Will Pharmaindustrie mit Kindern Geschäfte machen?

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Astrid Randerath berichtet über einen besorgniserregenden Trend.

Heinsberg. Es ist ein alarmierendes Thema und verdient die volle Aufmerksamkeit unserer Gesellschaft. In ihrem Buch „Die Kinderkrankmacher – Eine junge Generation zwischen Leistungsdruck und Perfektion“ beschreiben die Autorinnen Beate Frenkel und Astrid Randerath, die als Redakteurinnen für die ZDF-Sendung Frontal 21 arbeiten, eine fatale, ja geradezu beängstigende Entwicklung.

Die Pharmaindustrie macht sich danach den Optimierungswahn in unserer Leistungsgesellschaft zunutze, um hieraus Kapital zu schlagen. Die neue Zielgruppe – Kinder und Jugendliche – hat die Pharmaindustrie fest im Griff. Verhaltensauffällige Kinder seien ein großer Markt, neue Krankheiten ein Milliarden-Geschäft.

In unserer beliebten Gesprächsreihe „Auf ein Wort mit . . .“ stellt sich Astrid Randerath am Dienstag, 27. Oktober, 20 Uhr, in der Buchhandlung Gollenstede, Hochstraße 127 in Heinsberg, den Fragen unseres Redakteurs Rainer Herwartz.

Nach dem Boom der ADHS-Medikamente würden jetzt neue Diagnosen gestellt und neue Pillen verschrieben, sagen die Autorinnen. Schwermütigen, ängstlichen, traurigen Kindern würden starke Neuroleptika oder Antidepressiva verordnet. Diese Medikamente wurden jedoch nicht für Kinder entwickelt. Wie sie langfristig wirken, sei völlig unbekannt. Kurzfristige Nebenwirkungen sollten aber bereits alarmieren: Fettleibigkeit, Diabetes oder schwere Hormonstörungen gehören dazu.

Für ihr Buch haben die Journalistinnen mit Wissenschaftlern gesprochen, mit Eltern, mit Lehrern, mit Ärzten, mit Pharmainsidern und den Kindern, die Nebenwirkungen erleiden mussten. Die Erkenntnisse aus diesen Gesprächen erschüttern.

Astrid Randerath ist Pharma-Expertin und erhielt für die Dokumentation „Das Pharma-Kartell“ den Hanns-Joachim-Friedrichs-Förderpreis. Zudem wurde sie unter anderem zur besten Wirtschaftsjournalistin 2011 gewählt.

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