Windräder mitten im Birgeler Wald

Von: Daniel Gerhards
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Birgeler Wald Windräder Collage Foto: D. Gerhards; Montage: H.-G. Classen
Ist das in Zukunft der Ausblick auf den Birgeler Wald? Die Stadt möchte dort jedenfalls eine Konzentrationszone für Windenergie festlegen. Dann könnten die Windräder mitten in den Wald hineingebaut werden – wie unsere Bildcollage veranschaulicht. Fotos (2): D. Gerhards; Collage: H.-G. Classen

Wassenberg. Die Stadt Wassenberg möchte den Bau von Windrädern auf einen Teil des Birgeler Waldes beschränken. Das hat der Planungs- und Umweltausschuss mehrheitlich beschlossen. Damit folgte das Gremium einer Potenzialanalyse in Sachen Windenergie, die das Ingenieur- und Planungsbüro Lange aus Moers im Auftrag der Verwaltung erstellt hatte.

Das Papier legt nahe, dass es in Wassenberg sonst so gut wie keine andere geeignete Fläche für Windkraft gebe.

Bislang gibt es auf Wassenberger Gebiet noch kein Windrad. Die Ausnahme bildet eine kleine Anlage, die ein Landwirt für den Eigenbedarf nutzt. Nun möchten Rat und Verwaltung für Wassenberg als letzte Kommune im Kreis eine Konzentrationszone für die Windenergie ausweisen.

Im Birgeler Wald könnten auf einer Fläche von 53,4 Hektar vier große, 200 Meter hohe Windräder oder sechs kleine, 150 Meter hohe Windräder gebaut werden. Damit könne man in der Theorie genug Strom erzeugen, um alle Haushalte in Wassenberg zu versorgen, sagte Wolfgang Kerstan, einer der Autoren der Potenzialanalyse.

Wenn Städte und Gemeinden Konzentrationszonen für Windräder ausweisen, dann geht es dabei oft nicht vorrangig darum, wo Politik und Verwaltung gerne Windkraftanlagen sehen würden. Vielmehr legen die Verantwortlichen damit auch fest, wo sie keine Windräder haben möchten. Offensichtlich möchte man in Wassenberg auf diesem Wege den Großteil des Stadtgebiets „spargelfrei“ halten. Wenn die Stadt nun einen Teil des Birgeler Walds zur Windkraftzone erklärt, verhindert sie damit, dass es an anderer Stelle in Wassenberg Windräder geben wird. „Ausschlusswirkung“ nennt man das.

Noch keine nennenswerte Anlage

Da es im Stadtgebiet bislang noch keine einzige nennenswerte Windenergieanlage gibt, heißt das also auch, dass es in Wassenberg maximal vier große oder sechs nach heutigem Stand kleine Windräder geben kann. Das war‘s. Für mehr fehlt im Birgeler Wald der Platz. Nach Auskunft des Kreises Heinsberg liegen aktuell zwei Anträge zum Bau von Windrädern vor. Einer bezieht sich auf den Birgeler Wald. Ein Investor möchte dort vier Windräder bauen.

Um eine für die Windenergie geeignete Fläche zu finden, hatte Ingenieur Kerstan eine ganze Reihe von „harten“ und „weichen“ Kriterien angelegt. Es sollen demnach zum Beispiel Mindestabstände zu Siedlungen und einzelnen Häusern eingehalten werden. Außerdem seien zum Beispiel Naturschutzgebiete, Biotope, Straßen und Hochspannungsleitungen zu berücksichtigen gewesen, sagte Kerstan. Am Ende dieser Berechnungen blieben drei Flächen übrig: die im Birgeler Wald, im Ophover Wald und eine Fläche bei Myhl. Wobei letztlich eigentlich nur der Birgeler Wald geeignet sei, sagte Kerstan.

Kritik an dieser Festlegung auf den Birgeler Wald kommt von den Grünen: Robert Seidl bezeichnete den Standort als „ungeeignet“. Zwar sei dort, wie Kämmerer Willibert Darius sagte, vorwiegend minderwertiges Waldgebiet vorhanden. Will heißen, es gebe nur wenige Laubbäume. Allerdings sei das von Premium-Wanderwegen umgebene Areal „ein Rückzugsort für Mensch und Tier“, sagte Seidl. Weil aber „umfangreiche Rodungsmaßnahmen“ für Schwertransporter und Kräne nötig seien, lehnen die Grünen diese „kommerzielle Nutzung“ des Waldes ab. Zudem liege im fraglichen Gebiet ein Campingplatz, der von einer Gruppe Privatleute angelegt und gepflegt worden sei. Seidl sagt, dass sie dort wegen der Windräder „ein Stück Heimat verlieren“. Er findet, dass die nun erstellte Studie vielmehr zeige, dass man auch nahe der neuen Trasse der B221 zwischen Myhl und Ratheim Windräder bauen könne.

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