„Wunderwerk der Technik“: Neuer RRX-Regionalzug im Leser-Test

Von: Daniel Gerhards
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Eine Probefahrt mit dem Rhein-Ruhr-Express: Zehn Leser unserer Zeitung waren dabei, als der Zug auf der Siemens-Teststrecke in Wildenrath seine Runden drehte. Philipp Bischof aus Gangelt durfte den Zug dabei für einige Kilometer steuern. Auch die restlichen Teilnehmer, die über Tageszeitungen aus ganz NRW eingeladen worden waren, konnten sich das Innere des neuen Zuges anschauen. Foto: Gerhards
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Eine Probefahrt mit dem Rhein-Ruhr-Express: Zehn Leser unserer Zeitung waren dabei, als der Zug auf der Siemens-Teststrecke in Wildenrath seine Runden drehte. Philipp Bischof aus Gangelt durfte den Zug dabei für einige Kilometer steuern. Auch die restlichen Teilnehmer, die über Tageszeitungen aus ganz NRW eingeladen worden waren, konnten sich das Innere des neuen Zuges anschauen. Foto: Gerhards
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Eine Probefahrt mit dem Rhein-Ruhr-Express: Zehn Leser unserer Zeitung waren dabei, als der Zug auf der Siemens-Teststrecke in Wildenrath seine Runden drehte. Philipp Bischof aus Gangelt durfte den Zug dabei für einige Kilometer steuern. Auch die restlichen Teilnehmer, die über Tageszeitungen aus ganz NRW eingeladen worden waren, konnten sich das Innere des neuen Zuges anschauen. Foto: Gerhards

Wegberg-Wildenrath. Als Philipp Bischof den Hebel nach vorne schiebt, nimmt der Zug Fahrt auf. Ganz leise, ohne zu ruckeln. Dabei ist Philipp Bischof kein Lokführer. Er ist 20 Jahre alt und kommt aus Gangelt, am Mittwoch hatte er die Gelegenheit, auf der Siemens-Teststrecke in Wildenrath den gerade entwickelten Rhein-Ruhr-Express (RRX) selber zu fahren.

„Das war schon aufregend, wenn man bedenkt, wie viel Gewicht man da in Bewegung setzt“, sagte Philipp Bischof. Die Fahrt war für ihn ein besonderes Erlebnis.

Mit im Zug saßen neun weitere Leser unserer Zeitung, die auf Einladung des Verbands Nahverkehr Rheinland und des Landesverkehrsministeriums einige Runden mit dem RRX drehen durften. Der RRX wurde von Siemens entwickelt und wird aktuell in Wildenrath getestet. Er ist für Nordrhein-Westfalen der Nahverkehrszug der Zukunft.

Ab Dezember 2018 sollen die ersten RRX-Züge in einer sogenannten Vorlaufphase auf der Strecke von Düsseldorf nach Kassel eingesetzt werden. Die RE 1-Strecke von Aachen über Köln und Düsseldorf nach Hamm soll im Juni 2020 dran sein. Und ab Dezember 2020 soll der RRX anstelle des RE 4 von Aachen über Mönchengladbach und Düsseldorf nach Dortmund rollen. Somit also auch durch den Kreis Heinsberg.

160 Kilometer pro Stunde

Wie man einen solch modernen Zug richtig flott ans Rollen bringt, hatte NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) gleich zu Beginn der Testfahrt demonstriert. Wüst drückte den Hebel, mit dem man den Zug beschleunigt und bremst, beherzt nach vorne – und sorgte so für einen zügigen Start. Und in der Tat soll das einer der Pluspunkte des RRX sein. Weil er besonders schnell beschleunigt, soll er in der Lage sein, Verspätungen auf der Strecke besser aufzuholen. In der Spitze fährt der Zug 160 Kilometer pro Stunde schnell.

Wüst hatte den Zug zuvor als „Wunderwerk der Technik“ bezeichnet, das den Nahverkehr in NRW in Sachen Komfort, Tempo, Barrierefreiheit und Zuverlässigkeit ein Stück nach vorne bringe. „In all diesen Bereichen können wir noch besser werden“, sagte Wüst. Gerade beim Thema Zuverlässigkeit kommt Siemens eine Schlüsselrolle zu. Das Unternehmen hat nicht nur den Zuschlag für den Bau von 82 Zügen bekommen, es übernimmt auch 32 Jahre lang die Wartung. „Wir garantieren eine Verfügbarkeit von 99 Prozent. Das ist wichtig für die Fahrgäste, die am Bahnsteig stehen“, sagte Sabrina Soussan, Leiterin des Geschäfts mit Hochgeschwindigkeits- und Regionalzügen bei Siemens.

Von einigen der technischen Vorzüge des RRX konnte sich Philipp Bischof während seiner Zeit auf dem Fahrersitz überzeugen. „Der reagiert sehr direkt. Sobald man den Hebel nach vorne schiebt, merkt man, wie er beschleunigt“, sagte er. So brachte er den Zug spielend auf Tempo 100. Und auch der extrem geringe Rollwiderstand war für Philipp Bischof schon nach wenigen Kilometern zu spüren. „Wenn man in den Leerlauf schaltet, verliert der Zug so gut wie keine Geschwindigkeit“, sagte er.

Währenddessen konnten sich die anderen Teilnehmer, die über Tageszeitungen aus ganz NRW eingeladen worden waren, von Interieur und Komfort im Zug überzeugen. Er wirkt heller und freundlicher als ein aktueller Regionalexpress. Es gibt mehr Platz an den Türen, um schnelles Ein- und Aussteigen möglich zu machen. Wlan-Zugang, Steckdosen und leistungsfähige Klimatisierung gibt es im gesamten Zug, Klapptische und Leseleuchten nur in der ersten Klasse. Spezialfensterscheiben sollen zudem dafür sorgen, dass Funkwellen bis zu 500 Mal besser in den Zug durchkommen, als bei normaler Wärmeschutzverglasung – was den Mobilfunkempfang deutlich verbessert.

Philipp Bischof könnte all das in Zukunft vielleicht häufig selbst nutzen. Er pendele oft zwischen dem Kreis Heinsberg und Dresden, weil er dort Verkehrsingenieurwesen studiert. Und auch wenn Philipp Bischof sozusagen vom Fach ist, blieb die Fahrt im RRX für ihn doch etwas Besonderes: „Wenn ich meinen Kommilitonen davon erzähle, werden die sicher neidisch sein.“

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