Wieder ein Toter an der Horrorkreuzung

Von: Petra Wolters
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Bei diesem schweren Unfall ist am Donnerstagmorgen ein 74-Jähriger tödlich verletzt worden. Foto: Petra Wolters

Heinsberg-Karken. „Das Kreuz vom letzten tödlichen Unfall ist gerade weggeräumt”, bemerkte ein Beobachter, nachdem es am Donnerstagmorgen auf der Kreuzung der Mühlenstraße in Karken mit der Landstraße 230 von Heinsberg Richtung Niederlande erneut zu einem Zusammenstoß mit tödlichen Folgen kam.

Die traurige Bilanz des Geschehens, an dem zwei Pkw beteiligt waren: ein Toter und drei Schwerverletzte. Bereits im Mai 2009 war an derselben Stelle eine junge Radfahrerin beim Zusammenstoß mit einem Pkw ums Leben gekommen.

Gegen 6.55 Uhr hatte Donnerstagmorgen ein 74-Jähriger mit seinem 18-jährigen Sohn die Mühlenstraße aus Karken kommend Richtung L 230 befahren. Als er nach links in die Landstraße einbog, kam es zum Zusammenstoß mit dem Wagen eines 39-Jährigen, der zusammen mit einem 28-jährigen Beifahrer von Heinsberg aus Richtung Niederlande unterwegs war.

Schwerste Verletzungen

Alle vier am Unfall beteiligten Personen erlitten schwere bis lebensgefährliche Verletzungen. Feuerwehrkräfte mussten den eingeklemmten 28-jährigen Fahrer aus dem Wagen herausschneiden. Er wurde anschließend mit einem Rettungshubschrauber ins Klinikum nach Aachen geflogen. Die weiteren Verletzten brachten Rettungswagen in umliegende Krankenhäuser. Für den 74-jährigen Fahrer kam jedoch weitere Hilfe zu spät. Er verstarb kurze Zeit später im Krankenhaus.

Für die Dauer der Bergung der Verletzten, die Räumung der Unfallstelle und die Aufnahme des Verkehrsunfalls war die L 230 insgesamt zweieinhalb Stunden gesperrt. Zur genauen Rekonstruktion des Unfallgeschehens wurde auch ein Polizeihubschrauber eingesetzt, dessen Besatzung Luftaufnahmen von der Unfallstelle fertigte.

Bürgermeister Wolfgang Dieder machte sich auf dem Weg ins Rathaus schon kurz nach dem Unfall vor Ort selbst ein Bild von der Situation. „Auch die Stadt fordert hier seit langem einen Kreisverkehr”, griff er die derzeit lebhaft geführte Diskussion um diesen Kreuzungsbereich auf. Nach dem letzten tödlichen Unfall im Mai 2009 sei die aktuelle Lösung mit der Verkehrsinsel in der Fahrbahnmitte der L 230 gefunden worden, die er allerdings als provisorisch betrachte.

Forderung: Ein Kreisverkehr muss her!

Der jüngste Unfall, an dem ein Traktor mit Anhänger beteiligt war, sei auch für ihn Anlass gewesen, sich noch einmal mit Nachdruck für einen Kreisverkehr einzusetzen. „Ich hoffe, dass dieser Unfall hier jetzt endlich der Auslöser dafür ist, dass der Landesbetrieb Straßenbau tätig wird. Da hilft kein Diskutieren mehr, da muss gehandelt werden!”

Die Unfallkommission des Kreises Heinsberg habe sich erst im September wieder vor Ort getroffen, weil die Kreuzung auch nach dem Umbau ein sogenannter Unfallhäufungspunkt geblieben sei, so Kreispressesprecher Ulrich Hollwitz. Als Ergebnis dieses Ortstermins seien Geschwindigkeitsmessungen und weitere Datenerhebungen erfolgt zwecks Vorbereitung für die mögliche Errichtung einer Ampelanlage. Anordnen müsste eine solche Anlage die Stadt Heinsberg. Sie entscheide letztlich in Abstimmung mit dem Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen. Die Unfallkommission sei ein rein beratendes Gremium.

„Eine Lichtzeichenanlage ist für mich nur die B-Lösung”, so Dieder dazu am Donnerstag noch einmal deutlich. „Wenn das aber schneller geht und endlich zur Sicherheit führt, bin ich auch damit einverstanden.”

Die Realisierung eines Kreisverkehrs ist derzeit nicht in Planung. Als Gründe dafür werden zu hohe Kosten angegeben, die sich durch die unterschiedlichen Neigungsverhältnisse ergeben, mit denen die Mühlenstraße und die gegenüberliegende Stapper Straße auf die L 230 auftreffen.

Die Entschärfung: Ein recht bürokratischer Prozess

Die Stadt habe wie der Kreis auch eigene Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt, so Dieder weiter. Zur Errichtung einer Ampelanlage sei jetzt noch eine Verkehrszählung durch den Landesbetrieb notwendig. Nur damit könnten die notwendigen signaltechnischen Berechnungen für die Bestimmung der Ampelphasen durchgeführt werden. Sein letztes Schreiben dazu an den Landesbetrieb datiere vom 19. Oktober, betonte der Bürgermeister. Darin habe er deutlich gemacht, dass sich seit der Umbaumaßnahme im Juni 2009 vier weitere Unfälle mit einer schwer und drei leicht verletzten Personen ereignet hätten und die vorhandene Lösung daher für ihn nur ein Provisorium sei.

Die Verkehrszählung sei für diesen Monat geplant gewesen, betonte Manfred Groß, der zuständige Sachgebietsleiter in der Regionalniederlassung Mönchengladbach des Landesbetriebs, im Gespräch mit unserer Zeitung. Sie werde jetzt kurzfristig durchgeführt. Die Installation einer Lichtzeichenanlage sei bereits in das Bauprogramm eingestellt. „Ob wir sie im nächsten Jahr durchkriegen, wissen wir noch nicht”, erklärte er. „Aber wir kämpfen darum!”
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