesweit überdurchschittlich gute Bilanz durch zwei Wermutstropfen getrübt. Während in NRW die Zahl der Verkehrstoten sank, stieg sie im Kreis Düren auf insgesamt 19 (2007: 15). Darüber hinaus verzeichnete die Polizei ein deutliches Plus bei verunglückten Kindern (+15,6 Prozent) und Jugendlichen (+30,6 Prozent).

Zwei Ereignisse haben dabei besonders tiefe Spuren hinterlassen. Wolfgang Spelthahn erinnerte an den schweren Unfall auf der B56 bei Selhausen, bei dem ein Rentner und drei Kinder ihr Leben verloren, und an einen Schulbusunfall in Jülich mit insgesamt 46 Verletzten.

Dass die getroffenen Präventionsmaßnahmen Erfolg zeigen, belegen hingegen andere Daten. Die zuletzt doch Besorgnis erregende Entwicklung bei den in Unfällen verwickelten Senioren sank ebenso deutlich (- 31,7 Prozent) wie die Beteiligung junger Erwachsener (- 23,7 Prozent) an Unfällen.

Landrat Spelthahn begründet diese Entwicklung auch mit dem Angebot an 17-Jährige, in Begleitung eines Erwachsenen erste Erfahrungen am Steuer sammeln zu können. „Wer unter Aufsicht fährt, entwickelt ein ganz anderes Fahrverhalten”, ermutigt der Landrat junge Erwachsene, mit 17 Jahren diese Chance zu nutzen.

Deutlich rückläufig ist auch die Entwicklung bei den Motorradunfällen. Die verstärkten Kontrollen, unter anderem mit der auf der einen und die vielen Gespräche mit Anwohnern und Motorradfahrern, die die Polizei in der Eifel geführt hat, haben ihre Wirkung nicht verfehlt. Die Zahl der Motorradunfälle sank um 19,6 Prozent auf 86. Vor allem der Einsatz des Video-Motorrads hat seine Wirkung nicgt verfehlt

„Ich denke, wir haben de richtige Balance zwischen Prävention und Repression gefunden”, resümmierte landrat Spelthahn die Zahlen, machte aber auch deutlich, dass es ohne Bußgelder nun einmal nicht geht. Polizeidirektor Werner Eismar kündigte an, am eingeschlagenen Weg auch 2009 festzuhalten. Hauptaugenmerk der Polizei wird auch in Zukunft auf der Bekämpfung der Hauptunfallursachen liegen: überhöhte Geschwindigkeit (2008: 282 Fälle) und Alkohol (128) am Steuer sowie Verstoß gegen die Anschnallpflicht.

Vor allem Gurtmuffeln soll es an den Kragen gehen. Polizeirat Andreas Brings, Leiter der Direktion Verkehr, kündigte deshalb für die nächsten Tage nicht nur verstärkte Alkoholkontrollen an, die Polizei wird im Rahmen einer EU-weiten Aktion auch verstärkt den Blick auf die Anschnallpflicht werfen. „Rechnen sie damit, wir sind da”, appellierte Andreas Brings an alle Karnevalisten, bei Alkoholgenuss den Wagen stehen zu lassen und auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen.
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