Heinsberg - Zahl der Flüchtlinge in Heinsberg mehr als verdreifacht

Zahl der Flüchtlinge in Heinsberg mehr als verdreifacht

Von: Rainer Herwartz
Letzte Aktualisierung:

Heinsberg. Die Entwicklung ist rasant, doch die Stadt Heinsberg ist offenbar gut gewappnet, um den Strom an Neubürgern zu bewältigen. Gegen Ende des Jahres 2014 beherbergte die Kreisstadt noch 201 Flüchtlinge, zum 28. Februar 2017 wurden 642 Personen registriert, mehr als dreimal so viele.

Sie leben zum einen in städtischen Wohnungen und zum anderen in 83 angemieteten Wohnungen in nahezu allen Ortsteilen der Stadt.

„Mit der im Mai 2015 massiv einsetzenden Migration in der Bundesrepublik musste auch die Stadt Heinsberg ihrer Verpflichtung zur Aufnahme von Asylbewerbern nachkommen und unter anderem von August 2015 an eine temporäre Notunterkunft betreiben, die zum 31. März 2016 wieder geschlossen werden konnte,“ sagt Bürgermeister Wolfgang Dieder. Die Turnhalle der ehemaligen Hauptschule an der Westpromenade war zu diesem Zweck umgerüstet worden. Zum Ende des Jahres 2015 lebten schließlich 518 Flüchtlinge in Heinsberg.

Stetig angestiegen

Aufgrund wöchentlicher Zuweisung sei diese Zahl sukzessive angestiegen, erklärt Dieder. „390 Personen der jetzt 642 sind Asylbewerber, 43 Personen haben eine Duldungseigenschaft und 209 Personen sind als Asylberechtigte erfasst.“

Die Praxis der „Wohnungsversorgung“ habe sich bewährt, „da hierdurch einer Ghettoisierung begegnet wird und der Integrationsprozess durch ortsnahe, auf ehrenamtlicher Ebene angebotene Hilfeleistung, insbesondere Sprachkurse, leichter verläuft“, sagt Dieder. „Unterstützend wirkt sich insoweit auch aus, dass mit dem am 6. August 2016 in Kraft getretenen Integrationsgesetz des Bundes für den Personenkreis der Asylberechtigten eine Residenzpflicht eingeführt wurde.“

Dadurch würden die der Stadt zugewiesenen Asylbewerber auch nach ihrer Anerkennung als Asylberechtigte mindestens für die Dauer von drei Jahren in ihrem bislang gewohnten Umfeld bleiben können. „Das verhindert die Abwanderung in die großen Städte und verbessert die Chancen einer nachhaltigen Integration vor Ort. Mit der dezentralen Unterbringung der Flüchtlinge haben sich Hilfsinitiativen etabliert, die im Bereich der Flüchtlingsbetreuung, der praktischen Lebensbegleitung und der Vermittlung der deutschen Sprache tätig sind.“

Dieder hebt in diesem Zusammenhang die Initiativen der Tennishalle Lieck, der Tafeln Heinsberg und Oberbruch sowie der Kirchengemeinde Randerath hervor. Wichtig zu erwähnen sei auch der „Kristallisationspunkt Armut und Integration (KAI)“ der Anfang Mai letzten Jahres an der Rudolf-Diesel-Straße eröffnet worden sei, meint der Bürgermeister. Eine Initiative in Trägerschaft des DRK Kreisverband Heinsberg, die von der Stadt finanziell unterstützt werde.

Das Sozialzentrum biete mit haupt- und ehrenamtlichen Kräften Hilfen für Flüchtlinge, aber auch für die sozial schwächer gestellten Menschen auf breiter Ebene an. „Die Angebote reichen von Sprachkursen über Koch- und Nähkurse bis hin zur Kinderbetreuung oder Sport- und Freizeitgestaltung für Jugendliche.“

Damit die Stadt auch weiterhin den gestiegenen Anforderungen gewachsen ist, wurden bereits personelle Konsequenzen gezogen. „Der Stab der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Bereich des Ausländer- und Sozialwesens wurde um vier Kräfte verstärkt. Davon übernehmen zwei Kräfte ausschließlich sozialarbeiterische Tätigkeiten und zwei zusätzlich die verwaltungstechnische Flüchtlingsbetreuung“, erläutert Dieder.

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