18. Drachenfest von „Grisu” trotzt der Flaute

Von: ptj
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Demonstration von Ausstellungsdrachen am Himmel: Seeadler, Sverker und Gespenst aus diversen Bauaktionen fliegen auch bei wenig Wind. Foto: Jagodzinska

Ameln. Trotz „bescheidener Windverhältnisse” fanden sich am Samstagmorgen etwa 250 Besucher zum 18. Drachenfest des Amelner Drachenclubs „Grisu” auf einem Stoppelfeld nahe der Landstraße ein, darunter rund 50 aktive Flieger.

Der eine oder andere Drachen tanzte im Rhythmus der „Gema-freien” Musik in der Luft. „Die Schwänze bei diesem Wetter nicht dran machen, es ist zu wenig Wind”, rief Vereinsvorsitzender Hans Backes einigen Drachenfliegern zu.

Nicht ohne Stolz präsentierte Vorsitzender Backes hingegen eine ansehnlich Erstausstellung von Nachbauten und selbst entworfenen Exemplaren aus den jährlichen Bauaktionen des Vereins ab 1992. Angefangen hatte „Grisu” mit Applikationen in Form von Gesichtern auf kleinen quadratischen Drachen.

Werbedrachen und Fledermäuse

Es folgten Werbedrachen für Fernsehsender und Banken, Gespenster im Rahmen einer Aktion zur Integration und Fledermäuse zur Landesgartenschau. „Tolle Geschichten haben wir am nächtlichen Himmel aufgeführt”, schwärmte Backes.

Zur Ausstellung zählten zudem „Tretraeder”, ein Dreiecksdrachen von Graham Alexander Bell oder „Roloplaner” der Firma Steiff. Letztere „historische Drachen” werden aus schwer zu beschaffendem Baumwollstoff auf Holz und mit „vernünftigen” Hanfschnüren gefertigt. „Eine Therapie, wenn man damit arbeiten darf”, betonte der Vorsitzende.

Steiff-Drachen von 1952

Der älteste Drachen auf dem Platz war ein „Roloplan” Steiff-Drachen von 1952. Zu sehen waren zudem „Sverker”-Wikingerschiffe, Seeadler, Flöhe als stablose „Arbeitsdrachen” für Kameras oder zur Lastenhebung, eine Weiterentwicklung der Nasa. Fahnen für jedes Vereinsmitglied, „Parabolica”-Drachen in Form eines gebogenen Stabes (ein Entwurf von Backes), kleine Windspiele mit Luftöffnungen in Schildkröten- oder Käferform und der Albatros als aktuelles Thema komplettieren die Sammlung, zu der jeweils ein passender Pin angeboten wird.

Es wehte gerade genug Wind, um einige Ausstellungsstücke am Himmel zu demonstrieren. Die Rahmenbedingungen stimmten: Einen Großteil der Logistik und die Bewirtung aus einheimischen Produkten übernahm traditionell die Amelner Feuerwehr, Bauern stellten ihre abgeernteten Felder zur Verfügung.

Am Abend fanden sich mindestens 1500 Besucher zum Nachtfliegen mit beleuchteten Drachen ein - einer lieb gewordenen Tradition mit Volksfestcharakter in Ameln. Auch hier waren nur wenige Leuchtdrachen am Himmel zu sehen, der fehlende Wind musste durch Laufkraft ersetzt werden. Zwei mit Feuerwerk ausgestattete Drachen versprühten ihre prachtvollen Funken anlässlich einer Hochzeit. Brennende Laternen und ein Lagerfeuer bildeten das romantische Ambiente eines gemütlichen Zusammenseins in lauer Spätsommernacht.
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