Wohnqualitätlockt Bürger an

Von: defi
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Bürgermeister Manfred Winkens verteilte beim Neubürgerempfang im Rathaus der Stadt Wassenberg Informaterial. Winkens frohgemut: „Bleiben Sie uns lange als Einwohner erhalten.“ Foto: defi

Wassenberg. Der Neubürgerempfang der Stadt Wassenberg ist eine nette Idee. Die neuen Bürger der neben Wegberg waldreichsten Kommune im Kreis Heinsberg lernen Bürgermeister Manfred Winkens aus der Nähe kennen, und der Vorsitzende des Heimatvereins Wassenberg, Sepp Becker, führt den „Neuen“ die Historie der Stadt an der Grenze zu den Niederlanden bei einem Rundgang durch die Altstadt anschaulich vor Augen.

Manfred Winkens und Sepp Becker waren am Tag zuvor zur Verleihung der Auszeichnung „Europaaktive Kommune in Nordrhein-Westfalen“ bei Ministerpräsidentin Hannelore Kraft im Düsseldorfer Museum Kunstpalast zu Gast gewesen. Sicherlich ein Ereignis, das die Neubürger neugierig auf ihre neue Heimat werden ließ.

Es tut sich einiges in Wassenberg; demnächst gilt es sich beim Wettbewerb „Entente Florale - Gemeinsam aufblühen“ zumindest so wacker zu schlagen wie bei der letzten Teilnahme, als den Wassenbergern eine Bronzemedaille zugesprochen wurde.

„Wir sind froh über jeden Neubürger“, sagte Bürgermeister Manfred Winkens, und er durfte sich auch über junge Familien in der Runde freuen, die mit dem Empfang im Ratssaal Tritt fassen wollten in der Stadt. Bis 2030 werde Wassenberg keine Einwohner verlieren, so der Bürgermeister. Wassenberg gehöre damit zu den wenigen Städten in der Region, die durch ihre Wohnqualität punkten könnten. Rund 17.500 Wassenberger sind es zurzeit, die in Unter- und Oberstadt sowie den umliegenden Ortschaften wohnen und sich in ein in einigen Ortschaften sehr aktives Vereinsleben integrieren.

Winkens zu den Neubürgern: „Es ist sehr attraktiv, gelegentlich mal über die Grenze zu gehen.“ Zugleich fügt er scherzend hinz: „Lasst uns ein bisschen Geld hier.“ Die grenzüberschreitenden Projekte sind es aber auch, die Wassenberg gerade mal wieder eine Auszeichnung auf hoher Ebene eingetragen haben.

Eine offene Fragerunde schloss sich an die Ausführungen des Bürgermeisters an. Die erste Frage lag auf der Hand, und entlockte Bürgermeister Winkens die Gegenfrage: „Hätte Sie nicht etwas Einfacheres fragen können?“ Er ging selbstverständlich um den Autoverkehr. Die notwendige Ortsumgehung der Wassenberger Innenstadt wird gerade mal erst seit 40 Jahren in Angriff genommen. Dass da Handlungsbedarf besteht, war auch den Neubürgern aufgefallen. Das Planfeststellungsverfahren laufe aber, konnte Winkens mitteilen.

Die zweite Frage einer Neu-Effelderin betraf den Effelder Waldsee und seine mögliche zukünftige Ausgestaltung als Freizeitpark mit vielleicht 4000 Besuchern täglich. Zurzeit sei konkret ins Auge gefasst, so Winkens, dass man am Effelder Waldsee „vernünftig seinen Wohnwagen hinstellen und baden kann“. Die Effelderin hatte eingeräumt, dass man sicherlich wirtschaftliche Interessen und Naturschutz in Einklang bringen müsse. Winkens verwies darauf, dass die Stadt Wassenberg keine bedeutende Infrastruktur habe, weder ein Krankenhaus noch eine Finanzverwaltung. Für die weitere Entwicklung des Effelder Waldsees sei ein Bebauungsplan vorgeschrieben, der dann auch eine Bürgerbeteiligung vorsehe, erklärte er.

Von den Zeiten, als es noch keine „Bürgerbeteiligung“ gab, wusste Sepp Becker, Vorsitzender des Heimatvereins Wassenberg viel und interessant zu erzählen: vom Weberdenkmal, das an einen erloschenen Industriezweig in der Stadt Wassenberg erinnert, bis zur Schlacht bei Wassenberg. 1206 tobte in der Ruraue vor Wassenberg die Schlacht um den deutschen Königsthron zwischen Philipp von Schwaben und Otto IV. von Braunschweig, der geschlagen wurde. Der Vorsitzende der Heimatsvereins: „Da war Wassenberg für einen Augenblick in der deutschen Geschichte wichtig geworden.“

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