1:0 für den Steinkauz: Abpfiff für den Sportplatzneubau

Von: ojo
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Linnich. 1:0 für den Steinkauz. Auf diesen flapsigen Nenner ließe sich das Ergebnis zur Neuanlage eines Sportplatzes in Gereonsweiler reduzieren.

Das Vorhaben, am Ortsrand hinter der Bürgerhalle und der Kölnstraße einen Sportplatz nebst Kleinspielfeld auf die grüne Wiese zu legen, ist vom Kreis als Genehmigungsbehörde abgewiesen worden. Begründung:

Das Vorhaben verstoße gegen den Flächennutzungsplan. In dem ist der fragliche Bereich als „Fläche für die Landwirtschaft” ausgewiesen. Außerdem seien Naturschutzbelange berührt, weil das Grundstück eine Dauergrünfläche darstelle, die mit Pappeln und Eichen eingefasst sei und es sich um einen geschützten Landschaftsteil handele. Und schließlich sei eben auch ein Steinkauzvorkommen in diesem Bereich zu verzeichnen. Da die Notwendigkeit nicht erkennbar sei, in diesem Bereich einen Sportplatz anzulegen, und kein Alternativvorschlag angegeben sei, werde die Bauvoranfrage abgewiesen.

Mark Dremel (PKL), Ortsvorsteher von Gereonsweiler, wollte die Ablehnung „nicht kommentarlos” schlucken. Er sei regelrecht sauer, eröffnete er den Mitgliedern des Bau- und Umweltausschusses einen Blick auf seinen Gemütszustand. „Die Stadt hatte die einmalige Chance, kostenlos einen neuen Sportplatz zu bekommen.” Diese Chance sei mit der Ablehnung durch den Kreis dahin und werde wohl auf Jahrzehnte nicht wiederkehren.

Dremels Ärger richtete sich aber nicht in erster Linie auf die Genehmigungsbehörde. Er haderte mit der eigenen Stadtverwaltung. Er habe bestätigt bekommen, dass sich die Stadt beim Kreis nicht in dem Maße für das Sportplatzvorhaben eingesetzt habe, wie man das erwartet habe. „Ich muss mich fragen: War das fahrlässiger Umgang mit einer großen Chance oder schlicht Ignoranz?” Der Gereonsweiler Ortsvorsteher nahm letztlich auch den Bürgermeister scharf ins Visier. Dieser habe auf das Vorhaben und dessen Aussicht auf Verwirklichung signalisiert, er sähe kein Problem darin. Bürgermeister Wolfgang Witkopp ließ den Vorwurf unbeantwortet. „Meine Erwiderung würde nur ebenso emotional ausfallen wie die Äußerungen Herrn Dremels.”

Aufmerksame Zuhörer in der Sitzung waren etliche Gereonsweiler, die in einer Bürgerinitiative Front gegen die Sportplatz-Pläne gemacht hatte. Sie sahen ihre erhobenen Einwände mit der Ablehnung durch den Kreis als bestätigt.
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