Wildes Gemetzel wird zur Pantomime

Von: mb
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Eine Ritterschlacht nachstellen und das Bild für wenige Minuten einfrieren lassen, stand hier an. Wildes Gemetzel pantomimisch aber durchaus friedlich dargestellt. Foto: mb
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Wichtigstes Requisit der Entdecker war der Stadtrallye-Pass, in dem ein Stempel die erfolgreiche Lösung schwieriger Aufgaben bestätigt. Foto: mb
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So, das wäre geschafft. Nachdem die Aufgabe gelöst ist, möchten die Kinder auch ihren Stempel im Pass. Foto: mb

Wassenberg. Es ist ein guter Tag, um ganz hoch hinaus zu wollen, dieser letzte Tag in den Herbstferien. Ein Tag, um der Vergangenheit Geheimnisse zu entreißen, Schlachten zu schlagen, dem Drachen ins Auge zu sehen.

Acht ausgewählte Stationen und acht Aufgaben sind es, die Kinder und Jugendliche, die sich mit Therese Wasch (Gästeführerin Verein Westblicke) und Britta Derichs (Autorin des Wassenberger Entdecker-Stadtführers) auf einer Stadtrallye durch die Wassenberger Altstadt zu bewältigen haben. Wichtigstes Requisit ist der Stadtrallye-Pass, in dem ein Stempel die erfolgreiche Lösung schwieriger Aufgaben bestätigt. „Augen und Ohren aufhalten“, rät Therese Wasch, „dann ist es zu schaffen.“

An der Stadtmauer wird nach einem Gegenstand gesucht, der sich als Katapultstein/Blidenstein entpuppt. Max lächelt wissend, gibt den entscheidenden Tipp und eilt voraus. „Mit meinem Opa gehe ich oft durch die Stadt, er zeigt mir interessante Dinge“. So schnell ist der erste Stempel fällig. Das Stadtwappen am Wehrturm verlangt nach einer Zeichnung aus neuester Zeit und Jonah liefert ein wahres Meisterwerk ab. Nächster Stempel.

Den Weg zum Bergfried kennen Rico und Kai – sie setzen sich an die Spitze der Gruppe und sind die ersten, die nach vielen Treppenstufen oben ankommen. Staunend stehen Kilian und Fabio vor dem riesigen Kamin im restaurierten Bergfried. „Hier konnten die Köche einen ganzen Hirsch braten“, erklärt Therese Wasch „ein paar Koteletts reichten nicht, wenn der Burgherr Gäste einlud.“

Wie wertvoll Gewürze in alter Zeit waren und dass die Fensterbank nicht für „Blumen und Gießkännchen“ erfunden wurde, erfährt die Gruppe nebenbei beim Aufstieg zur Aussichtsplattform. Dem herrlichen Blick widmen sich die Teilnehmer nur kurz, auf sie warten große Aufgaben: Eine Ritterschlacht nachstellen und das Bild für wenige Minuten einfrieren lassen. Wildes Gemetzel pantomimisch friedlich dargestellt beschert den nächsten Stempel.

Inzwischen wissen sie, wie es geht. Therese Wasch hat Recht behalten. Gut zuhören und aufmerksam hinschauen – lässig entreißen sie der Hofkirche das Namensgeheimnis des Engels auf der Spitze (Stempel!) und schwenken ab zum Georgs-Denkmal unterhalb der Burg Wassenberg. Der Drachen, Zeichen für das Böse, soll hier nicht getötet, sondern kreiert werden. Unter Alinas flinken Händen entsteht aus einem Klumpen giftgrüner Knete geschwind ein bildschönes Exemplar, detailreich verziert mit roten Zacken und Flügeln, die Max formt. „Jetzt noch Feuer aus dem Maul“, und schon wieder ist ein Stempel fällig.

Das Grab von Graf Gerhard

Die Gruppe steht an der Kirche St. Georg, als zufällig Küsterin Lotte Schroeder vorfährt, es ist – wie gesagt – ein guter Tag. Denn so erhalten die Entdecker unverhofft die Möglichkeit, einen Blick auf das Kopfnischengrab im Zentrum des Kirchenschiffes zu werfen. „Aller Wahrscheinlichkeit nach das Grab von Graf Gerhard von Wassenberg, der seit fast 900 Jahren hier liegt“, erklärt Britta Derichs den Kindern, die interessiert das Skelett betrachten. Die Aufgabe für den Stadtrallye-Pass stellt ein alter Grabstein, dessen verwaschene Inschrift entschlüsselt werden muss. Saskia liest den Text fast mühelos.

Ein Besuch in Küsters Garten und am Gondelweiher liefern die letzten benötigten Stempel. Die clevere Gruppe hat Wassenberger Geschichte live erlebt und alle Aufgaben gelöst, wie die Stempel eindrucksvoll beweisen. Für diese ausgezeichnete Leistung gibt es als Belohnung nicht nur einen Wassenberger Entdeckerstadtführer, um sich demnächst vielleicht noch einmal auf eigene Faust auf Zeitreise zu begeben, sondern auch eine Plakette, die wie ein Orden an die Brust geheftet wird: „Zeitreisender“. Ein bisschen stolz sind sie schon, die Kinder. Reisender mag ja mancher in den Ferien gewesen sein, aber „Zeitreisender“, das ist doch schon ein ganz anderes Kaliber.

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