Zu viel Nitrat im Brunnenwasser

Von: red/ger
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Selfkant. Der Verein VSR-Gewässerschutz hat nach eigenen Angaben bei Brunnenwasserproben im Selfkant „viel zu hohe“ Nitratwerte im Grundwasser festgestellt.

Bei zwei Drittel der Proben, die im Mai entnommen worden waren, lag die Nitratkonzentration über dem Grenzwert der Deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter. Bei der Untersuchung wurde das Wasser aus 20 privat genutzten Brunnen unter die Lupe genommen. Den Grund für die Belastung machen die Gewässerexperten in der „Überdüngung der landwirtschaftlichen Böden“ aus.

In einem Brunnen in Schalbruch wies eine Wasserprobe eine Nitratkonzentration von 187 Milligramm pro Liter auf. Stark belastet war auch das Wasser von Brunnen in Kleinwehrhagen (161 Milligramm pro Liter), Wehr (136 Milligramm), Höngen (128), Tüddern (108), Isenbruch und Saeffelen (je 72).

Massenvermehrung von Algen

Laut VSR-Gewässerschutz ist dieses Wasser „nicht mehr zum Trinken geeignet“. Zudem solle es zum Beispiel nicht zum Befüllen eines Fischteiches verwendet werden, weil sich Algen dadurch massenhaft vermehren können. Auch Gemüse solle man nicht zu üppig damit gießen.

Diese erhöhten Nitratwerte sind nichts Neues, sie werden seit Jahren im Selfkant gemessen. Nicht betroffen ist davon das Trinkwasser, das Verbraucher von den Wasserwerken beziehen. Denn dieses Wasser wird in weitaus größerer Tiefe gewonnen. Deshalb braucht man sich vorerst keine Sorgen um den Nitratgehalt des Wasser aus der heimischen Leitung zu machen.

Für den Kreis Heinsberg als untere Wasserbehörde besteht deshalb, laut Sprecher Ulrich Hollwitz, auch kein Handlungsbedarf.

Der VSR-Gewässerschutz kritisiert seit Jahrzehnten, dass sich der Grundwasserschutz auf die Gebiete fokussiere, in denen Trinkwasser gewonnen wird. Der Verein fordert einen flächendeckenden Schutz.

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