Hückelhoven - Zahl der Asylbewerber steigt „dramatisch“ an

Zahl der Asylbewerber steigt „dramatisch“ an

Von: kalauz
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Die neue Unterkunft für Asylbewerber am Kaphof. Sie wird Ende des Monats voll bezugsfertig sein, derzeit leben dort schon 18 Asylbewerber. Foto: kalauz

Hückelhoven. Von einem „dramatischen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr“ sprach Hückelhovens Sozialamtsleiter Heinz-Josef Schmitz, als er den Mitgliedern des Sozialausschusses die aktuelle Zahl der Asylbewerber, die die Stadt aufnehmen muss, vorlegte.

„Im gesamten vergangenen Jahr hatten wir insgesamt 89 Zuweisungen. In diesem Jahr sind es bisher 87, für den heutigen Tag sind uns drei Asylbewerber aus Albanien, drei aus Algerien, einer aus Mali und einer aus Eritrea angekündigt worden; morgen erwarten wir sechs weitere Flüchtlinge in unserer Stadt.“ Auch deshalb sei man heilfroh, dass die neue, zusätzliche Unterbringung am Kaphof Ende des Monats endgültig fertiggestellt sein wird. „Schon jetzt sind dort 18 Leute untergebracht“, sagte Schmitz.

Insgesamt werden derzeit im Stadtgebiet Hückelhoven in den drei Übergangsheimen und in Wohnungen, die die Stadt in der Regel für ganze Flüchtlingsfamilien angemietet hat, 240 Asylbewerber betreut. „Wir brauchen dringend nicht nur finanzielle Unterstützung vom Bund und vom Land, sondern auch verlässliche Perspektiven. Sonst kann das ganz, ganz böse für den Haushalt ausgehen“, sagt Schmitz im Ausschuss.

Unbearbeitet auf den Ämtern

Allein für die zwölf Wohnungen zahlt die Stadt pro Monat im Durchschnitt 500 Euro Kaltmiete, dazu kommen dann noch die Nebenkosten. Nimmt man die aktuellen Zahlen der Zuweisungen bis heute und rechnet sie bis zum Jahresende hoch, komme man trotz der gerade erst erhöhten Zuweisungen des Bundes an die Länder für die Stadt Hückelhoven auf „etwa 100.000 bis 150.000 Euro Mehrkosten, die wir in diesem Jahr finanzieren müssen“, rechnete Kämmerer Helmut Holländer den Ausschussmitgliedern vor.

Kritik übten sowohl der Kämmerer als auch der Sozialamtsleiter an den rund sieben Monaten, die die Bearbeitung eines Antrages auf Bleiberecht in Deutschland derzeit dauert: „Das ist viel zu lang.“ Allerdings: Bei realistischer Sicht der Dinge sei nicht damit zu rechnen, dass sich dies in absehbarer Zeit ändert. Obwohl erst kürzlich mehr Personal für die Bearbeitung der Fälle bewilligt worden sein, lägen nach seinen Informationen noch rund 65.000 Anträge unbearbeitet auf den Schreibtischen der zuständigen Ämter, sagte Heinz-Josef Schmitz.

Er sei, so Kämmerer Helmut Holländer, „trotz aller Schwierigkeiten sehr zuversichtlich, dass wir in Hückelhoven die Willkommenskultur, die wir bisher den Asylbewerbern gegenüber gezeigt haben, auch weiterhin praktizieren werden“. Nicht zuletzt die dezentrale Aufteilung auf das gesamte Stadtgebiet habe dazu geführt, dass es bisher keine nennenswerten Konflikte gegeben habe. Im Gegenteil: Die Spendenbereitschaft in der Bevölkerung für die Flüchtlinge im Stadtgebiet sei sehr hoch.

Das konnte Heinz-Josef Schmitz nur unterstreichen: „Ich bin seit einiger Zeit nicht nur Sozialamtsleiter, ich bin auch Raumausstatter.“ Das Gebäude in Doveren, das man zur Lagerung von gespendeten Möbeln nutze, sei bis in den letzten Winkel vollgepfropft. Und er hob einmal mehr die „ganz tolle und vorbildliche Arbeit der Flüchtlingspaten“ hervor: „Darauf können wir richtig stolz sein.“

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