12.800 haben im Jülicher Land schon gewählt

Von: hfs.
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Wahlleiter Frank Muckel brauchte sich mit seinen Mitarbeitern über den Andrang von Briefwählerinnen und -wählern in der Stadtverwaltung Jülich in den letzten Tagen nicht zu beklagen. Foto: hfs.

Jülich. Am Sonntag, dem Tag der Bundestagswahl, könnte es in den Wahllokalen im Altkreis Jülich recht beschaulich zugehen. Das liegt allerdings weniger daran, dass die Wahlberechtigten keine Lust haben und wahlmüde sind, sondern schlicht und einfach daran, dass immer mehr Bürger die Möglichkeit der Briefwahl entdeckt haben. In dieser Hinsicht sind es Rekordzahlen, wie bei den Wahlbüros der Städte Jülich sowie den Gemeinden Aldenhoven, Titz und Inden zu erfahren war.

„Die einzige Erklärung, die ich für die hohe Briefwahlbeteiligung sehe, ist vielleicht die Möglichkeit, dass sich die Bürger etwas anderes vorgenommen haben, als am Sonntag ins Wahllokal zu gehen und dort vielleicht warten müssen“, sagt Peter Wirtz, Leiter des Titzer Wahlbüros.

Mit Blick auf seine aktuelle Statistik stellt er fest, dass die Wahlbeteiligung – Stand Dienstagmittag – schon bei über 22 Prozent lag. „Bisher haben bereits über 1500 Bürger gewählt, bei der letzten Bundestagwahl hatten wir insgesamt nur 1190 Briefwähler.“ Der Titzer „Wahlleiter“ findet auch die hohe Zahl der Online-Briefwahlanträge beachtlich. Waren es 2009 nur 80, wurden 2013 bisher 237 Internet-Formulare gezählt.

„Eine wirklich erstaunliche Entwicklung“, sagt Wirtz, der auf Grund der bisherigen Wahlbeteiligung von einem eher ruhigen Wahlsonntag ausgeht.

In Aldenhoven ist das Bild ähnlich: „Bisher haben wir 2271 Briefwähler, Tendenz noch immer steigend“, sagt Franz-Josef Krieger, Abteilungsleiter in der Aldenhovener Verwaltung, lachend. Bezogen auf insgesamt 10128 Wahlberechtigte in der Gemeinde hatten damit bis zum gestrigen Tag schon 22,4 Prozent ihre Stimme abgegeben.

Von diesen Wählern haben es 453 vorgezogen, ihre Briefwahlabsicht per Internet zu erklären. Denn das ist eine von drei Möglichkeiten. „Die zweite Möglichkeit ist, sich über eine Wahlberechtigungskarte für die Briefwahl zu entscheiden. Oder aber man kommt persönlich vorbei“, sagt Krieger, der ebenfalls einen deutlichen Anstieg des Briefwahl-Aufkommens gegenüber der letzten Wahl registriert.

Frank Muckel von der Stadtverwaltung Jülich schlägt in die selbe Kerbe. „Bisher haben wir 5800, bis zum Freitagabend, 18 Uhr, werden es sicher über 6000 Bürger sein, die Briefwahl gemacht haben.“ Auch in der Herzogstadt sind die Anträge über das Internet sprunghaft gestiegen.

„Die Leute schätzen die Einfachheit, mit der sie an die Unterlagen kommen“, meint Muckel, der sich mit Kolleginnen und Kollegen in den letzten Tagen im Wahlbüro der Jülicher Stadtverwaltung über den Andrang von Wahlberechtigten – insgesamt dürfen im Stadtgebiet 24.872 Bürger am Sonntag wählen – nicht zu beklagen brauchte. Sehr viele Wählerinnen und Wähler machten praktisch „Briefwahl vor Ort“.

Ob der Trend zur hohen Briefwahlbeteiligung dazu führt, dass am Sonntag die Wahlbeteiligung ebenfalls ansteigt, könne man nicht abschätzen, sagt Muckel. Eigentlich wird ein „wichtiger Grund“ wie Krankheit, körperliches Gebrechen, hohes Alter, eine berufliche Verpflichtung oder auch ein Urlaub für die Möglichkeit der Briefwahl vorausgesetzt, was zu überprüfen aber kaum möglich erscheint. „Es kann natürlich auch am Sonntag in den einzelnen Wahllokalen noch viel Betrieb herrschen.“

Bei der Bundestagswahl 2009 lag die Wahlbeteiligung in der Stadt Jülich bei 73,8 Prozent, während bundesweit mit 70,8 Prozent die niedrigste Beteiligung bei einer Bundestagswahl seit 1949 verzeichnet worden ist.

„Es beteiligen sich dieses Mal viel mehr Bürger an der Briefwahl“, stellt auch Achim Schain von der Gemeinde Inden fest. Bis Dienstag hatten 1230 Wahlberechtigte in der Gemeinde Briefwahl bevorzugt. „Wir liegen damit bei 21,8 Prozent“, sagt Schain.

Einen leichten Briefwahl-Anstieg vermeldet Markus Clemens von der Stadt Linnich. Bislang gingen 1981 Anträge bei 10 120 Wahlberechtigte ein. Linnich liege, so Clemens „im Trend der letzten Wahlen“. Zum Vergleich: 2009 warfen insgesamt 1973 Wähler in Linnich schon vorher ihr Stimm-Kuvert in die Wahlurne.

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