Wassenberg/Erkelenz - Zwei Künstlerinnen im Johanniter-Stift in Wassenberg

Zwei Künstlerinnen im Johanniter-Stift in Wassenberg

Letzte Aktualisierung:
8684916.jpg
Künstlerinnen Brigitte Böckels (l) und Ulrike Schöpgens (r). Die Ausstellung ist noch bis zum 5. Januar zu sehen.

Wassenberg/Erkelenz. Eine Retrospektive, bei der das Gesamtwerk eines Künstlers gezeigt wird, markiert oft dessen letzte Lebensphase. Doch in der Mitte anzuhalten und zurückzublicken auf die eigene Entwicklung, vor allem auf den malerischen Beginn, dazu gehört viel Mut.

Ulrike Schöpgens aus Gerderath und Brigitte Böckels aus Erkelenz haben diesen Schritt getan mit ihrer Ausstellung „Rückblick – Mal ganz anders. Werke von Beginn bis Heute“ im Johanniter-Stift Wassenberg, die noch bis zum 5. Januar zu sehen ist.

Bei beiden Künstlerinnen wird deutlich, dass sie sich kontinuierlich fortentwickelt haben, ihrem Kunstverständnis jedoch treu geblieben sind.

Da sind zum einen die Bilder von Ulrike Schöpgens, die immer realistisch gemalt hat und malt. Bei der 1967 geborenen Malerin fällt jedoch auf, dass sie in ihren Anfängen, sich thematisch mit ihren Vorlagen auseinandersetzte. Eindrucksvolle Beispiele hierfür sind ihre Bilder „Jessica Alba“ oder „Rihanna“, detaillierte realitätsnahe Porträts jener Stars.

Ulrike Schöpgens zeigt Landschaften, Städteansichten wie „Venedig“ und „Mondschein“ sowie Personen wie eine Afrikanerin. Am Ende stehen dann Bilder wie „Vergangenheit“, ein langer Flur, der in seiner räumlichen Weite noch mehr betont wird durch den Blick der jungen Frau am Bett, die wie verloren in ihm wirkt, und das „Stillleben“, bei dem die Farbpalette aus dem bräunlichen Segment entnommen wurde.

Einmal mehr wird deutlich, dass Ulrike Schöpgens freier wird im Umgang mit ihren Vorlagen. Sie wählt bestimmte Ausschnitte, spielt mit Hell-Dunkel-Verhältnissen und mit der Perspektive und der räumlichen Wirkung.

„Die Künstlerin Ulrike Schöpens hat sich das realistische Fach in der Kunst gesucht“, erklärte Kunsthistoriker Dirk Tölke bei der Ausstellungseröffnung. Doch ihre künstlerische Auseinandersetzung sei jetzt freier. Ihr gehe es darum, dem Betrachter die Stimmungslage deutlicher zu machen, sagte er. „Mir geht es darum, Bilder zu malen, in die ich Herz und Gefühl hineinlege“, erläuterte Ulrike Schöpgens.

Ganz anders sind die Bilder von Brigitte Böckels. Die 1960 geborene Künstlerin zeigt ihre Werke im Fünfjahresabstand.

Handelt es sich zu Beginn noch um Studien in Aquarell wie „Apfelsine“, „Cola Dose“ und „Papageienblüte“, so markiert das Jahr 2000 mit dem Bild „Lebenskraft“ eine entscheidende Wendung.

Abstrahierte Linien und das Spiel mit den Materialien, hier Acryl, Aquarell und Wachs, zeigen bereits, dass Brigitte Böckels sich von den Vorgaben gelöst hat und ihr Interesse der Oberflächen- und Materialstruktur gehört. Mit beiden spielt sie förmlich. „Die Reduzierung kommt zustande mit der Material- und Formstruktur“, erläuterte Dr. Tölke.

Brigitte Böckels habe ein Gefühl dafür entwickelt, welche Farben und Materialien Atmosphäre und Stimmung geben. „Ich hege nicht den Wunsch, schöne Dinge zu machen, sondern ich versuche, dem Bild den Ausdruck zu verleihen, der mir wichtig ist“, umschrieb sie selbst. Eindrucksvolle Beispiele sind ihre „Gedanken“, jenes Bild, das Dirk Tölke aufgrund des Auftrags und der Farbgebung als „poetischen Surrealismus“ bezeichnete, und das ihn an eine Unterwasserwelt erinnerte. Ein weiteres Beispiel ist „Verbindung“, wo Brigitte Böckels die Zweidimensionalität verlässt und plastisch arbeitet. So vermittelt sie laut Dirk Tölke „eine innere Stimmung“.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert