1600 Jülicher Kinder setzen ein Zeichen für Frieden

Von: ptj
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Warming-Up auf dem Marktplatz: Die rund 1.600 Teilnehmer aus insgesamt zehn Jülicher Schulen nehmen es begeistert auf. Foto: Jagodzinska
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Massenauflauf: Freudig laufen rund 1600 Jülicher Schüler viele Runden durch den Stadtkern. Foto: Jagodzinska

Jülich. Rund 1600 Kinder und Jugendliche aus insgesamt zehn Jülicher Grund- und weiterführenden Schulen wollen „gemeinsam in Frieden leben“ und setzten sich deshalb unter diesem Motto im sechsten Jülicher Friedenslauf bei optimalen Laufbedingungen für Frieden und Geflüchtete ein.

Die Jülicher Aktion unter Federführung von Maria Schmelzer und Josef Jansen ist eine von bundesweit sieben Friedensläufen, an denen aktuell knapp 15 000 Schüler teilnehmen. Dabei ist der Lauf um den Stadtkern nicht nur äußeres Zeichen, sondern auch ein Sponsorenlauf für Friedensprojekte des „Forum Ziviler Friedensdienst“ (forumZFD).

Zuvor hatten die teilnehmenden Schulen die Hintergrundthematik im Unterricht behandelt und in ihrem Umfeld Sponsoren gesucht, die ihnen pro gelaufener Runde einen selbst festgelegten Betrag spenden. Das einführende Bühnenprogramm wurde moderiert von Theaterpädagogin und Schauspielerin Heike Werntgen und KiKa-Moderator „Fug“ alias Fulgencio Morente Gomez.

Erst aufwärmen

In Vertretung von Schirmherr Axel Fuchs begrüßte Dezernentin Doris Vogel die Riesenmenge – das Teilnehmerfeld in Jülich ist größer als etwa in Bonn. Vogel, die bekannterweise „selbst viel mit Flüchtlingen arbeitet“ und die Problematiken kennt, weiß deshalb den Einsatz der Schulen besonders zu schätzen. „Großartig, dass ihr heute für diese gute Sache lauft“, betonte sie strahlend.

Die „Musik AG“ der Schirmerschule unter Leitung von Andreas Jacobs rappte, „Eva“ und „Emily“ bereiteten die Läufer mit einem freudig angenommenen „Warming up“ vor. Beim Startschuss in Richtung Hexenturm legten sich besonders die Grundschüler mächtig ins Zeug, der ein oder andere Lehrer schloss sich spontan den Läufern an. Dichtes Gedränge herrschte an der Versorgungsmeile mit Bananen und Wasser als Stärkung für die Teilnehmer, viele Schaulustige applaudierten an der Absperrung.

Gerne informierte das „forum ZFD“ am Infostand auf dem Marktplatz über Projekte, die mit Hilfe der Sponsoren ermöglicht werden. Ein Beispiel heißt „Future together now – gemeinsame Zukunft jetzt“. Im Projektrahmen bildet das forumZFD syrische Flüchtlinge und Libanesen in gewaltfreier Konfliktberatung und Gemeindearbeit aus.

Denn in vielen Orten im Libanon entlang der Grenze zu Syrien haben Menschen zahlreiche Geflüchtete aufgenommen. Es mangelt an Wohnraum, Arbeitsplätzen, Kitas und Schulen. Die solchermaßen ausgebildeten Gemeindearbeiter sind für Gespräche mit Einheimischen und Geflüchteten offen. Sie entwickeln mit den Menschen Ideen für ein besseres Zusammenleben und helfen selbst tatkräftig mit.

Recycling-Projekt

Auf diese Weise ist etwa ein Recycling-Projekt entstanden, eines von vielen, in dem Syrer und Libanesen zusammenarbeiten. Die Familien im Viertel „Bar Elias“ haben spezielle Mülltonnen erhalten, in denen sie Blech und Plastik aussortieren, das anschließend verkauft wird. Über die Verwendung der Erlöse entscheiden die Menschen selbst. Auch in Deutschland bildet das Forum Sozialarbeiter für die Arbeit in interkulturellen Konflikten aus.

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