Youngster-Cup: Der Traum vom Start am Nürburgring

Von: Daniel Gerhards
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Mit einem 25 Jahre alten BMW: Schmidberger startet nun im DMSB-Slalom. An das Auto muss er sich erst einmal gewöhnen. Foto: Gerhards

Heinsberg. So schnell wie Maximilian Schmidberger schlängelt sich keiner durch den Pylonen-Dschungel. Zumindest nicht beim Slalom-Youngster-Cup des ADAC. Schmidberger gewann zehn Rennen der vergangenen Serie. Alle zehn. Jetzt ist der 23-Jährige sozusagen aus dieser Einsteigerserie herausgewachsen.

In dieser Saison versucht er sich eine Liga darüber. In der Slalom-Meisterschaft des Deutschen Motor Sport Bundes (DMSB).

Rennfahrer zu werden – diesen Traum hegt Schmidberger schon lange. Er habe schon immer gern Formel 1 geschaut. Und die Begeisterung wuchs mit jedem Überholmanöver, das er am Fernseher sah. Sein Onkel Ralf Schmidberger brachte ihn dann mit zwölf Jahren zum MSC Oberbruch. „Beim ersten Training war ich sofort infiziert“, sagt Maximilian Schmidberger. Mit dem Kart wurde er immer schneller und sammelte Club- und Landesmeistertitel.

Im Jahr 2013 begann er im ADAC-Slalom-Youngster-Cup. Dabei stellt der Veranstalter VW Polos mit verbessertem Fahrwerk und Überrollbügel. Im gleichen Auto hat jeder junge Rennfahrer gleiche Voraussetzungen. Es kommt also auf das fahrerische Können an: Sie müssen exakt lenken, um keine Pylone zu berühren – was Strafsekunden bedeuten würde. Und dabei ordentlich Gas geben. Der Schnellste gewinnt. Und das war in der vergangenen Auflage der Serie immer Maximilian Schmidberger vom MSC Oberbruch.

Die ADAC-Serie erleichtert den Einstieg für junge Motorsportler enorm. Denn dafür brauchen sie kein eigenes Auto. Ansonsten scheitere der Sprung in die verschiedenen Rennserien bei Studenten oder Auszubildenden oft am Geld, sagt Helmut Eißen vom MSC Oberbruch, der seit mehr als 30 Jahren Motorsport betreibt.

Eißen und Schmidberger – Erfahrung und jugendlicher Elan: Das ist eine gute Kombination. Das haben die beiden schon einige Male im Auto bewiesen. Zum Beispiel bei der Bergprüfung Vossenack. Eißen saß am Steuer seines Opel Kadett C GT/E, Schmidberger mit der Stoppuhr daneben. Bei solchen Prüfungen geht es darum, möglichst auf die Hundertstelsekunde genau eine vorgegebene Soll-Zeit zu bestätigen. Also nicht zu schnell oder zu langsam zu fahren. In ihrer Klasse haben die beiden schon zweimal gewonnen. Und das, obwohl sie eigentlich aus der „Vollgasbranche“ kommen, in der der Schnellste immer gewinnt.

Am Limit, aber sicher

Maximales Tempo ist für Schmidberger demnächst wieder im DMSB-Slalom angesagt. Dabei wird er für den MC Roetgen aus der Eifel starten. Der Verein stellt ihm ein Auto, einen BMW 316, Modellreihe E30. „Das wird schon eine große Umstellung für mich“, sagt Schmidberger. Schließlich wechselt er vom nagelneuen ADAC-Polo mit Vorderradantrieb auf ein 25 Jahre altes Auto mit Heckantrieb und Slickbereifung.

Aber worauf es beim Slalom ankommt, das weiß Schmidberger schon genau: auf die optimale Linie, einen späten Bremspunkt – aber ja nicht quer stehen oder rutschen. „Wenn man auf ein Pylonentor zufährt, hat man schon das drittnächste im Kopf“, sagt Maximilian Schmidberger.

Die Herausforderung sei, „ein Auto sicher am Limit zu beherrschen“, sagt Eißen. Das sei Motorsport auf recht professionellem Niveau. Mit Straßenrasern oder Autotunern habe das nichts zu tun. Die Rennfahrer des MSC seien im Straßenverkehr besonders vorsichtig unterwegs. Denn wer seinen Führerschein verliert, verliert auch seine Motorsportlizenz.

Der Reiz an der Sportart liege für Maximilian Schmidberger auch gar nicht so sehr in der Geschwindigkeit. Es sei eher die Herausforderung, ein Auto besser als andere beherrschen zu können: „Man ist alleine für seinen Erfolg verantwortlich“, man habe selber in der Hand, ob am Ende ein Sieg oder eine Niederlage steht.

Das hört sich nach großem Ehrgeiz an. Und ein großes Ziel hat Schmidberger auch: „Beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring zu starten, das ist ein ganz großer Traum“, sagt er.

Schmidberger kann nicht nur mit Lenkrad, Gaspedal und Bremse umgehen. Er hat auch jede Menge technisches Fachwissen. Er studiert Mechatronik an der Fachhochschule Aachen. Beruflich will er sich aber in eine andere Richtung entwickeln. „Ingenieur bei einem Rennteam zu sein, das fände ich nicht so toll. Für mich wäre immer der Reiz da, selber fahren zu wollen“, sagt er.

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