Zwillingspaar regiert die Narren in Dremmen und Straeten

Von: Anna Petra Thomas
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Die Brüder Schmitz schwingen die närrischen Zepter: David I. in Rot regiert bei der KG Drömmer Hahne, Daniel I. in Blau bei der KG La Strada Olé in Straeten. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg-Dremmen/Straeten. Zwei Karnevalsgesellschaften und nur ein Prinz, der abwechselnd ins rote und ins blaue Ornat schlüpft? Das könnte man beim ersten Blick auf die jecken Regenten annehmen. Aber es sind tatsächlich zwei, die beiden Prinzen aus der Pütter Familie Schmitz, jedoch sehen sie aus wie ein und derselbe.

Zwillinge herrschen in dieser Session zeitgleich über die Narrenscharen in Dremmen und in Straeten: David I. regiert mit seiner Prinzessin Steffi Toerschen bei der KG Drömmer Hahne. Daniel I. und Kim I. (Michalek) sind die Tollitäten bei der KV La Strada Olé in Straeten.

Dass sie es beide weit bringen würden im Karnevalsgeschehen, war eigentlich schon klar, als sie am 9. Juni 1987 das Licht der Welt erblickten, der Straetener Prinz übrigens neun Minuten früher als sein Bruder. Schon der Großvater, Heinz Schröder, war als Pütter Original aus dem Karnevalsgeschehen bei der Karnevalsvereinigung Wooder Wend in Waldenrath nicht wegzudenken und hatte sein karnevalistisches Blut seiner Tochter vererbt.

Doppelte Prinzenmutter

Die doppelte Prinzenmutter Karin Schmitz, in Pütt und Waldenrath viel besser bekannt als die Bauersfrau „Tuesnelda“, stand hier knapp 40 Jahre in der Bütt, bis eine Krankheit sie vor einigen Jahren aus dem Karnevalstrubel herauskatapultierte. „Aber sie hat sich richtig gefreut, als sie erfahren hat, dass wir beide zugleich Prinzen sind“, erzählt David. Mehr nochwird sie in der Session in beiden Gesellschaften wieder in der Bütt zu sehen sein. Für Daniel wird sie am kommenden Sonntag, 8. Januar, aktiv, wenn er in der Straetener Mehrzweckhalle proklamiert wird. Für David tritt sie beim Prinzenempfang Mitte Januar auf. Offiziell proklamiert wird er in Dremmen erst am 11. Februar.

Schon im Kinderwagen habe die Mama sie durch den berühmten Waldenrather Veilchendienstagszug geschoben, erzählen die beiden. Ihr Kindheitstraum, einmal Prinz zu sein, hätte sich jedoch in Waldenrath nicht erfüllen lassen, denn der Wooder Wend hat traditionell gar keinen Prinzen. Also sahen sich die beiden in der Nachbarschaft um. Dass sie nun zeitgleich ihre Regentschaft über die Narren ausleben dürfen, ist eher dem Zufall zu verdanken.

David, der zwar inzwischen in Bocket wohnt, kam über einen Freund zu den Hahne nach Dremmen und ist hier schon seit ein paar Jahren im Elferrat aktiv. Eigentlich sei die Prinzenliste für die nächsten Jahre immer recht lang, berichtet er. Als jedoch vor zwei Jahren ein Kandidat abgesprungen sei, habe er sich um das Amt beworben, erzählt er. Zwei Hürden mussten dabei jedoch genommen werden. Die eine war, dass seine Prinzessin nur dabei sein wollte, wenn er versprach, sie auch zu heiraten. Die andere war sein Wunsch, dass der Prinzenwagen aus Dremmen auch beim Waldenrather Veilchendienstagszug mitrollen sollte. Als das geregelt war, stand der Regentschaft nichts mehr im Weg.

Daniel, der in Straeten lebt, hat dagegen quasi ein Heimspiel. Er ist zwar bei La Strada Olé auch im Elferrat aktiv, viel mehr noch liebt der gelernte Land- und Pferdewirt es aber, mit seinem Traktor im Karnevalszug unterwegs zu sein. Und am allerliebsten würde er für die Züge in Straeten und Waldenrath sogar selbst seinen Traktor fahren, verrät er schmunzelnd. Er muss sich noch ein bisschen daran gewöhnen, dieses Mal der Mittelpunkt des Geschehens zu sein.

Gewünscht hätte er sich das eigentlich erst für die kommende Session, aber jetzt zeitgleich mit seinem Bruder im Amt zu sein, das sei doch etwas Besonderes, betont er.

Musik und Kamelle

Ein Motto hat übrigens nur der Straetener Prinz. „Mit Hufgeklapper und Traktorgebrumm halten wir La Strada in Schwung“, heißt es da. Und auch der Orden zeigt ein Pferd und einen Traktor. In Dremmen gebe es nur ein Motto für den Rosenmontagszug, erklärt David. Und das werde erst nach der Mitgliederversammlung bekanntgegeben, die Mitte Januar stattfindet.

Den Orden in Dremmen ziert ein großer Schankwagen, wie ihn David in seinem Verleihprogramm hat. Neben seiner Tätigkeit als Abteilungsleiter in einem Supermarkt betreibt er noch ein eigenes Dienstleistungsunternehmen für die Ausstattung von Veranstaltungen mit Zelten, Schankwagen und vielem anderen mehr. Feiern ist er also gewohnt, nicht nur im Karneval.

Beantworten die beiden viele Fragen gleich, machen sie doch Unterschiede bei der spontanen Antwort auf die Frage, warum ihnen der Karneval so gut gefällt. Für David ist es vor allem die Musik, die damit verbunden ist. Schon als Kind habe er es geliebt, wenn Willy Millowitsch vom treuen Husaren gesungen habe. Heute sei er natürlich vor allem ein Fan der Höhner, er als „Ober-Hahn“ in Dremmen, schmunzelt er. Für Daniel sind es dagegen vor allem die strahlenden Augen der Kinder, die am Rand des Zugwegs stehen und auf die Kamelle warten.

Für Verwirrung haben die beiden übrigens seit dem 11.11. schon auf einigen Sitzungen gesorgt. Nach dem Jahreswechsel brennen sie jetzt gemeinsam schon darauf, „dass es richtig losgeht“. Ganz besonders freuen sie sich auf ihre gemeinsamen Auftritte, vor allem auf die Rathauserstürmung am Karnevalssamstag in Heinsberg und auf den Cityzug durch die Innenstadt am Tulpensonntag.

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