Wegberg-Rickelrath - Wird das historische Rickelrath bald ein Denkmal?

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Wird das historische Rickelrath bald ein Denkmal?

Von: Monika Baltes
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Denkmalschutz vom Bauwerk bis zum Baum: auch die Rickelrather Kirche liegt im Planbereich. Foto: Monika Baltes
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Armin Jackels, Jürgen Tiskens und Sebastian Jackels vom Verein Angerdorf Rickelrath. Foto: mb

Wegberg-Rickelrath. Der Anger, die Kirche, die Mühlen, Fachwerkhäuser und fränkische Hofanlagen – Rickelrath ist ein besonderes Dorf. Ein „Angerdorf“, in dem sich Häuser und Gehöfte um eine große linsenförmige Wiese, den Anger, gruppieren.

Heute durchschneidet die Hauptstraße den Anger, dennoch hält das LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland den Ort für besonders schützenswert und will ihn unter Denkmalschutz stellen. Das sorgt für Verärgerung und Unmut.

Der Wegberger Stadtrat hatte im Dezember des vergangenen Jahres das Aufstellungsverfahren einer Denkmalbereichssatzung für Rickelrath eingeleitet. „Die Kommune ist verpflichtet, diese Aufgabe wahrzunehmen“, hatte Dr. Elke Janßen-Schnabel (Amt für Denkmalpflege) den Ratsvertretern keine andere Wahl gelassen. Über Art und Umfang kann die Stadt jedoch selbst entscheiden.

Das rief die Rickelrather auf den Plan, die sich vehement wehren. Vor allem über den Umfang des geschützten Bereichs sind die Rickelrather entsetzt, der gesamte Bereich des historischen Rickelrath einschließlich sämtlicher Bebauung, Grünflächen, Bäume und Hecken fiele unter Denkmalschutz.

Erhöhte Kosten bei der Instandhaltung, Einschränkung in der Nutzung von Gebäuden und Flächen, Wegfall von Baugrundstücken – die Auswirkungen der Satzung sind vielfältig. „Bewusst provokant“, sagt Armin Jackels vom Verein „Angerdorf Rickelrath“, habe man deshalb die Ratsvertreter in einem offenen Brief angeschrieben, um „eine Reaktion zu erzwingen.“

Dass die Rickelrather durchaus verantwortungsvoll mit dem baulichen Erbe umgehen, ohne bevormundet zu werden, und dass die Denkmalschutzsatzung faktisch einer Enteignung und Entmündigung nahekomme, schütteten die Rickelrather den Ratsvertretern ihre Empörung, ihre Wut und ihre Bedenken auf den Schreibtisch.

Der Brief ist von Mitte April. „Bisher keine Reaktion“, sagt Jackels kopfschüttelnd. Mit den Worten „unverschämt“ und „ignorant“ regen sich auch seine Vereinskollegen Jürgen Tiskens und Sebastian Jackels auf. „Rein zufällig“ hätten die Rickelrather von den Plänen erfahren, und seitdem sei „große Unruhe im Dorf“, was den Ratsvertretern bei den „tumultartigen Szenen bei der Dorfversammlung“ nicht entgangen sein könne, sagt Tiskens. „Was ist ein Rat, der nicht ansatzweise die Interessen der Bürger vertritt?“, mit diesem Satz endet der offene Brief.

Am 4. Mai war zudem eine Bürgerbeschwerde des Vereins „Angerdorf Rickelrath“ beim Stadtrat eingegangen, die nun in der jüngsten Ratssitzung in den zuständigen Fachausschuss verwiesen wurde, der am Dienstag, 9. Juni, tagt. „Wir werden nicht ruhen, bis wir eine für alle Bewohner akzeptable Lösung gefunden haben“, da lassen die Vereinsvertreter keinen Zweifel aufkommen. Dass der Anger und die Kirche in den denkmalgeschützten Bereich fallen, damit könne man sich in Rickelrath anfreunden – aber doch nicht das ganze Dorf!

Rudolf Fabry, Technischer Beigeordneter der Stadt Wegberg, kennt das Problem. „Ich persönlich würde es sehr bedauern, wenn die Denkmalschutzsatzung nicht kommt, weil wir nur so die Möglichkeit haben, das wunderschöne Ortsbild zu erhalten“, sagt er. Aber vom „Denkmalschutz gegen den Willen der Bürger“ hält er nichts, das betont er gleich mehrfach. Kompromisse könnten sich vielleicht im räumlichen Ausmaß finden lassen, etwa in der Konzentration auf den eigentlichen Angerbereich. Aber klar ist für ihn: „Wir müssen die Rickelrather mit ins Boot bekommen.“ Und er sehe durchaus noch Informations- und Gesprächsbedarf.

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