Zu viele Sporthallen in Heinsberg: Bürgermeister widerspricht

Von: Rainer Herwartz
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Heinsberg. Die Stadt Heinsberg gibt schon seit langem ein eindeutiges Statement für die Umwelt und die damit verbundene Energiewende ab. E-Mobilitäts-Initiative, Brennstoffzellen-Initiative, die Straßenbeleuchtung, die durch den Netzbetreiber Alliander so energieeffizient umgerüstet wurde, dass Heinsberg hier über 30 Prozent Energie einspart – all dies weist in die selbe Richtung.

Ebenso wie die Sanierung von fünf Sporthallenbeleuchtungen, für die schon im März 2013 erfolgreich Förderanträge eingereicht wurden. Durch die geförderten Maßnahmen werden der Stromverbrauch, die Energiekosten und die Treibhausgasemissionen der Sporthallenbeleuchtung in der Doppelsporthalle Westpromenade Heinsberg, der Turnhalle Don-Bosco-Schule, der Dreifachsporthalle Oberbruch, der Turnhalle Kirchhoven und der Dreifachsporthalle Heinsberg laut Aussage der Stadt um mindestens 50 Prozent reduziert.

Soweit so gut. Interessant in diesem Zusammenhang ist jedoch eine Position der Gemeindeprüfungsanstalt NRW (GPA), die behauptet, Heinsberg müsse mittelfristig auf die eine oder andere Schulsportturnhalle ohnehin ganz verzichten. Wie passt dies zusammen?

Im Grundschulbereich sieht die GPA an neun von zwölf Schulstandorten Flächenüberhänge. „Die Stadt Heinsberg sollte mehrere Grundschulen nicht nur schulorganisatorisch (Schulverbünde), sondern räumlich zusammenlegen“, ist da dem Prüfbericht zu entnehmen. Auch bei den weiterführenden Schulen sieht die GPA „erhebliche Flächenüberhänge“.

Nachdem sie kurz die derzeitigen Veränderungen mit Gründung der Gesamtschule sowie dem Auslaufen von Realschule und Hauptschule in Oberbruch thematisiert hat, kommt die GPA zu dem Schluss: „Nach der Schülerzahlenentwicklung wird voraussichtlich auch die Hauptschule Heinsberg keine Zukunft haben. Der Betrieb der Realschule Heinsberg scheint weiter möglich, jedoch mit zunehmenden Flächenüberhängen.“ Bei den Schulturnhallen ergäben sich im Vergleich von Flächenbedarf und Flächenbestand Überkapazitäten von knapp „sechs Halleneinheiten. Im Zusammenhang mit möglichen Schulschließungen wird die Stadt Heinsberg auch auf Turnhallen verzichten müssen“.

Das sieht Bürgermeister Wolfgang Dieder allerdings völlig anders. „Wenn wir neue Lampen einbauen, werden wir die Turnhallen sicher nicht nächste Woche schließen“, sagt er. „Wir haben überhaupt keine Sporthalle, die wir schließen könnten. Wir sind froh, dass wir mit dem vorhandenen Bestand den Trainingsbedarf abdecken können. Heinsberg hat nun einmal ein aktives Vereinsleben. Das freut mich und darauf bin ich stolz.“ Die GPA geht auch davon aus, dass im Zuge des demografischen Wandels die Nutzung von Außensportanlagen aufgrund sinkender Mitgliederzahlen in Vereinen weiter zurückgehen wird. Heinsberg solle daher einen Sportstättenbedarfsplan erstellen.

„Neben der Übertragung von Sportanlagen auf Vereine ist auch die Schließung von Sportaußenanlagen in Erwägung zu ziehen“, schreibt die GPA den Kreisstädtern ins Stammbuch. Doch auch dazu hat Dieder eine andere Sicht der Dinge.

„Was ich zu den Turnhallen gesagt habe, gilt auch für die Sportplätze. Die GPA rechnet mit Kern- und Vergleichszahlen. Das heißt, sie vergleicht uns mit anderen Städten ähnlicher Größenordnung und beurteilt uns dann nach dem durchschnittlichen Bedarf. Damit hört diese Prüfung auf. Wir haben aber die Aufgabe, uns am tatsächlichen Bedarf zu orientieren. Und ich kann nicht behaupten, dass unsere Sportplätze nicht ausgelastet seien. Im Gegenteil, wir sind froh, den Trainingsbedarf gerade decken zu können.“

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