13 Gutachten reichen der Mehrheit im Ausschuss

Von: -vpu-/mio
Letzte Aktualisierung:

Jülich. Das Interesse war groß. Im Großen Sitzungssaal des Neuen Rathauses blieb am Donnerstag kein Besucherstuhl frei, als der Planungsausschuss über die Offenlage der zahlreichen Gutachten zur geplanten Erweiterung der Wellpappenwerke Carl Eichhorn KG am Ortseingang Kirchberg zu befinden hatte.

13 Expertisen an der Zahl liegen vor und beschäftigen sich mit den Auswirkungen zum Beispiel auf den Verkehr, den Lärm, das nahe Naturschutzgebiet, die Umwelt und mehr. Im Gremium und mit den redeberechtigten Besuchern gab es eine Debatte, ob nicht zwei Gutachten fehlen.

Jürgen Laufs (Grüne) erinnerte daran, dass der Ausschuss einen Antrag der CDU unterstützt hatte, ebenfalls gutachterlich eine 28-Meter-Variante des geplanten Hochregallagers (statt 35 m) prüfen zu lassen – und die sozioökonomischen Auswirkungen im Jülicher Ortsteil. Um es kurz zu machen: Die Mehrheit, Ausschussvorsitzender Christian Klems (Jül) und die Verwaltung sahen das anders. Alle relevanten Informationen zu diesen beiden Punkten seien zu finden, allerdings nicht zusammengefasst an einer Stelle, sondern über die verschiedenen Gutachten verteilt.

Erich Gussen für den Antragsteller (CDU): „Das wurde abgearbeitet, wir können das an mehreren Stellen nachvollziehen.“ Die politische Mehrheit – außer den Grünen – schien die Inhalte der Expertisen so zu verstehen, dass den Erweiterungsplänen des Unternehmens wohl nichts grundlegend entgegen steht. Ein Beschluss darüber wurde allerdings nicht gefasst, jedoch – bei jeweils zwei Nein-Stimmen – die Offenlage der Gutachten sowohl im Bebauungsplan- als auch im Flächennutzungsplanverfahren. Hier besteht die Möglichkeit, Einwände vorzutragen. Die BI-Vertreter kündigten nach der Sitzung an, auf diesem Wege „Mängel“ der Expertisen zu thematisieren.

Die angemahnten vermeintlich „fehlenden Gutachten“ waren schon im Vorfeld der Sitzung von der Bürgerinitiative kritisiert worden. Deren Vertreter reagierten im Neuen Rathaus enttäuscht. Thomas Filser vermisste die Bereitschaft, auf die Sorgen und Wünsche der Kirchberger einzugehen, sondern sah die Bürger sogar in der Pflicht, selbst Alternativen zu suchen: „Es wird nicht ansatzweise versucht, eine Lösung zu finden. Es kann nicht sein, dass wir Bürger uns etwas aus dem Kopf drücken müssen.“ Neben den Ausmaßen des Hochregallagers ist den Kirchbergern die Industriebrücke über die Wymarstraße ein Dorn im Auge. Ein Bürger monierte, dass die Eichhorn KG eine Tunnellösung aus Kostengründen ablehne. Bei geplanten Gesamtinvestitionen von 50 Millionen Euro seien die hierfür notwendigen Mehraufwendungen aber vergleichsweise gering.

Ein Firmenvertreter sagte in Richtung der Kritiker, dass sich die Situation am Ortseingang nach dem Abriss der alten Papierfabrik und der Renaturierung des Mühlenteiches „massiv verbessert“ habe. „Das Unternehmen hat dafür viel Geld in die Hand genommen.“ Die Maßnahmen seien im Rahmen eines Gesamtkonzeptes zu sehen. „Das bringt Kirchberg Vorteile.“

Die Zuschauer der Ausschusssitzung ließen erkennen, dass sie das anders sehen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert