Kreis Heinsberg - Wieder Rinder-Herpes im Heinsberger Stadtgebiet

Wieder Rinder-Herpes im Heinsberger Stadtgebiet

Von: disch
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Kreis Heinsberg. In einem Milchviehbestand mit 260 Tieren im Stadtgebiet von Heinsberg ist in dieser Woche die Tierseuche BHV1 – dies ist die Bovine-Herpesvirus-Typ1-Infektion – festgestellt worden. Dies teilte die Pressestelle des Kreises Heinsberg am Donnerstag mit.

Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Kreises ziehe in Abstimmung mit dem Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes eine Bestandsauflösung durch Schlachtung der Tiere in Erwägung, hieß es weiter.

Ein erster Fall der BHV1-Infektion war Ende Dezember ebenfalls im Heinsberger Stadtgebiet aufgetreten. Erst auf Nachfrage hatte die Pressestelle des Kreises im Januar dieses Auftreten von Rinder-­Herpes bestätigt. Damals mussten 500 Tiere eines Milchviehbetriebs getötet werden.

Im Frühjahr – im April und im Mai – folgten zwei weitere Fälle in einem Milchvieh- und einem Mutterkuhbestand mit 140 beziehungsweise 180 Tieren. Alle Tiere aus diesen Beständen wurden geschlachtet. Diese Fälle – ebenfalls im Heinsberger Stadtgebiet – gab der Kreis erst jetzt im Zusammenhang mit der Mitteilung über den neuesten Fall bekannt.

Bei BHV1 handelt es sich nach Angaben des Kreises um eine anzeigepflichtige Tierseuche. „Treten klinische Erscheinungen auf, ­äußern sich diese in Form von Fieber, Nasenausfluss, Bronchitis und Milchrückgang“, heißt es in der Erklärung.

Hauptansteckungsweg sei die Tröpfcheninfektion, aber auch eine Übertragung durch Personen oder Schadnager wie Mäuse und Ratten sei möglich. „Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, werden weiterhin Umgebungsuntersuchungen in den benachbarten Betrieben durchgeführt“,so der Kreis weiter.

Der BHV-Erreger sei ein Herpes-Virus der Rinder, das nach Darstellung des Kreises „für den Menschen gänzlich ungefährlich und nicht ansteckend ist“. Das Fleisch und die Fleischprodukte der geschlachteten Tiere könnten bedenkenlos verzehrt werden. „Die Bundesrepublik gilt offiziell als BHV1-frei“, so Amtstierarzt Dr. Hans-Helmut Ahlborn. „Warum jetzt diese Fälle aufgetreten sind, lässt sich bisher nicht erklären. Eintrag und Verbreitungswege der Viren sind bei den Fällen in Heinsberg bislang ungeklärt.“

Vereinzelt würden in Deutschland immer wieder BHV1-Fälle auftreten – in Heinsberg nun also binnen eines halben Jahres gleich vier, nicht quer über das Stadtgebiet verteilt, sondern räumlich begrenzt, so die Auskunft des Kreises.

 

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