Zweites Konzert des Projektchors: Lieder des einstigen Propstes

Von: Anna Petra Thomas
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Auch in seinem zweiten Konzert ließ der Willms-Projektchor in der Heinsberger Christuskirche die Lieder und Texte des ehemaligen Heinsberger Propstes Wilhelm Willms lebendig werden. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. Wilhelm Willms, der von 1973 an für neun Jahre als Propst an St. Gangolf in Heinsberg wirkte und 2002 starb, hat der Nachwelt einen reichen Schatz an geistlichen Liedern und Texten hinterlassen.

Grund genug für den 2010 gegründeten Willms-Projektchor, nach einem ersten Konzertabend, in dem der Mensch Wilhelm Willms im Mittelpunkt stand, jetzt in der Heinsberger Christuskirche vor allem den Geist seiner Texte lebendig werden zu lassen.

Reicher Schatz

Einen reichen Schatz davon hütet hier Kantor Willi Kann, der zu Zeiten des Wirkens von Willms in Heinsberg Kantor an St. Gangolf war. Er hatte auch das Programm des aktuellen Abends zusammengestellt, bei dem sich die mittlerweile rund 30 Chormitglieder über eine vollbesetzte Kirche freuten.

Von den vielen Zuhörern fast unbemerkt hatten sie sich zu Beginn des Konzerts im Kirchenschiff von hinten rund ums Publikum verteilt, um dann ein „Holy“ anzustimmen und damit in den Altarbereich zu ziehen, musikalisch begleitet von Willi Kann (Klavier), Jakob Gerards (E-Gitarre), Brigitte Jansen (Flöte) und Peter Jansen (Schlagzeug).

Flamme weitergeben

Tradition sei nicht, die Asche zu bewahren, sondern die Flamme weiterzugeben, erklärte Pfarrer Sebastian Walde in Anlehnung an Thomas Morus in seiner Begrüßung. Die Texte von Wilhelm Willms seien nach wie vor lebendig und Wert, gewahrt und weitergetragen zu werden. Willms habe neue Worte gefunden, Worte, die verbinden würden, die Mauern gesprengt hätten, auch die unsichtbaren zwischen evangelischer und katholischer Kirche, zwischen Himmel und Erde.

In den Liedern, die der Chor in dem gut einstündigen Konzert präsentierte, wurden vor allem die bildreiche Sprache und die gelungen Wortspiele von Willms deutlich. „Ich seh es kommen, wie alle Frommen arm werden auf Erden und Arm in Arm, leicht und mit Charme, einziehn ins Himmelarm, einziehn ins Himmelreich“, lautete da etwa der Refrain in einem Gemeindelied aus dem Musikspiel „Franz von Assisi“.

Zwischen den Gesangsbeiträgen erinnerte sich Kann vieler, auch sehr persönlicher Begegnungen mit Willms. Er las einen Brief vor, den er von ihm zur Geburt seiner Tochter erhalten hatte, und er erinnerte an Willms Trauerfeier in St. Gangolf, wo die Trauergemeinde am Ende eines der ganz bekannten Lieder von Willms angestimmt hatte: „Der Himmel geht über allen auf, auf alle über, über allen auf.“ Und er las Texte, die er auch mit seinen Schulklassen in der Realschule oft diskutiert hatte, etwa den von den Menschen, die so satt und doch unersättlich sind.

Hoffnung auf weitere Auflage

Ohne eine Zugabe ließen die Zuhörer den Chor nicht gehen. Walde gab seiner Hoffnung Ausdruck, schon bald wieder zu einem Willms-Abend einladen zu können.

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