100. Todestag des Siersdorfer Kirchenmalers Matthias Goebbels

Von: Adi Zantis
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Der geöffnete Altarflügel in
Der geöffnete Altarflügel in St. Johannes Siersdorf mit dem Szenen-Bild „Jesus am Ölberg”. Foto: Zantis

Siersdorf. Wenn sich am 6. September zum 100. Mal der Todestag des Kirchenmalers Matthias Goebbels jährt und eine Ausstellung in der Abtei Rolduc (Kerkrade) seine Werke in besonderer Weise würdigt, wird man sich auch in Siersdorf an den Priester und Künstler erinnern.

Neben seiner großen und prächtigen Ausmalung der Abtei-Kirche Rolduc als anerkanntes Meisterwerk hat der ehemalige Aachener Domherr auch in der Siersdorfer Ordenskirche die großen Flügel des Antwerpener Schnitzeraltares aus dem Jahre 1520 ausgemalt.

Die bildlichen Darstellungen auf den weit ausladenden Altarflügeln in der St.-Johannes-Kirche wurden 1882 fertig gestellt. Nach Überlieferung hat Matthias Goebbels die Arbeiten ohne Vergütung durch die Gemeinde vorgenommen. Dazu seine bemerkenswerte Begründung: „Für Siersdorf als Geburts- und Heimatort meines Vaters sowie für meine Verwandten und Freunde, die meinem Herzen nahe stehen.”

Die zugeklappten Flügel des Altares zeigen links die Taufe Jesu durch Johannes den Täufer am Jordan. Rechts ist das abgeschlagene Haupt des Johannes auf einer Schale zu sehen, die von Salome gehalten wird. In der Mitte die Verkündigung des Erzengels Gabriel an Zacharias mit Anweisung für den Namen Johannes, sowie die Geburt des Johannes mit Vater Zacharias, der den Namen „Johannes” auf eine Tafel schreibt. Unten ist die Szene mit dem predigenden Johannes und seinen Zuhörern dargestellt, unter denen sich der Maler Goebbels als Besonderheit selber abgebildet hat.

Im geöffneten Zustand zeigen die Flügel Jesus am Ölberg mit den schlafenden Jüngern, der Auferstandene über dem Grab schwebend sowie in weiteren Szenen die sechs Propheten.

Matthias Goebbels wurde am 19. März 1836 in Baesweiler geboren. Er studierte Theologie, wurde 1859 zum Priester geweiht und war Kaplan an St. Maria im Kapitol in Köln. Während dieser Zeit widmete er sich 32 Jahre lang ausschließlich der kirchlichen Malerei. Mit einem großen Talent ausgestattet malte Goebbels mit geradezu besessenem Eifer in den großen Kölner Kirchen. Aber auch im Aachener Raum und im Grenzland war die Kunst des Priestermalers gefragt. Unter seinen Werken gilt die farbenprächtige Ausgestaltung der Abteikirche Rolduc als eines seiner bedeutendsten Schöpfungen.

In Würdigung seiner Verdienste wurde der Künstler und Priester im Jahre 1892 zum Kanonikus am Hohen Dom zu Aachen ernannt. Am 6. September 1911 starb Matthias Goebbels in Aachen und wurde auf seinen ausdrücklichen Wunsch hin auf dem Baesweiler Friedhof im Familiengrab beigesetzt. Die Grabstätte der Familie Dohms-Goebbels ist noch erhalten.
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