Zählstellen sollen Aufschluss über Verkehrsplanung geben

Von: Helmut Wichlatz
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Kaum zu übersehen: Ratsherr Peter London (l.) und Peter Unterberg (Eco Counter) an der frisch installierten Zählstelle. Foto: Helmut Wichlatz

Erkelenz. Sie ist kaum zu übersehen: An der Krefelder Straße kurz vor der Kreuzung mit dem Schulring steht an beiden Seiten jetzt kurz vor der Ampel eine elektronische Tafel, die peinlich genau registriert, wenn ein Radfahrer auf dem Radweg daran vorbeifährt. Die sogenannte „Dauerzählstelle für Radverkehr“ nimmt es sehr genau.

Ihre Daten sollen helfen, den Radverkehr richtig einzuschätzen und entsprechende Weichen zu stellen für die Zukunft. Für die Zählstelle sind Induktionsschleifen in den Boden eingelassen. Das System stammt von der Firma Eco Counter und ist darauf ausgelegt, die Daten für die Dauer von jeweils einem Jahr zu zählen und anzuzeigen. Passanten oder Radfahrer können nun auf einen Blick sehen, wie viele Radler die Stelle an dem Tag und bisher im gesamten Jahr passiert haben. Klingt sinnlos? Ist es aber nicht, so Peter London.

Der Erkelenzer CDU-Ratsherr ist im NRW-Verkehrsministerium für die Fahrräder zuständig und Vater des Projektes. „Das ist die erste vom Land in Auftrag gegebene Dauerzählstelle. Ihr Sinn ist es, zu dokumentieren, wie hoch das Aufkommen an Radfahrern im Verkehr ist“, erklärte er bei der Inbetriebnahme. Die Stelle ist mit Bedacht gewählt, denn dort kreuzen sich die innerstädtisch ausgewiesenen Radrouten und die des Landesradwegenetzes. Dementsprechend erhoffen sich London und das Verkehrsministerium aussagekräftige Daten für die zukünftige Verkehrsplanung.

„Verkehrszählung gehört für die Planung der Zukunft dazu“, erklärte London. „Daher ist es richtig, auch den Radverkehr zu erfassen, um Rückschlüsse ziehen zu können.“ Die Daten werden auf beiden Seiten der Straße auf den Radwegen erfasst. Die von der Kreuzung aus kommend in Richtung Schule werden aktuell und fortlaufend angezeigt. In fahrradfreundlichen Städten wie Münster zählen die Zählstellen längst zum mobilen Alltag der Bürger. Viele Zählstellen sind für das ungeübte Auge nicht zu erkennen. In Erkelenz wird nun mit der neuen Dauerzählstelle bewusst auf Aufmerksamkeit gesetzt. „Das hat natürlich auch einen Werbeeffekt und soll animieren, selbst auch öfter mal das Auto stehen zu lassen.“ An der Stelle wird von rund 2500 Radfahrern pro Tag ausgegangen.

Rund 15 000 Euro kostet die Zählstelle und wenn kein Vandalismus ins Spiel kommt, sollte sie „unkaputtbar“ sein. Ihren Strom zapft sie von der nahegelegenen Ampelanlage ab.

Die Zählstelle ist so genau wie anonym, betont Peter Unterberg von der Firma Eco Counter. Bis zu drei Räder können nebeneinander fahren und werden einzeln erfasst. Auch eng beieinander fahrende Gruppen können auseinanderdividiert werden. Die Wahrscheinlichkeit eines Verzählens sei „ziemlich gering“, betonte Unterberg.

Die „Fahrradfreundliche Stadt“ Erkelenz hat somit in Sachen Verkehrszählung des Radverkehrs in der Region die Nase vorn. Rund ein Dutzend weiterer Dauerzählstellen sollen noch landesweit folgen, so London.

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