Windpark im Birgelener Wald rückt näher

Von: Daniel Gerhards
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Windräder im Birgelener Wald: Der Investor NEW Re möchte auf der auf diesem Luftbild relativ kahl erscheinenden Fläche eines der vier geplanten 200 Meter hohen Windräder aufstellen. Heute wachsen dort Weihnachtsbäume. Eine „minderwertige Fläche“, sagt Kämmerer Darius. Foto: CUH
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Protest gegen Windpark im Wald: Vergangene Woche demonstrierten rund 150 Windradgegner vor dem Rathaus. Foto: Gerhards

Wassenberg. Der Stadtrat hat das Vorhaben, Windräder im Birgelener Wald zuzulassen, bestätigt. Formell bestätigte die Mehrheit mit den Stimmen von CDU und FDP den Beschluss des Umwelt- und Planungsausschusses, im Flächennutzungsplan eine Konzentrationszone für die Windkraft im Birgelener Wald auszuweisen.

Grüne und Linke stimmten dagegen. Die Mitglieder der SPD-Fraktion enthielten sich.

Empörte Zwischenrufe

Bürgermeister Manfred Winkens (CDU) hatte in seiner Haushaltsrede zuvor gesagt, dass die Stadt alles daran setzen wolle, die Konzentrationszone im Wald zu ermöglichen: „Denn nur diese Zone bietet substanziell genügend Raum für die geplanten Windräder, und nur diese Fläche schließt alle anderen Flächen für Windenergie im gesamten Stadtgebiet aus.“

In den vergangenen Wochen hatten Anwohner, Naturschützer und Camper die Pläne massiv kritisiert. Sie gründeten eine Bürgerinitiative und demonstrierten während der jüngsten Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses vor dem Wassenberger Rathaus. Bei der Stadtratssitzung saßen im Zuschauerraum rund 50 Gegner der Windräder im Wald. Von ihnen kamen einige empörte Zwischenrufe als Winkens, Kämmerer Willibert Darius, CDU-Fraktionsvorsitzender Karl-Heinz Dohmen und Peter Weyermanns, CDU, die Windkraftpläne verteidigten.

Winkens sagte, dass es „unserer Meinung nach keine Alternative“ zu der umstrittenen Windkraftzone gebe. Die anderen nach der von der Stadt in Auftrag gegebenen Potenzialanalyse möglichen Zonen seien zu klein, sagte Darius. Sie seien nicht groß genug für eine sogenannte Ausschlusswirkung. Will heißen: Die kleinen Zonen verhinderten nicht, dass anderenorts in Wassenberg weitere Windräder gebaut werden könnten. Unter Umständen müsse die Verwaltung 16 Windräder im gesamten Stadtgebiet zulassen. „Wie viele Bürgerinitiativen und Demonstrationen wird es dann geben?“, fragte Winkens. Im Birgelener Wald möchte NEW Re vier Anlagen bauen. Der Antrag liegt beim Kreis Heinsberg.

Grünen-Fraktionschef Robert Seidl kritisierte, dass keine vernünftige Diskussion über die Windkraftzone möglich gewesen sei. Die Studie und der Beschlussvorschlag der Verwaltung hätten bereits zu deutlich in Richtung Birgelener Wald gewiesen. Er warf der Verwaltung vor, mit dem Birgelener Wald den Weg des geringsten Widerstandes gewählt zu haben, und die Alternativen – zum Beispiel eine Zone an der Trasse der B221n bei Myhl – nicht ausreichend geprüft zu haben. „Der Wald hat keine Lobby. Das ist nur gemacht worden, weil man dort den geringsten Widerstand erwartet.“ Seidl sagte, dass es ebenso gut möglich sei, drei kleinere Zonen auszuweisen, anstatt das große und für Tourismus und Naherholung wichtige Waldstück zu zerschneiden.

Darius sagte, dass es möglich sei, andere Flächen in Wassenberg zu finden, die ausreichend Raum für die Windenergie bieten. Allerdings müsse man dann mit niedrigeren Abständen zur Wohnbebauung rechnen. Aktuell plant die Stadt mit einem Mindestabstand von 650 Metern. Es sei möglich, diesen Abstand auf 450 Meter zu verringern. Das könne der Rat mehrheitlich beschließen. Dann müsse man diesen geringen Abstand aber auch den Anwohnern erklären.

Stellungnahmen und Einwände

Mit dem Beschluss des Rates ist das Verfahren nun aber noch nicht am Ende. Als nächstes kommen die Stellungnahmen verschiedener Behörden und zum Beispiel des Naturschutzbundes Nabu auf den Tisch. Danach gibt es eine Offenlage, und Bürger können Einwände vorbringen. Die Politik muss sich also noch mehrfach mit dem Thema beschäftigen.

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