Erkelenz - WM-Experten wollen Spaß und Spektakel

WM-Experten wollen Spaß und Spektakel

Von: Stefan Klassen
Letzte Aktualisierung:
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Fußball-Experten mit reichlich WM-Erfahrung: Die E1 des SC 09 Erkelenz trat Pfingsten im Trikot der Nationalmannschaft von Ecuador bei der Mini-WM in Bremen teil. Foto: Markus Frings

Erkelenz. Fußball? WM? Pokale? Keine Frage – wenn es ums Kicken geht, kennen sich diese Erkelenzer Jungs aus. Der Deutschen Lieblingssport Nummer 1 ist für sie eine Herzenssache, schließlich sind sie bereits mehr als die Hälfte ihres Lebens mittendrin in dem Spiel, das seit Donnerstagabend bei der Weltmeisterschaft in Brasilien einen Monat lang die Sportfans in aller Welt mitreißt.

Seit Bambini-Tagen tragen die meisten der jungen Erkelenzer Fußballcracks die Multinocken-Schuhe unter ihren Füßen. Das ist mittlerweile satte sechs Jahre her, im Spätsommer wird aus den E1-Kickern des SC 09 Erkelenz ein D-Junioren-Team.

Bis es soweit ist, stehen für die Jungs, die in der abgelaufenen Saison in der obersten Spielklasse Kreisleistungsstaffel 1 einen prima vierten Platz hingelegt haben, noch zwei Turniere auf dem Spielplan – in Kückhoven und Schwanenberg. Und – auf dem Bildschirm – dieses Turnier in Brasilien, das den jungen Fußballspielern derart Großes verheißt: „Das gibt guten Fußball und viel Spaß“, ist sich Joshua Gormanns, Stürmer der Erkelenzer E1, sicher. Wobei „Spaß“ wohl auch bedeutet: „Ich hoffe, dass ich ganz viele Spiele im Fernsehen schauen kann.“

Das war bei der WM 2010 in Südafrika noch anders. Da waren die vom Trainergespann Markus Frings und Bernd Gormanns gecoachten E-Junioren gerade mal auf der Grundschule und zu Anstoßzeiten zumeist im Bett verschwunden. Den eindrucksvollen WM-Erfolg des spanischen Superteams um Iniesta, Xavi und Torres konnten sie live nicht verfolgen. Um so mehr freut sich auch Jonas Schedler, Abwehrchef der E1, auf das WM-Turnier. Schließlich ist Jonas ein halber Spanier mit zwei Pässen und einer Mutter von der iberischen Halbinsel. „Ich freue mich riesig auf spannende Spiele und viele Tore.“ Wer die schießen und den goldenen WM-Pokal gewinnen soll, ist für ihn keine Frage: „Spanien macht‘s hoffentlich, aber das wird schwer.“

Mit Pokalen kennen sie sich aus, die Nachwuchskicker des SC 09: Erst am Himmelfahrtstag haben sie beim großen Feldturnier des VfJ Ratheim die Konkurrenz dominiert und den riesigen anthrazit-goldfarbenen Siegerpokal in die Erka-Stadt geholt. Und im diesjährigen Kreispokalfinale der E-Junioren scheiterten sie nur ganz knapp am FC Wegberg-Beeck.

Zudem: WM-Erfahrung haben die zehn- und elfjährigen Jungs sowieso. Über Pfingsten hatten sie zwei Tage lang an der „Mini-WM“ in Bremen teilgenommen, wo 32 E-Juniorenteams aus ganz Deutschland gegeneinander antraten und das Turnier der „Großen“ vorab schon einmal durchspielten. Das Erkelenzer Team hatte als Nation Ecuador zugelost bekommen. Und in den gelb-blauen Trikots schlugen sie sich formidabel: Am Ende sprang ein geteilter neunter Platz heraus – das Platzierungsspiel um Rang 9 war wegen Unwettern an der Weser abgesagt worden... Der Mini-WM-Pokal ging letztlich an das Team Spanien.

Dass der echte WM-Pokal am 13. Juli in den Händen der Spanier Casillas & Co. landen wird, glaubt Stürmer Joshua nicht: „Mein Geheimtipp ist Belgien“, sagt er. „Die haben viele junge und gute Spieler.“

Über die rechte Seite stößt E1-Angreifer Eric Braun besonders gerne in Richtung gegnerisches Tor vor und verurteilt so manchen Linksverteidiger nur noch zum Zuschauen. Auch in der deutschen Nationalmannschaft steht die Linksverteidigerposition vor der WM im Fokus: Youngster Erik Durm hat dort seinen Dortmunder Mannschaftskollegen Marcel Schmelzer verdrängt, Trainer Joachim Löw vertraut auf den Nachwuchs. E1-Eric findet das gut, zumal auch der Mönchengladbacher Borusse Christoph Kramer in Brasilien mit dabei ist. „Ein super Spieler“, findet Eric. Und das nicht nur, weil Eric – wie viele seiner Mannschaftskameraden – die Raute der Fohlenelf im Herzen trägt.

Nichtsdestotrotz: Für den Titelgewinn der DFB-Elf wird es wohl kaum reichen, meint Eric. Er tippt ebenso wie sein Mittelfeld-Mann Tom Klassen auf Brasilien als Topfavoriten für den Titel. Zwar, so glaubt Tom, sei der deutsche Kader auch trotz des Ausfalls von Marco Reus „sehr gut besetzt“, letztlich fehle aber nicht zuletzt der Gladbacher Topscorer Max Kruse im Aufgebot der Nationalmannschaft. „Für Gegner wie Brasilien oder Italien reicht das nicht.“ Nur mit einem Miroslav Klose als Stürmer – „das ist zu wenig. Ich hätte auch Kevin Volland mitgenommen“, meint hingegen Joshua Gormanns.

Grau ist letztlich alle Fußball-Theorie, weiß auch Trainer Markus Frings. Er sieht im vielbeworbenen Spektakel in Brasilien vor allem „ein Highlight für die Kinder. Es ist super, wenn sie internationalen Fußball sehen und sich neue sportliche Vorbilder suchen können.“ Die deutsche Mannschaft erreicht seiner Prognose nach übrigens höchstens das Viertelfinale, während er im Finale Brasilien und Spanien oder Italien sieht.

Apropos sehen: Tom Klassen hofft auf packende Fußball-Fernsehabende („Es wäre cool, wenn ich dann abends immer lange aufbleiben könnte“), gelassene Eltern und entspannte Lehrer. „WM ist schließlich nur alle vier Jahre...“

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