Hückelhoven - Zahl der Asylbewerber ist stark gestiegen

Zahl der Asylbewerber ist stark gestiegen

Von: kalauz
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In etwa vier Wochen soll das Haus Am Kaphof bei Hilfarth, das im Besitz der Familie von Büllesheim ist, als Übergangsheim 40 bis 60 Asylbewerbern Platz bieten. Mit dem Sommerfahrplan soll auch eine Bushaltestelle eingerichtet werden. Foto: kalauz

Hückelhoven. „Es wird ganz, ganz schwierig“. Wenn Hückelhovens Sozialamtsleiter Heinz-Josef Schmitz das sagt, hat er Zahlen im Kopf: In den ersten zehn Kalenderwochen in diesem Jahr hat die Stadt bereits 54 Asylbewerber zugewiesen bekommen – im gesamten Jahr 2014 waren es 89. Insgesamt leben derzeit 215 Flüchtlinge in den Einrichtungen und den Wohnungen, die die Stadt angemietet hat.

Der dramatische Anstieg der Zahl der Asylbewerber, die der Stadt nach dem „Königsteiner Schlüssel“ zugewiesen werden, zeigt sich, wenn man die Zahlen aus den vergangenen Jahren zur Hand nimmt: 2009 waren es insgesamt elf Flüchtlinge; im folgenden Jahr 23, dann 19, und 2012 waren es 37; allein im zweiten Halbjahr 2013 kamen 49 Asylsuchende nach Hückelhoven; in den zehn ersten Kalenderwochen in diesem Jahr sind es bereits 54.

Und es ist nicht abzusehen, dass die Zahl sinkt: Das Land rechnet damit, dass in diesem Jahr rund 10.000 mehr Erstanträge als die 43.000 erwarteten gestellt werden; Allein im Januar stieg die Zahl der Erstanträge in NRW im Vergleich zum Vorjahr um 58 Prozent.

Für die Stadt Hückelhoven ist die wachsende Zahl der ihr zugewiesenen Asylbewerber natürlich auch mit erheblichen finanziellen Belastungen, die man nicht in den laufenden Haushalt einplanen konnte, verbunden, wie Kämmerer Helmut Holländer im Sozialausschuss erklärte: „Für die nächsten drei Monate haben wir bereits 250.000 Euro überplanmäßig eingeplant. Dafür wird es noch einen Zuschuss vom Land NRW geben. Wir rechnen auf das ganze Jahr darüber hinaus mit weiteren 300.000 bis 500.000 Euro, die wir für die Asylbewerber überplanmäßig aufbringen müssen. Die werden wir selbst finanzieren müssen.“

Sowohl Sozialamtsleiter Schmitz als auch Kämmerer Holländer betonen, dass man trotz aller Schwierigkeiten, geeigneten Wohnraum für die Flüchtlingen zu finden, auch weiterhin „alles für eine gute Willkommenskultur tun wird. Wir machen jetzt schon mehr, als wir unserer Verpflichtung nach machen müssten.“

In hohen Tönen wird in diesem Zusammenhang von allen Seiten die Arbeit der Initiative „Flüchtlingspaten“ gelobt: „Es ist in Hückelhoven noch nie so eine Welle der Hilfsbereitschaft entstanden wie durch dieses Projekt“, sagt Schmitz.

Dennoch bleibt die Situation in den Einrichtungen, in denen die Asylsuchenden untergebracht sind, angespannt: Das Übergangsheim in Millich an der Schaufenberger Straße, das ehemalige Ledigenheim der Zeche, ist „bis zum Kragen zu“, so Schmitz in der Sitzung des Sozialausschusses. 62 Männer aus 35 Nationen sind dort untergebracht. „Dass es da auch schon mal zu Auseinandersetzungen kommen kann, liegt auf der Hand“, sagt der Sozialamtsleiter.

Er betont aber gleichzeitig, dass „es in unserer Stadt bisher ruhig geblieben ist“. In der Obdachlosenunterkunft an der Bogenstraße in Millich leben zurzeit 17 Personen, die einen Asylantrag gestellt haben. „Auch diese Einrichtung ist damit zu“, so Heinz-Josef Schmitz.

In den von der Stadt angemieteten Häusern in Kleingladbach Am Gladbach leben in den zwölf Einheiten 55 Personen – die Kapazität ist damit erschöpft. Derzeit hat die Stadt darüber hinaus neun Wohnungen für 37 Personen angemietet. Für die Mietwohnungen zahlt die Stadt 4,50 bis fünf Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.

Mit einiger Ungeduld wartet man deshalb darauf, dass die Unterkunft im Kaphof fertig gestellt wird. „Das wird dann in etwa vier Wochen zu einer spürbaren Entlastung führen“, glaubt Sozialamtsleiter Schmitz. Etwa „40 bis 60 Leute in der Spitze“ werden dort ein Dach über dem Kopf finden.

So schwierig es für die Stadt auch sein mag, geeignete Unterkünfte für die zugewiesenen Asylsuchenden zu finden – Eines stellte der Erste Beigeordnete Helmut Holländer ganz klar: „Solange ich hier bin, werden wir diese Menschen auf gar keinen Fall in Containern unterbringen.“

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