Zum Tag des Gartens: Von Kräutern, Wildblumen und einem Bach

Von: Laura Beemelmanns
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Günter Windeln (l.) und Heinz-Peter Krüsemann begutachten den neuen Bach im Biotop. Fotos (2): lbe Foto: lbe
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Zurzeit blühen Hunderte Margeriten auf der Wiese an der EK 5.

Heinsberg-Kirchhoven. Kaum steigen die Temperaturen, steigt auch die Lust, sich der Gartenarbeit zu widmen. Das ist zumindest bei Günter Windeln und Heinz-Peter Krüsemann vom Verein für Gartenkultur und Ortsverschönerung Kirchhoven der Fall. Vor allem der erste Vorsitzende Krüsemann verbringt zurzeit nahezu jeden Tag in der „Sondkull“ an der EK 5. „Ich bin zwar Rentner, aber Zeit habe ich trotzdem keine“, scherzt er. Es gibt noch eine Menge zu tun.

Durch den Bau der Umgehungsstraße hat der Verein ein Teilstück dieses einen Biotops verloren, dafür jedoch an anderer Stelle eines dazubekommen. Das alte und das neue umfassen insgesamt rund 10.000 Quadratmeter. Und die wollen gepflegt und gestaltet werden.

Psychisches Wohlbefinden

Am  Sonntag, 9. Juni, ist der Tag des Gartens. Unter dem Motto „Kleine Gärten machen die Stadt schöner“ findet er schon zum 25. Mal statt. Er wurde im Jahr 1984 vom Bundesverband Deutscher Gartenfreunde ins Leben gerufen, um den Menschen die Bedeutung des Gartens für das psychische und physische Wohlbefinden ins Bewusstsein zu rufen. Und jetzt, dank des – wollen wir es nicht zu früh loben – guten Wetters, „fängt es erst richtig an“, sagt Krüsemann freudig.

Das „neue“ Stück existiert so, wie es heute aussieht, seit rund zwei Jahren. Seit vergangenem Jahr gibt es sogar einen kleinen, 1,20 Meter tiefen Teich mit einem Bach, der nächstes Jahr offiziell eingeweiht werden soll. Denn fertig ist er noch nicht. „Wir müssen noch Teichpflanzen setzen und die Steine rundum legen“, sagt Krüsemann. Dann sollen auch Kröten und anderes Kleinsttier den Teich als Lebensraum nutzen. „Bislang sind nur Wasserläufer da“, stellt Windeln beim Blick auf den runden Teich fest. Insgesamt wurden 35 Tonnen Naturton verarbeitet. „Wir haben auf die Folie im Teich verzichtet“, sagt Krüsemann. Neben der Teichbepflanzung muss auch noch eine bepflanzte Überdachung angelegt werden. Die ermöglicht einen weiteren Schattenplatz. „Hier ist immer Arbeit“, so Krüsemann weiter.

„Grünes Klassenzimmer“

Das Biotop ist ein Beispiel für einen rundum naturbelassenen Garten, den der Verein für seine Mitglieder und auch die Allgemeinheit zur Verfügung stellt.

Es muss nicht immer der klassisch angelegte Garten sein, denn „die Natur regelt das schon selbst“, sagt Krüsemann. Vor allem das Biotop ist nahezu sich selbst überlassen und kann in vielerlei Hinsicht genutzt werden: Schulklassen können beispielsweise das „Grüne Klassenzimmer“ besuchen, um Blumen, Kräuter oder Insekten zu studieren. Eigens dafür wurde ein steinernes Rondell zum Sitzen und Verweilen in den Garten integriert. Radfahrer können dort eine Pause einlegen und die Natur beobachten. Wer möchte, darf auch ein paar Kräuter für den Hausgebrauch im Kräutergarten zupfen. Dort gibt es wohlduftende Melisse, Goldthymian, Schnittlauch und vieles mehr – insgesamt etwa 50 verschiedene Kräuter in Kübeln und in einer Kräuterspirale – sowie ein Kräuterbuch zur Erklärung, das vor Regen geschützt in einer Box eingeschlossen ist.

5000 Euro investiert

Natürlich musste das einstige Feld zunächst bepflanzt werden, um es überhaupt in dieser Form nutzen zu können – aber eben nur im Sinne der Natur. Die Gestaltung hat sich der Vorstand ausgedacht. Rund 5000 Euro hat der Verein im Jahr 2012 investiert. „Wir haben nur heimische Gehölze wie Hainbuchen, Kopfweiden oder Haselnusssträucher verpflanzt“, sagt Krüsemann. Zudem verschiedenste Obstbäume, die nun bald zum ersten Mal Früchte tragen sollen.

In der Mitte des Biotops wurde eine große Wildblumenwiese angelegt. Zurzeit blühen dort weiße Margeriten. Doch „das wechselt jeden Monat“, sagt Windeln. Schon im nächsten Monat blühen andere Blumen – in anderen Farben. Auch Sonnenblumen wurden schon gesät. Blütezeit ist allerdings erst von Juli bis September. Zudem gibt es neun Bänke im Schatten und in der Sonne – zum Teil auch mit Tisch, die durchaus zu einem Picknick einladen. Dass nun alles schon in bester Ordnung ist, liegt am Einsatz der Mitglieder des Vereins für Gartenkultur und Ortsverschönerung. Jeden ersten Freitag im Monat kümmert sich ein Arbeitstrupp von rund 15 Mitgliedern um das Biotop an der EK 5. Eine zweite Gruppe von nur drei Personen kommt jeden Mittwoch.

Insgesamt ist „alles etwa drei Wochen im Rückstand“, sagt Krüsemann. Mehr Arbeit gebe es deswegen nicht, man könne nur erst später mit der Gartenarbeit beginnen. Und viele Blumen blühen erst später. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gibt auf seiner Webseite Tipps, wie man einem ökologischen Garten gerecht wird. Wer beispielsweise Bienen und Schmetterlinge sehen möchte, muss Wildkräuter und Blütenpflanzen kombinieren. Bedrohten Bienenarten kann man auch helfen. Denn Nahrung finden Bienen in chemiefreien und naturnahen Gärten oder auf Balkonen, wo heimische Pflanzen zu unterschiedlichen Zeiten blühen. Im Frühjahr bieten Weidenkätzchen die erste und dringend benötigte Nahrung. Deshalb sollten sie nicht abgeschnitten werden. Aber lieber spät als nie.

Der Tag des Gartens und natürlich das gute Wetter laden jetzt nämlich zur Gartenarbeit ein. Endlich kann man nach dem Dauerregen mal wieder Rechen und Schaufeln aus dem Gartenhäuschen holen, Pflänzchen in die Erde setzen und Unkraut zupfen.

Wer möchte, kann es dem Verein für Gartenkultur und Ortsverschönerung ja mal nachmachen und die Wiese und Beete einfach der Natur überlassen.

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