Windenergiezone: Bürger haben weiterhin große Bedenken

Von: agsb
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Vor den Toren Saeffelens sollen nach Planungen eines Investors sechs vorhandene Windkraftanlagen durch fünf größere Anlagen ersetzen werden. Foto: stock/imagebroker

Selfkant. Die Ratsvertreter der Gemeinde Selfkant wunderten sich dieser Tage über ein Schreiben einer Anwaltskanzlei. Darin wurde den Mitgliedern des Gemeinderates „angedroht“, dass eventuell persönliche Schadensansprüche gegenüber den Ratsherren geltend gemacht würden, wenn sie dem Beschluss einer Veränderungssperre zustimmten.

Die Anwaltskanzlei vertritt den Investor, der vor den Toren Saeffelens sechs vorhandene Windkraftanlagen durch fünf größere Anlagen ersetzen und modernisieren („Repowern“) möchte. 200 Meter vom Boden bis zur Rotorspitze könnte so eine Anlage erreichen und wäre damit fast doppelte so groß wie die derzeit vorhandenen Anlagen.

Die Gemeindevertretung Waldfeucht hat dem neuen Vorhaben bereits positive Signale gesendet und mit „Ja“ abgestimmt. In der Gemeinde Waldfeucht ist die Ortschaft Bocket betroffen, die in unmittelbarer Nähe zum Windpark liegt.

Die Gemeinde Selfkant sieht jedoch Probleme, unter anderen in Bezug auf die städtebauliche Entwicklung des Ortes Saeffelen und Koningsbosch in den Niederlanden. Auch fürchten die Selfkänter Beeinträchtigungen durch Schattenwurf und Lärm.

Mit dem Bebauungsplanverfahren möchte der Selfkant eine Höhenbeschränkung festschreiben. Die Festsetzungen sollen einen gerechten Ausgleich zwischen den schutzwürdigen Belangen der näheren Umgebung einerseits und den betrieblichen Interessen der Eigentümer und Windkraftbetreiber andererseits gewährleisten.

Da hier die angrenzenden Gemeinden Waldfeucht und Selfkant im Baugenehmigungsverfahren zustimmen müssen, hat der Beschluss der Gemeinde Selfkant den Waldfeuchter Entschluss gekippt. Bereits im Vorfeld hatte die Gemeindevertretung Selfkant im Flächennutzungsplanverfahren eine Nabenhöhe von 110 Metern (Gesamthöhe rund 150 Meter) beschlossen.

Eine Bürgerversammlung in Saeffelen brachte die Erkenntnisse, dass eine neue Anlage in dieser Größe bedenklich ist, da hier Probleme der Anwohner durch Lärm, Schattenwurf und in Bezug auf die zusätzliche Befeuerung (Blinklichter) der Anlagen gesehen werden. Saeffelen sah das Landschaftsbild noch mehr beeinträchtigt, zumal hier auch hinter Saeffelen Richtung Windpark mögliches Neubaugebiet gefordert wird.

Auch die angrenzende niederländische Gemeinde Echt mit der Ortschaft Koningsbosch blickte mit Sorge auf die neuen Plänen des Investors.

In der Sitzung vom Mittwochabend wurde einmal mehr bestärkt, dass die Gemeindevertretung zu ihrer Entscheidung steht und sich nicht beeinflussen lässt. So hält man weiter am bereits beschlossenen Flächennutzungsplan fest.

Gleichzeitig beschloss der Gemeinderat eine Veränderungssperre für dieses Bebauungsplangebiet Selfkant Nr. 40 „Windenergiezone“. Nun liegt die Sache trotz des kommenden Frühlings derzeit „auf Eis“. Eine beantragte geheime Abstimmung brachte 14 Ja-Stimmen, vier Enthaltungen und vier Nein-Stimmen.

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